Bachelorarbeit, 2012
44 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Zur Phantastik
2.1 Sprünge als Verfahrensweise des Phantastischen
2.2 Die Metalepse als Werkzeug der phantastischen Literatur
3. Analyse des Films El Laberinto del Fauno
3.1 Inhaltsangabe
3.2 Strukturendes Phantastischen innerhalb des Films
3.3 Motive innerhalb der gesamten Handlung
3.4 Die Pale Man Szene
4. Schlussbetrachtungen und Fazit
Die Arbeit untersucht die Funktion und Wirkungsweise des Phantastischen im Film "El Laberinto del Fauno" von Guillermo del Toro. Das primäre Ziel ist es, anhand des Phantastik-Schemas von Tzvetan Todorov zu analysieren, wie der Regisseur zwei unvereinbare Welten – eine realhistorische und eine phantastische Ebene – miteinander verknüpft, um eine spezifische Ambiguität beim Rezipienten zu erzeugen und eine gesellschaftspolitische Parabel auf das Spanien nach dem Bürgerkrieg zu entwerfen.
Die Metalepse als Werkzeug der phantastischen Literatur
Im Folgenden soll die Bedeutung der Metalepse innerhalb der phantastischen Literatur analysiert und erläutert werden. Der Begriff Metalepse wurde für die Erzähltheorie aus der Rhetorik entlehnt, in der dieser wechselnde Bedeutungen hatte. Im Kern geht es darum einen beschriebenen Sachverhalt ad absurdum zu führen und in einen logischen Widerspruch zu verstricken. Erste Formen der Metalepse sind so von Prozessen im antiken Griechenland auszumachen, in denen durch das rhetorische Stilmittel der Metalepse die gegnerische Rede vor Gericht in Zweifel gezogen werden sollte.
In der Erzähltheorie taucht der Begriff Metalepse erstmals bei Gérard Genette auf. Dieser geht dabei von verschiedenen narrativen (diegetischen) Ebenen aus, zwischen denen eine „bewegliche aber heilige Grenze“ liegt, die nicht überschritten werden dürfe.
Unter Diegese im Allgemeinen versteht Genette zunächst die erzählte, fiktive Welt eines Textes, welche sich dem Rezipienten auf verschiedene Ebenen präsentiert.
1. Einleitung: Einführung in das Gesamtwerk von Guillermo del Toro und die thematische Einbettung des Films in den historischen Kontext des spanischen Bürgerkriegs.
2. Zur Phantastik: Theoretische Grundlegung des Phantastik-Begriffs anhand von Todorov, Marzin und Durst unter besonderer Berücksichtigung der Genre-Minimalistik.
2.1 Sprünge als Verfahrensweise des Phantastischen: Erörterung der Theorie des "regulären Realitätssystems" und der "Systemsprünge" als Methode zur Erzeugung von Verfremdungseffekten.
2.2 Die Metalepse als Werkzeug der phantastischen Literatur: Analyse der Grenzverletzungen zwischen verschiedenen narrativen Ebenen (Diegesen) als rhetorisches und strukturelles Werkzeug.
3. Analyse des Films El Laberinto del Fauno: Überblick über die methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung des Films unter Anwendung des Todorov-Schemas.
3.1 Inhaltsangabe: Detaillierte Zusammenfassung der Filmhandlung und der Prüfungen der Protagonistin Ofelia.
3.2 Strukturendes Phantastischen innerhalb des Films: Analyse der diegetischen Ebenen und der Verschränkung von historischem Kontext mit märchenhaften Elementen.
3.3 Motive innerhalb der gesamten Handlung: Untersuchung zentraler Symbole und filmtechnischer Übergänge, die zur Verschränkung der Welten beitragen.
3.4 Die Pale Man Szene: Analyse einer Schlüsselszene als allegorische Kritik an Kirche und Faschismus im franquistischen Spanien.
4. Schlussbetrachtungen und Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Phantastik-Funktion und der Interpretation des Films als Parabel auf die spanische Identitätssuche.
Phantastik, El Laberinto del Fauno, Guillermo del Toro, Todorov, Metalepse, spanischer Bürgerkrieg, Franquismus, Ambiguität, narratologische Ebenen, Film-Parabel, Identitätsfindung, reguläres Realitätssystem, Pale Man, Symbolik, Literaturtheorie.
Die Arbeit analysiert, wie der Film "El Laberinto del Fauno" das Genre des Phantastischen nutzt, um die komplexe Aufarbeitung des spanischen Bürgerkriegs und des Franquismus filmisch zu thematisieren.
Im Zentrum stehen die filmtheoretische Einordnung des Phantastischen, die narratologische Struktur der Grenzverwischung zwischen Realität und Imagination sowie die historische Kritik am franquistischen Regime.
Die Arbeit fragt danach, warum und wie Guillermo del Toro phantastische Elemente einsetzt, um dem Zuschauer komplexe gesellschaftliche Sachverhalte und historische Traumata näherzubringen.
Die Untersuchung basiert primär auf dem Phantastik-Schema von Tzvetan Todorov sowie erzähltheoretischen Ansätzen zur Metalepse und zum Konzept der diegetischen Ebenen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Phantastik und eine detaillierte Analyse des Films, wobei insbesondere die Rollen des Fauns und des Pale Man sowie deren Verbindung zur historischen Realität untersucht werden.
Wesentliche Begriffe sind die "Ambiguität" des Rezipienten, die "Metalepse" als Bruch der Erzählebenen und das "reguläre Realitätssystem" im Gegensatz zur phantastischen Ebene.
Die Szene dient als kritische Allegorie auf totalitäre Institutionen; der Pale Man wird als phantastisches Pendant zu Capitán Vidal gedeutet, womit der Film direkte Kritik an der Verflechtung von Kirche und Faschismus übt.
Der Autor argumentiert, dass der Film bis zum Ende eine bewusste Ambiguität beibehält, die es dem Rezipienten offenlässt, ob Ofelia tatsächlich in eine phantastische Welt entflieht oder ob der Film eine tragische Realität darstellt.
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