Diplomarbeit, 2002
183 Seiten, Note: 1,0
Einleitung und persönliche Stellungnahme – S. 3
Exkurs: Geschichtsphilosophie vor Hegel – S. 16
Mythologische Anfänge der Geschichte – S. 16
Die ersten echten Historiker – S. 20
Die christlichen Denker – S. 33
Die Aufklärung – S. 42
1a) Hegels Geschichtsphilosophie als Synthese zwischen Aufklärung und Tradition – S. 42
Synthese und Entwicklung – S. 43
Hegels Schriften – S. 47
Hegels Vorlesungen über Geschichtsphilosophie – S. 50
Verbindung von Philosophie und Geschichtsschreibung bei Hegel – S. 62
Hegel als Zeithistoriker – S. 64
Neuzeit, Mittelalter und Antike – S. 68
Asien - Die Wiege der Kultur und der fremde Osten – S. 73
1b) Marx und seine Mitkämpfer – S. 77
Ein philosophierender Politiker – S. 77
Ein Industrieller aufseiten der Arbeiterbewegung – S. 87
1c) Die Geschichtsphilosophie nach Marx und Hegel – S. 88
Die Krise der Geschichtsphilosophie – S. 88
Geschichtsphilosophie als Wissenschaftstheorie der Humanwissenschaften – S. 91
Burckhardt – S. 95
Der Nihilismus Nietzsches – S. 104
1d) Das neunzehnte Jahrhundert: Ausblick und Vergleich – S. 106
2a) Der Marxismus des zwanzigsten Jahrhunderts – S. 107
Revisionismus und Radikalisierung – S. 107
Lenin der Dogmatiker der Revolution – S. 111
Der Kalte Krieg – S. 120
2b) Der Faschismus – S. 133
2c) Das neozyklische Denken: Spengler und Toynbee – S. 138
Spengler oder die Krise des Traditionalismus - S. 138
Zyklisches Denken – S. 144
2d) Hermeneutik und Existenzphilosophie – S. 146
Ontologie und Geschichte – S. 146
Die lebendige Tradition der Hermeneutik – S. 151
Jaspers – S. 152
2e) Die analytische Philosophie – S. 159
Wissenschaftstheoretische Aufbrüche in der Moderne – S. 159
Poppers Erkenntnisskepsis – S. 162
Nachwort – S. 169
Die Diplomarbeit untersucht die Entwicklung geschichtsphilosophischer Entwürfe im 19. und 20. Jahrhundert, mit einem besonderen Fokus auf die Reflexion über den Sinn und die Methoden der Geschichtsschreibung. Die Forschungsfrage widmet sich der Unterscheidung zwischen impliziter und expliziter Geschichtsphilosophie sowie der kritischen Analyse der Vernunft, des Fortschrittsglaubens und der dialektischen Methoden in den Werken bedeutender Denker von Hegel bis zur Postmoderne.
Einleitung und persönliche Stellungnahme:
Ich interessiere mich schon seit meiner Kindheit für die unzähligen Ereignisse, welche die Welt des Menschen in unserer Vergangenheit geformt haben. Die Geschichtsschreibung beschäftigt sich mit Detailfragen aller Art. Jeder Mensch bringt seine persönliche Betrachtungsweise in die Darstellung der Vergangenheit ein, jedem kommt etwas anderes besonders wichtig vor, kaum jemand ist vollkommen frei von ideologischen Vorannahmen.
Die Weltgeschichte ist aber nicht nur eine Aneinanderreihung von ästhetisch glänzenden Schöngeistern, die dem materiellen Universum eine neue Dimension hinzufügen, sondern auch ein Panoptikum der perversesten Schwerverbrecher, deren Schandtaten jeden vernunftbegabten Menschen erschaudern lassen. (1) Die Geschichtsphilosophie, wie die Philosophie überhaupt, zählt zu den Dingen, die das Leben erst lebenswert machen. Es scheint eine anthropologische Grundtatsache zu sein, dass der Mensch sich mit der Kontingenz und Sinnlosigkeit seiner Umwelt nicht abfinden kann.
Einleitung und persönliche Stellungnahme: Der Autor erläutert seine Motivation zur Beschäftigung mit Geschichtsphilosophie und führt die Unterscheidung zwischen impliziter und expliziter Geschichtsphilosophie ein.
Exkurs: Geschichtsphilosophie vor Hegel: Dieser Teil betrachtet die mythologischen und frühen historischen Deutungsversuche in der griechischen und jüdischen Tradition.
1a) Hegels Geschichtsphilosophie als Synthese zwischen Aufklärung und Tradition: Analyse von Hegels System als Versuch, Vernunft und geschichtliche Entwicklung dialektisch zu versöhnen.
1b) Marx und seine Mitkämpfer: Untersuchung des marxistischen Geschichtsverständnisses, das Arbeit und materielle Bedingungen in den Mittelpunkt stellt.
1c) Die Geschichtsphilosophie nach Marx und Hegel: Diskussion der Krise der Geschichtsphilosophie nach dem Ende der großen metaphysischen Entwürfe.
1d) Das neunzehnte Jahrhundert: Ausblick und Vergleich: Einordnung der geistesgeschichtlichen Epoche zwischen Französischer Revolution und Erstem Weltkrieg.
2a) Der Marxismus des zwanzigsten Jahrhunderts: Auseinandersetzung mit Revisionismus, Leninismus und dem Denken von Lukács und Kolakowski.
2b) Der Faschismus: Analyse des faschistischen Geschichtsbildes als gewaltbasierte Ideologie.
2c) Das neozyklische Denken: Spengler und Toynbee: Betrachtung zyklischer Geschichtstheorien im Kontext der Moderne.
2d) Hermeneutik und Existenzphilosophie: Untersuchung von Heideggers und Gadamers Ansätzen zur Geschichte als Teil menschlicher Existenz.
2e) Die analytische Philosophie: Darstellung der wissenschaftstheoretischen Wende und des kritischen Rationalismus (Popper) in Bezug auf die Geschichte.
Geschichtsphilosophie, Hegel, Marx, Historizismus, Dialektik, Vernunft, Fortschritt, Existenzphilosophie, analytische Philosophie, Ideologie, Kultur, Historik, Sinnsuche, totalitäre Systeme, Materialismus.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich verschiedener geschichtsphilosophischer Entwürfe des 19. und 20. Jahrhunderts.
Die zentralen Themen sind das Verständnis von Fortschritt, die Rolle der Vernunft in der Geschichte, die dialektische Methode sowie die kritische Reflexion auf marxistische und idealistische Geschichtskonzepte.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Denker den Sinn und die Struktur von Geschichte konstruiert haben, und dabei die Problematik der "expliziten" gegenüber der "impliziten" Geschichtsphilosophie zu beleuchten.
Es handelt sich um eine philosophische und geistesgeschichtliche Analyse, die Texte der Philosophiegeschichte kritisch hinterfragt und in ihren jeweiligen historischen Kontext stellt.
Der Hauptteil behandelt chronologisch und thematisch die Entwicklung von Hegel über Marx bis hin zu den existentialistischen und analytischen Positionen des 20. Jahrhunderts.
Die wichtigsten Begriffe sind unter anderem Geschichtsphilosophie, Hegel, Marx, Dialektik, Fortschritt, Historizismus und kritische Theorie.
Der Autor sieht Hegel als den Höhepunkt systematischer Geschichtsphilosophie, kritisiert jedoch die Tendenz des Systems, reale politische Entwicklungen zu stark rechtfertigen zu wollen.
Der Autor erkennt den Marxismus als bedeutenden Fortschritt in der Thematisierung materieller Interessen an, lehrt aber eine kritische Distanz zu dogmatischen Formen des Marxismus und totalitären Umsetzungen.
Die Existenzphilosophie, insbesondere bei Jaspers und Heidegger, wird als Versuch gewertet, Geschichte aus der Bedingtheit des menschlichen Daseins heraus zu verstehen, ohne dabei in spekulative Metaphysik abzugleiten.
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