Masterarbeit, 2011
65 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Was ist Mobbing?
2.1 Merkmale
2.2 Beteiligte
2.3 Erscheinungsformen
2.4 Resultierende Definition
3 Mobbing und Schule
3.1 Verbreitung
3.2 Ursachen
3.2.1 Institutionelle Ursachen
3.2.2 Gesellschaftliche Ursachen
3.2.3 Familiäre Ursachen
3.3 Folgen
3.3.1 Folgen für das Opfer
3.3.2 Folgen für den Täter
3.3.3 Folgen für die Klasse
3.3.4 Folgen für die Schule
4 Analyse
4.1 Kriterienraster
4.2 Präventionskonzepte
4.2.1 Präventionskonzepte gegen Gewalt
4.2.1.1 Das Programm „Faustlos“
4.2.1.2 Das Projekt „Achtung Grenze“
4.2.2 Präventionskonzepte gegen Mobbing
4.2.2.1 Das Konzept „aufgschaut“
4.2.2.2 Das Konzept „Be-Prox“
4.3 Interventionskonzepte
4.3.1 Das Interventionskonzept nach Olweus
4.3.2 Das Konzept „No Blame Approach“
4.3.3 Das „Trainer-Konzept“
4.4 Zusammenfassende Betrachtung der Analyse
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Grundschullehrern ein fundiertes Auswahlinstrument an die Hand zu geben, um geeignete Präventions- und Interventionskonzepte gegen Mobbing auszuwählen und erfolgreich in den Schulalltag zu integrieren.
2.1 Merkmale
Mobbing, welches eine spezifische Gewaltform darstellt, kommt in allen sozialen Bereichen vor, in welchen Menschen immer wieder zusammenkommen und aus welchen sie nicht oder nur schwer entfliehen können. Auch die Schule stellt einen sozialen Bereich dar, dem sich die von Mobbing betroffenen Schüler aufgrund der allgemeinen Schulpflicht nicht entziehen können.
Die Bezeichnung „Mobbing“ hat hierbei seinen Ursprung im schwedischen Sprachraum des Wortes „mobbning“, welches mit „fertigmachen“ oder „anpöbeln“ übersetzt werden kann. Während im deutschen Sprachraum „Bullying“ synonym zum Begriff Mobbing verwendet wird, wird in der Schweiz für den Begriff „Mobbing“ oftmals auch der Begriff „Plagen“ gebraucht. Anfangs wurde in Deutschland der Begriff Mobbing ausschließlich für das zielgerichtete, andauernde Belästigen am Arbeitsplatz benutzt. Inzwischen wird es jedoch zunehmend auch für die Schule, als Arbeitsplatz der Schüler, verwandt.
Prinzipiell können innerhalb des Schulkontextes drei Mobbingarten unterschieden werden: Lehrer gegen Schüler, Schüler gegen Lehrer und Schüler gegen Schüler. Im Rahmen der Masterarbeit wird bei den ausgewählten Präventions- und Interventionskonzepten jedoch ausschließlich die Mobbingart „Schüler gegen Schüler“ berücksichtigt, was damit zusammenhängt, dass die Programme für Lehrkräfte konzipiert worden sind.
Um die Merkmale von Mobbing herauszuarbeiten, ist es wichtig, Mobbing von Konflikten abzugrenzen. Wenn Kinder miteinander streiten oder auch kämpfen, jedoch psychisch und physisch kein Ungleichgewicht zwischen ihnen besteht, wird von einem Konflikt und nicht von Mobbing gesprochen. Zudem bieten Konflikte, im Gegensatz zu Mobbing, den Schülern die Möglichkeit, die eigenen und die Grenzen der anderen Kinder kennen und akzeptieren zu lernen sowie darüber hinaus Konfliktlösungen selbstständig zu finden. Bei Mobbing trägt nichts dazu bei, Konflikte zu beenden, sondern stattdessen diese zu intensivieren und zu wiederholen. Insofern kann Mobbing als ein andauernder Konflikt bezeichnet werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Mobbing an Grundschulen ein, begründet die Relevanz des Themas und erläutert die Zielsetzung der Masterarbeit, ein Kriterienraster für Lehrkräfte zu entwickeln.
2 Was ist Mobbing?: Dieses Kapitel definiert Mobbing, grenzt es von anderen Konfliktformen ab, identifiziert die beteiligten Rollen (Täter, Opfer, Mitläufer) und beschreibt die Erscheinungsformen.
3 Mobbing und Schule: Hier wird der komplexe Zusammenhang zwischen Schule und Mobbing analysiert, wobei Verbreitung, Ursachen (institutionell, gesellschaftlich, familiär) sowie die weitreichenden Folgen für alle Beteiligten beleuchtet werden.
4 Analyse: Das Kernkapitel präsentiert ein selbst entwickeltes Kriterienraster und analysiert anhand dessen vier Präventions- und drei Interventionskonzepte auf ihre Eignung für den Grundschulalltag.
5 Fazit und Ausblick: Dieses Kapitel resümiert die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Weiterentwicklung der untersuchten Konzepte und deren Anwendung in der Praxis.
Mobbing, Grundschule, Gewaltprävention, Interventionskonzepte, Soziale Kompetenzen, Faustlos, Achtung Grenze, aufgschaut, Be-Prox, No Blame Approach, Trainer-Konzept, Schulklima, Täter-Opfer-Rollen, Zivilcourage, Schulische Gewalt
Die Arbeit befasst sich mit der Bestandsaufnahme und Analyse von ausgewählten Präventions- und Interventionskonzepten gegen Mobbing, speziell angepasst für den Kontext der Grundschule.
Die Arbeit gliedert sich in eine theoretische Definition und Ursachenanalyse von Mobbing sowie eine praktische Untersuchung von sieben verschiedenen Konzepten zur Prävention und Intervention.
Das Hauptziel besteht darin, Lehrkräften an Grundschulen ein fundiertes Auswahlinstrument (ein Kriterienraster) bereitzustellen, damit sie basierend auf ihren Ressourcen das für sie passende Mobbing-Programm wählen können.
Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse, indem ein eigenes Kriterienraster entworfen und auf die Programme angewendet wurde. Zudem wurden Literaturquellen und internetbasierte Informationen zu den Programmen ausgewertet.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse von vier Präventionskonzepten (z.B. „Faustlos“) und drei Interventionskonzepten (z.B. „No Blame Approach“) für Grundschulen im deutschsprachigen Raum.
Die zentralen Schlagworte sind Mobbing, Grundschule, Gewaltprävention, soziale Kompetenzen, Schulklima und Zivilcourage.
Der „No Blame Approach“ zeichnet sich dadurch aus, dass er bewusst auf Schuldzuweisungen und Bestrafungen verzichtet, um stattdessen mit einer Unterstützungsgruppe konstruktive Lösungen für das Mobbingproblem zu finden.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Förderung sozialer Kompetenzen das wirksamste Instrument zur primären Gewaltprävention ist, da sich Opfer- und Täterrollen oft bereits in der Grundschule festigen.
Im Trainer-Konzept werden unterstützende Schüler installiert, deren Aufgabe es ist, dem Opfer beizustehen, wodurch die aktive Zivilcourage der gesamten Lerngruppe gefördert werden soll.
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