Essay, 2011
10 Seiten
1. Einleitung
2. Migration und Religion
3. Transnationales Handeln von Sudanesen in einer protestantischen Kirchengemeinde
4. Ahnen, Götter, Geister in Vietnam und der Diaspora.
5. Philippinische Pflegekräfte in Israel auf Pilgerfahrt im Heiligen Land
6. Zusammenfassung
7. Literaturverzeichnis
Diese Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung von Religion für Migranten in verschiedenen transnationalen Kontexten. Dabei wird analysiert, wie religiöse Identität und Institutionen als Bewältigungsstrategien für Entfremdung, soziale Benachteiligung und ökonomische Herausforderungen im Einwanderungsland dienen können.
Philippinische Pflegekräfte in Israel auf Pilgerfahrt im Heiligen Land
Die Migration der philippinischen Arbeiter in Israel begann Ende der 80er Jahre. Es reisten hunderttausende nicht-jüdischer Arbeitsemigrantinnen als Touristen und seit Beginn der 90er Jahre zunehmend als angeworbene Vertragsarbeiter. Diese Politik ist vergleichbar mit der europäischen Gastarbeiterpolitik der 60er Jahre. Die Unterschiede zu Europa waren erstens, ein restriktives Staatsbürgerschaftsgesetz, das zwischen jüdischen Einwanderern und nicht-jüdischen Einwanderern unterschied. Zweitens, eine zeitlich begrenzte Aufenthaltsgenehmigung in Verbindung mit dem Arbeitsvertrag und im Pass vermerkten Arbeitgeber. Dies erzeugte in den vergangenen Jahren zu einer massiven Illegalisierung von Arbeitsemigrantinnen von etwa 60 Prozent.
Auf die stetig wachsende Illegalisierung beschloss die israelische Regierung im Jahre 1995, einen „Filipino Plan“´. Hier bei handelt es sich um philippinische Arbeitskräfte für die Arbeit mit pflegebedürftigen Menschen in Israel . Diese Arbeitskräfte waren meist Frauen mittleren Alters mit hohem Bildungsgrad. Die Vermittlungsbüros forderten illegale Vermittlungsgebühren von philippinischer als auch israelischer Seite. Die Arbeiter mussten rund um die Uhr für den Arbeitgeber verfügbar sein und hatten einmal in der Woche einen ganzen Tag frei.
Die Migrationsmotivationen der Philippininnen waren neben den ökonomischen Faktoren, auch ideologische Motivation. Die Vorstellung von Israel als dem „Heiligen“ oder „Gelobten“ Land, erleichterte die Entscheidung nach Israel zu emigrieren.
Die Arbeit der Migrantinnen ist physisch und psysisch belastend, die mit kultureller und sozialer Isolation verbunden ist. Um diese qualvolle Arbeit durchzustehen, gingen die Philippininnen jedes Wochenende in die Pfingstkirche.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Forschungsparadigma ein, in dem Religion eine wachsende Bedeutung für die Bewältigung kultureller Entfremdung durch Migranten spielt.
2. Migration und Religion: Dieses Kapitel erläutert theoretisch, wie religiöse Zugehörigkeit als Identitätsanker fungiert und wie Staaten sowie Organisationen transnationale religiöse Räume beeinflussen.
3. Transnationales Handeln von Sudanesen in einer protestantischen Kirchengemeinde: Anhand einer Berliner Kirchengemeinde wird aufgezeigt, wie religiöse Institutionen als Kontaktzonen für sudanesische Flüchtlinge und als Orte für politische Aktivitäten dienen.
4. Ahnen, Götter, Geister in Vietnam und der Diaspora.: Das Kapitel thematisiert die Rolle der Ahnenverehrung bei der Identitätsstiftung und wie staatliche Politik in Vietnam diese Praktiken für nationale Zwecke neu bewertet.
5. Philippinische Pflegekräfte in Israel auf Pilgerfahrt im Heiligen Land: Es wird untersucht, wie pfingstkirchliche Praktiken philippinischen Migrantinnen in Israel eine solidarische Gemeinschaft bieten, um soziale und ökonomische Härten zu ertragen.
6. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Funktion von Gotteshäusern als Gemeindezentren und Selbsthilfeorganisationen für Migranten.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen.
Migration, Religion, Identität, Transnationalismus, Flüchtlinge, Ahnenverehrung, Pfingstkirche, Integration, Soziologie, Diasporagemeinde, Identitätsbildung, Migrationsforschung, soziale Vernetzung
Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen Migration und Religion und zeigt auf, wie religiöse Praktiken und Institutionen Migranten bei der Bewältigung ihres Alltags in der Fremde unterstützen.
Zentrale Themen sind die Rolle der Religion bei der Identitätsbildung, die Funktion von religiösen Institutionen als soziale Netzwerke sowie die Bedeutung von religiöser Praxis bei der Überwindung von Migrationsproblemen.
Das Ziel ist es, die Relevanz von Religion als Bewältigungsstrategie für Migranten im transnationalen Forschungsparadigma zu verdeutlichen und diese anhand spezifischer Fallbeispiele greifbar zu machen.
Die Arbeit nutzt einen qualitativ-ethnografischen Ansatz, indem sie theoretische Überlegungen mit drei spezifischen Fallbeispielen verknüpft, um die Relevanz der Religion empirisch zu untermauern.
Im Hauptteil werden sudanesische Netzwerke in deutschen Kirchen, die Ahnenverehrung im vietnamesischen Kontext sowie die Erfahrungen philippinischer Pflegekräfte in Israel analysiert.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Migration, Religion, Identitätsbildung, Transnationalismus, soziale Netzwerke und religiöse Integration charakterisiert.
Das Kirchen-Café dient als essenzielle Kontaktzone, die nicht nur spirituelle Geborgenheit bietet, sondern auch Asylberatung, soziale Unterstützung und einen öffentlichen Raum für politische Diskussionen ermöglicht.
Die Ahnenverehrung stärkt das kollektive Bewusstsein und hilft Migranten dabei, ihre Verbindung zum Heimatland zu wahren, was von der vietnamesischen Regierung mittlerweile sozio-ökonomisch gefördert wird.
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