Examensarbeit, 2009
91 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Anlass und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Methodisches Vorgehen
2. Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund - Begriffsbestimmungen
2.1 Integration
2.2 Migrationshintergrund
3. Kanada
3.1 Landeskundliche Hintergründe: geographische und (migrations-)politische Aspekte
3.2 Das kanadische Schulsystem
3.2.1 Die Geschichte des kanadischen Schulsystems
3.2.2 Das kanadische Schulsystem in der Gegenwart
3.2.2.1 Die Struktur des Schulsystems
3.2.2.2 Verfassungsrechtliche Grundlagen und Steuerung des Schulsystems
3.2.2.3 Bildungspolitische Reform- und Innovationsstrategien
3.2.2.4 Lehrerprofessionalisierung
3.3 Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im kanadischen Schulsystem – Multikulturelle Pädagogik
3.3.1 Entwicklung des Multikulturalismus im Kontext des Bilingualismus
3.3.2 Prinzipien und Ideen des Multikulturalismus und deren schulische Gestaltung
3.3.3 Sprachprogramme
3.3.3.1 Immersion language programs
3.3.3.2 Heritage language programs
4. Deutschland
4.1 Landeskundliche Hintergründe: geographische und (migrations-) politische Aspekte
4.2 Das deutsche Schulsystem
4.2.1 Die Geschichte des deutschen Schulsystems
4.2.2 Das deutsche Schulsystem in der Gegenwart
4.2.2.1 Die Struktur des Schulsystems
4.2.2.2 Verfassungsrechtliche Grundlagen und Steuerung des Schulsystems
4.2.2.3 Bildungspolitische Reform- und Innovationsstrategien
4.2.2.4 Lehrerprofessionalisierung
4.3 Integration von Kindern und Jugendlichen im deutschen Schulsystem – Interkulturelle Pädagogik
4.3.1 Von Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Erziehung
4.3.2 Prinzipien und Ideen der Interkulturellen Pädagogik und deren schulische Gestaltung
4.3.3 Sprachprogramme
4.3.3.1 Internationale Vorbereitungsklassen, DaZ-Kurse und DaZ-Förderkurse
4.3.3.2 Durchgängige Sprachförderung als Förmig-Ziel
5. Anregungs- und Innovationspotentiale des kanadischen Schulsystems im Hinblick auf die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
5.1 Multikulturalismus als offizielle und gelebte Staatsideologie: Einbettung der Schule in ein „ethnisches Mosaik“
5.2 Interessengeleitete Gestaltung aktiver Immigrationspolitik: Kumulation von sozialem, kulturellem und ökonomischem Kapital
5.3 Immersion language programs und heritage language programs: Schulische Sprachförderprogramme zur Entwicklung konzeptionell-schriftlicher Kompetenzen
5.4 Integrierter Kindergarten, gebundene Ganztagsschule und Gesamtschulstruktur: Strukturelle Aspekte zur Minderung der Selektion
5.5 Akademisierter Erzieherberuf, einheitliches Lehramtsstudium, Qualifizierung für bilinguale Sprachprogramme und finanzielle Anreize für Weiterbildung: Aspekte der Lehrerprofessionalisierung in Kanada mit einem hohen Veränderungspotenzial
5.6 Outputorientierte Innovationsstrategien in der Bildungspolitik: Chance zur Ausmerzung segregierender Strukturen
6. Anregungs- und Innovationspotentiale des kanadischen Schulsystems im Hinblick auf die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund – Abschließende Betrachtung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, basierend auf einer vergleichenden Analyse des kanadischen und deutschen Schulsystems, innovative Strategien für das deutsche Schulwesen zu identifizieren, um die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund nachhaltig zu verbessern.
3.3.3.1 Immersion language programs
Das Immersionsmodell geht zurück auf ein French immersion-Schulmodell, das von einer Gruppe englischsprachiger Eltern im überwiegend frankophonen Montréal ins Leben gerufen wurde. Unzufrieden mit der Effektivität des Fremdsprachenunterrichts in Französisch, bemühten sie sich um ein anderes Sprachkonzept, das sowohl die englischen Erstsprachkenntnisse als auch die Zweitsprachenkompetenz in Französisch fördern sollte. Als Reaktion darauf folgte 1965 das erfolgreiche „St. Lambert-Experiment“, der erste Versuch mit immersion an der St. Lambert Elementary School in Montréal unter der Führung des Wissenschaftlers W. E. Lambert. Anfang der 70er Jahre erhielt French immersion Einzug in Schulen in ganz Kanada. Bei den immersion programs ist zwischen early total immersion, early partial immersion und late immersion zu unterscheiden.
Bei der ersten Form, der early total immersion, wird ab der Vorschulklasse Französisch als einzige Sprache bis zur zweiten Jahrgangsstufe unterrichtet. Danach, gelegentlich auch ab Ende der zweiten Klasse erfolgt der Sprachunterricht in Englisch; Französisch wird allmählich immer mehr und mehr eingebracht, bis in der sechsten beziehungsweise siebten oder achten Jahrgangsstufe die verschiedenen Fächer halb in Englisch halb in Französisch unterrichtet werden. Die beiden Sprachen werden nun in jedem Fach gleichberechtigt nebeneinander verwendet. In der Sekundarstufe darf der Schüler zwischen monolingualem Unterricht, bilingualem Unterricht und Fächern, die in der Zweitsprache gehalten werden, wählen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den „PISA-Schock“ als Auslöser einer Bildungsdebatte und formuliert das Ziel, durch den Vergleich mit Kanada Anregungen für das deutsche Schulsystem zu finden.
2. Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund - Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe „Integration“ und „Migrationshintergrund“ und ordnet sie in einen pädagogischen Kontext ein.
3. Kanada: Das Kapitel bietet eine umfassende Analyse der geographischen Hintergründe, der Geschichte des kanadischen Schulsystems sowie dessen heutiger Struktur und der multikulturellen Pädagogik.
4. Deutschland: Analog zu Kanada wird hier das deutsche Schulsystem hinsichtlich seiner historischen Entwicklung, gegenwärtigen Struktur und des Umgangs mit interkultureller Pädagogik untersucht.
5. Anregungs- und Innovationspotentiale des kanadischen Schulsystems im Hinblick auf die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Dieser Hauptteil identifiziert spezifische kanadische Ansätze wie die Multikulturalismus-Ideologie, Sprachprogramme und strukturelle Aspekte, die als Vorbild für Deutschland dienen können.
6. Anregungs- und Innovationspotentiale des kanadischen Schulsystems im Hinblick auf die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund – Abschließende Betrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer stärkeren Abstimmung bildungspolitischer Maßnahmen in Deutschland.
Kanadisches Schulsystem, deutsches Schulsystem, Integration, Migrationshintergrund, Multikulturalismus, Interkulturelle Pädagogik, Sprachförderprogramme, Immersion, Gesamtschulstruktur, Lehrerprofessionalisierung, Bildungsstandards, Outputorientierung, Bildungsungleichheit, Chancengerechtigkeit, ethnische Vielfalt.
Die Arbeit analysiert das kanadische Schulsystem als Referenzmodell, um effektive Strategien für die Integration von Schülern mit Migrationshintergrund in das deutsche Schulsystem abzuleiten.
Die Themen umfassen die historische Entwicklung beider Schulsysteme, Konzepte der multikulturellen bzw. interkulturellen Pädagogik, Sprachförderprogramme und strukturelle Schulmerkmale.
Das Ziel ist es, Innovationspotenziale im kanadischen Bildungswesen zu identifizieren, die im deutschen System bisher vernachlässigt wurden, und Möglichkeiten ihrer Übertragung zu prüfen.
Es wird eine historisch-deskriptive Analyse durchgeführt, die durch empirische Befunde ergänzt wird und sich am „Most-Similar-Konzept“ zur Vergleichbarkeit von Systemen orientiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Schulsysteme (Kanada/Deutschland) sowie in die Identifikation konkreter Anregungen wie die Multikulturalismus-Staatsideologie und die Gesamtschulstruktur.
Zentrale Begriffe sind unter anderem Integration, Migrationshintergrund, Multikulturalismus, Immersion language programs und Lehrerprofessionalisierung.
Sprache wird als Schlüssel zur Teilhabe gesehen, weshalb Programme wie Immersion (für die Landessprache) und Heritage Language Programs (zur Bewahrung der Herkunftssprache) zentral gefördert werden.
Die Autorin sieht Gründe in einer segregierenden Schulstruktur, der Begabungsideologie und einem Nationsverständnis, das Migration bisher eher als vorübergehendes oder zufälliges Phänomen betrachtet.
Empfohlen werden unter anderem die Einführung flächendeckender Ganztagsschulen, eine Gesamtschulstruktur zur Minderung der Selektion sowie eine stärkere Akademisierung des Erzieherberufs.
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