Masterarbeit, 2011
149 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
1.1 Problemaufriss
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Abgrenzung
2. Fragestellungen dieser Arbeit
2.1 Hypothesen und Leitfragen
2.2 Darstellung des Problembereiches
3. Theoretischer Bezugsrahmen
3.1 Arbeit
3.1.1 Die aktuelle Arbeitsmarktsituation
3.1.2 Bedeutung von Arbeit für Menschen mit Depression
3.2 Krankheitsbild der Depression
3.2.1 Prävalenz
3.2.2 Symptome
3.2.3 Ursachen
3.2.4 Betriebliche Risikofaktoren zur Entstehung einer Depression
3.2.5 Therapiemöglichkeiten
3.3 Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)
3.3.1 Rechtliche Rahmenbedingungen der Behindertenpolitik
3.3.2 § 84 Abs. 2 SGB IX – Zentrale Verfahrensvorschrift des BEM
3.3.2.1 Beteiligte Akteure und Institutionen als Rollenfeld
3.3.2.2 Ziele des BEM aus Sicht der unterschiedlichen Akteure
3.3.3 Das BEM – Verfahren
3.3.4 Datenschutz
3.3.5 Stufenweise Wiedereingliederung (WE) als wichtigstes Instrument des BEM
3.4 Akteure der betrieblichen Eingliederung
3.4.1 Die Beschäftigten
3.4.2 Die Arbeitgeber
3.4.2.1 BEM
3.4.2.2 Qualitätssicherung im BEM
3.4.2.3 Betriebliches Gesundheitsmanagement
3.4.2.4 Arbeitsschutzgesetz und Gefährdungsbeurteilungen
3.4.2.5 Betriebliche Gesundheitsförderung
3.4.3 Rehabilitationsträger
3.4.3.1 Sozialgesetzbuch IX – Rehabilitation, Teilhabe behinderter Menschen
3.4.3.2 Sozialgesetzbuch V – Gesetzliche Krankenkasse
3.4.3.3 Sozialgesetzbuch VI – Gesetzliche Rentenversicherung
3.4.3.4 Sozialgesetzbuch VII – Gesetzliche Unfallversicherung
3.4.3.5 Sozialgesetzbuch III – Agentur für Arbeit
3.4.3.6 Integrationsämter
3.4.4 Andere Leistungserbringer
3.4.4.1 Ärzte und Kliniken
3.4.4.2 Private Dienstleister
3.4.4.3 Teilhabedienste
3.4.4.3.1 Betriebs-, Werksärzte als Arbeitsmediziner
3.4.4.3.2 Integrationsfachdienste
3.4.4.4 Disability Manager
4. Angewandte Methoden
4.1 Experteninterview
4.2 Ableitung des Interviewleitfadens aus den Hypothesen und Leitfragen
4.3 Datenauswertung
5. Vorstellung der Untersuchungsgruppe
5.1 Vorstellung der Krankenkasse
5.2 Krankengeldfallmanager
5.3 Planung der Untersuchung
6. Diskussion
6.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
6.2 Diskussion der verwendeten Methode
6.3 Über den Forschungsprozess selbst
6.4 Diskussion der Konsequenzen der Ergebnisse
7. Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die spezifische Perspektive und das praktische Vorgehen von Krankengeldfallmanagern (KGFM) einer kleinen Betriebskrankenkasse bei der betrieblichen Eingliederung von an Depression erkrankten Beschäftigten unter Anwendung der stufenweisen Wiedereingliederung (WE) zu eruieren. Die Forschungsarbeit untersucht dabei kritisch, wie die KGFM ihren gesetzlichen Auftrag interpretieren und umsetzen.
1.1 Problemaufriss
Die verbreitetsten psychischen Störungen in der Europäischen Union sind Angst und Depression. Man rechnet damit, dass bis zum Jahr 2020 Depressionen in den Industriestaaten die zweithäufigste Ursache von Erkrankungen sein werden. Untersuchungen zeigen darüber hinaus, dass ca. 40 % der psychischen Störungen chronisch verlaufen. Die Kosten psychischer Erkrankungen betragen schätzungsweise 3 – 4 % des Bruttoinlandsprodukts, hauptsächlich als Folge von Produktivitätsverlusten. Ursachen für diese Entwicklung seien hauptsächlich arbeitsbedingter Stress und psychische Probleme am Arbeitsplatz. Die Folge ist frühzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben durch Erwerbsminderung. Depressionen und Angststörungen verursachten dabei den mit Abstand höchsten Anteil dieser Produktivitätsverluste (vgl. BKK Gesundheitsreport 2008 S. 17f). Die betriebliche Eingliederung von an Depression erkrankten Beschäftigten scheitert häufig an mangelnder Kooperation der Betriebe und der Sozialkostenträger. Hauptproblem ist dabei aus Sicht der Betriebe die mangelnde Informationstransparenz der Sozialkostenträger über entsprechende Unterstützungsangebote (vgl. Freigang – Bauer & Gröben 2011 S. 10).
Die Eingliederung von erkrankten Beschäftigten durch das BEM (Betriebliches Eingliederungsmanagement) wurde in unterschiedlichen wissenschaftlichen Studien untersucht. Niehaus et al. (2008 S. 9) schreiben den KK eine geringe Rolle im BEM zu, da für diese eher die Optimierung des Krankengeldfallmanagements im Vordergrund stehe. Die stufenweise Wiedereingliederung (WE) ist die häufigste Maßnahme auf Einzelfallebene im BEM (vgl. Niehaus et al. 2008 S. 56). Eine Übersicht über weitere Studien zur Umsetzung des allgemeinen BEM in den Betrieben geben Freigang – Bauer & Gröben (2011 S. 19f). Es werden Studien aus den Jahren 2007 bis 2009 genannt, in denen die Umsetzung des BEM bundesweit untersucht wurde. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das BEM eine Vielzahl hemmender Faktoren besonders bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bezüglich der Umsetzung des BEM und insgesamt nur wenig fördernde Faktoren aufweist.
1. Einleitung: Stellt das Thema sowie die Relevanz der betrieblichen Eingliederung von an Depression erkrankten Beschäftigten dar und umreißt den inhaltlichen Aufbau der Arbeit.
2. Fragestellungen dieser Arbeit: Definiert die Kernfragestellungen, Hypothesen und die Problemfelder, die das praktische Fallmanagement der KGFM betreffen.
3. Theoretischer Bezugsrahmen: Liefert die wissenschaftliche Basis über Arbeit, das Krankheitsbild der Depression, die Strukturen des BEM, die Stufenweise Wiedereingliederung sowie die Rolle der verschiedenen Akteure.
4. Angewandte Methoden: Beschreibt die methodische Vorgehensweise, konkret die Durchführung qualitativer Experteninterviews mit KGFM und deren Auswertung mittels Softwareunterstützung.
5. Vorstellung der Untersuchungsgruppe: Porträtiert die befragte Krankenkasse sowie die Krankengeldfallmanager als Akteure und erläutert die Planung der Untersuchung.
6. Diskussion: Reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung im Kontext der aufgestellten Hypothesen, diskutiert die gewählte Methode sowie den Forschungsprozess und die Konsequenzen der Ergebnisse.
7. Fazit und Ausblick: Zieht ein abschließendes Resümee über die Rolle der Krankenkassen im BEM und gibt Empfehlungen für zukünftige Entwicklungen.
Betriebliches Eingliederungsmanagement, BEM, Depression, Krankengeldfallmanagement, KGFM, stufenweise Wiedereingliederung, WE, psychische Gesundheit, berufliche Reintegration, Rehabilitationsträger, Arbeitsunfähigkeit, Betriebliche Gesundheitsförderung, BGF, Case Management, Disability Management.
Die Arbeit untersucht die Rolle und die Praxis von Krankengeldfallmanagern bei der betrieblichen Eingliederung von Arbeitnehmern, die an einer Depression erkrankt sind.
Die Schwerpunkte liegen auf dem BEM, dem Krankheitsbild der Depression, der stufenweisen Wiedereingliederung (WE) und der Kooperation verschiedener Akteure im Sozialversicherungssystem.
Ziel ist es zu ermitteln, ob und wie Krankengeldfallmanager den gesetzlichen Auftrag des BEM in ihrer täglichen Arbeit praktisch umsetzen und welche Herausforderungen dabei entstehen.
Es wurde eine qualitative Praxisuntersuchung in Form von Experteninterviews mit Krankengeldfallmanagern durchgeführt, die mittels der Software MAXQDA inhaltsanalytisch ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Bezugsrahmen, der die rechtlichen und medizinischen Grundlagen darstellt, gefolgt von der methodischen Beschreibung der Untersuchung und deren Diskussion.
BEM, Depression, Krankengeldfallmanagement, stufenweise Wiedereingliederung, berufliche Reintegration und Rehabilitationsträger.
Depressionen führen zu langen Fehlzeiten und hoher Arbeitsunfähigkeit; sie sind eine der häufigsten Ursachen für vorzeitige Berentungen, was hohe Kosten und sozialen Verlust bedeutet.
Sie gilt als therapeutisches Instrument zur schrittweisen Belastungserprobung am Arbeitsplatz, um eine dauerhafte Rückkehr in das Erwerbsleben zu ermöglichen.
Die Untersuchung zeigt, dass KGFM das BEM oft primär als Instrument zur Verkürzung der Krankengeldzahlungen sehen und Schwierigkeiten haben, die übergeordnete integrative Rolle vollumfänglich auszufüllen.
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