Bachelorarbeit, 2007
63 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Das Jugendmedienschutzgesetz und die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK)
2.1. Medien und der Schutz der Jugend
2.2. Beurteilungskriterien der FSK
2.2.1. Die Anfänge der FSK
2.2.2. Grundlagen, Aufgaben und Grundsätze der FSK
2.2.3. Altersfreigaben der FSK
2.2.4. Die „PG-Regelung“ und die schwierige Altersstufe der 6- bis 12-jährigen.
2.2.5. Die verschiedenen Gremien der FSK
2.2.6. Gewaltdarstellung im Kino und ihre Beurteilung
2.3. Kritische Betrachtung der Prüfkriterien der FSK
2.3.1. Die Harry Potter-Filme, neuer Gesprächsstoff über die FSK
2.3.2. Umstrittene Entscheidungen der FSK
2.3.3. Die FSK im Wandel der Zeit
3. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) und den wirtschaftlichen Interessen der Filmindustrie. Im Fokus steht die zentrale Forschungsfrage, ob und inwieweit ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen den FSK-Entscheidungen und den Gewinnbestrebungen der Filmverleihe existiert und wie der Jugendschutz in diesem Kontext gewährleistet bleibt.
2.2.6. Gewaltdarstellung im Kino und ihre Beurteilung
Wird ein Film geprüft, so liegt das Hauptaugenmerk der Prüfer auf dem Aspekt der Gewaltdarstellungen 2*). Wichtig ist dabei jedoch der Aspekt, dass sich die Prüfer nicht an einzelnen Szenen mit Gewaltinhalten im Film orientieren, sondern den ganzen Film betrachten. Es wird also nicht sondiert und gefiltert das Gesehene beurteilt, sondern immer im Kontext der Rahmenhandlung. Wichtig ist dabei auch die Musik und Dramaturgie. Spielt sie doch eine entscheidende Rolle bei der Einordnung des Ganzen.
Dadurch kann es passieren, dass Filme partiell sehr starke Gewaltszenen enthalten, diese jedoch keine nachhaltige Wirkung zeigen. So bekommen Filme wie „Pans Labyrinth“ oder „Hot Fuzz“ eine FSK 16 Freigabe trotz der Tatsache, dass sie sehr starke Gewalt, die auch deutlich und detailliert gezeigt wird, enthalten.
Wichtig ist, dass die „Darstellung von Gewalt glaubhaft in eine Handlung eingebunden ist, die die Darstellung von Gewalt problematisiert und den Zuschauer letztlich gegen diese Gewalt einnimmt.“54. Durch diese Praxis ist es für Außenstehende teilweise extrem schwierig einzelne Entscheidungen der FSK nachzuvollziehen und führte in der Vergangenheit schon zu heftigen Diskussionen.
Fragwürdig ist aber trotzdem, wenn die Gewalt nicht an einzelnen Szenen und Aspekten festgemacht wird, wieso einige Filme dann Schnittauflagen bekommen, um eine gewünschte Freigabe zu erhalten.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Bedeutung des Kinos als Leitmedium ein und beleuchtet die Relevanz des Jugendschutzes im Kontext des Kinobesuchs bei Kindern und Jugendlichen.
2. Das Jugendmedienschutzgesetz und die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK): Es werden die gesetzlichen Grundlagen des Jugendschutzes sowie die Entstehung und Struktur der FSK als Kontrollorgan erläutert.
2.1. Medien und der Schutz der Jugend: Dieses Kapitel behandelt die historische Genese des deutschen Jugendschutzgesetzes seit 1949 und dessen medienbezogene Auswirkungen.
2.2. Beurteilungskriterien der FSK: Hier werden die Prüfmethoden, die institutionelle Historie und die grundlegenden Kriterien dargelegt, nach denen Filme auf ihre Jugendgefährdung hin untersucht werden.
2.2.1. Die Anfänge der FSK: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung der Filmzensur und -prüfung von der „Landesstelle für Filmzensur“ 1912 bis zur Gründung der FSK nach dem Zweiten Weltkrieg.
2.2.2. Grundlagen, Aufgaben und Grundsätze der FSK: Hier wird der organisatorische Aufbau der FSK als GmbH und die praktische Durchführung der Erstprüfung durch die Grundsatzkommission beschrieben.
2.2.3. Altersfreigaben der FSK: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Altersstufen der FSK-Freigaben und die pädagogischen sowie rechtlichen Beweggründe hinter der Einteilung.
2.2.4. Die „PG-Regelung“ und die schwierige Altersstufe der 6- bis 12-jährigen.: Eine Analyse der 2003 eingeführten Regelung, die es 6-Jährigen in Begleitung Erwachsener erlaubt, Filme mit „FSK 12“-Freigabe zu sehen.
2.2.5. Die verschiedenen Gremien der FSK: Darstellung der instanzellen Struktur der FSK, von der Erstprüfung durch den Arbeitsausschuss bis hin zur Revisionsinstanz.
2.2.6. Gewaltdarstellung im Kino und ihre Beurteilung: Eine vertiefte Betrachtung, wie die FSK Gewalt im Gesamtkontext bewertet und wann diese als entwicklungsbeeinträchtigend eingestuft wird.
2.3. Kritische Betrachtung der Prüfkriterien der FSK: Dieses Kapitel reflektiert die Problematik subjektiver Entscheidungen und die Herausforderung durch stetig neue filmische Narrative.
2.3.1. Harry Potter - neuer Gesprächsstoff über die FSK: Eine Fallstudie zur gesellschaftlichen Debatte über Okkultismus-Vorwürfe und die filmische Märchenhaftigkeit bei den Harry-Potter-Verfilmungen.
2.3.2. Umstrittene Entscheidungen der FSK: Analyse ausgewählter Beispiele, wie „Jurassic Park“ oder „Die letzten Glühwürmchen“, bei denen FSK-Urteile auf öffentliche Kritik stießen.
2.3.3. Die FSK im Wandel der Zeit: Darstellung, wie sich die FSK von einer teilweise zensierenden Behörde hin zu einer auf Jugendschutz fokussierten Institution gewandelt hat.
3. Schlusswort: Das Fazit fasst zusammen, dass kein eindeutiger Beweis für eine systematische Bevorzugung der Filmwirtschaft existiert, betont jedoch die Abhängigkeit durch Prüfgebühren.
Freiwillige Selbstkontrolle, FSK, Jugendschutz, Filmwirtschaft, Altersfreigabe, Kinobesuch, Zensur, Jugendmedienschutzgesetz, Blockbuster, Filmbewertung, Schnittauflagen, PG-Regelung, Medienkompetenz, Gewaltdarstellung, Jugendschutzgesetz
Die Arbeit analysiert die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) und untersucht deren Handlungsweise im Spannungsfeld zwischen gesetzlichem Jugendschutz und den ökonomischen Interessen der Filmproduzenten und Verleiher.
Die Schwerpunkte liegen auf der internen Struktur der FSK, der historischen Entwicklung von Prüfverfahren, der Rolle der Altersfreigaben sowie einer kritischen Auseinandersetzung mit kontroversen Film-Entscheidungen.
Ziel ist es zu klären, ob ein faktisches Abhängigkeitsverhältnis zwischen der Filmindustrie und der FSK besteht, insbesondere im Hinblick auf potenzielle Beeinflussungen von Urteilen zugunsten höherer Kinobesucherzahlen.
Es handelt sich um eine analytische Aufarbeitung des Themas, die auf Fachliteratur, dem Jugendschutzgesetz, internen Richtlinien der FSK, Zeitungsberichten und empirischen Daten zur Kino- und DVD-Marktentwicklung basiert.
Im Hauptteil werden unter anderem die verschiedenen Prüfgremien, die Kriterien für Gewaltdarstellungen sowie die Besonderheiten der "PG-Regelung" für 6- bis 12-Jährige detailliert beleuchtet.
Die zentralen Begriffe sind FSK, Jugendschutz, Filmwirtschaft, Altersfreigabe, Kino-Umsätze, Medienkompetenz und Schnittauflagen.
Die PG-Regelung wird intensiv diskutiert, da sie die Lücke zwischen der 6- und 12-Jahres-Freigabe schließt, aber gleichzeitig bei Kritikern die Sorge schürt, dass Kinder durch Elternbegleitung mit Inhalten konfrontiert werden, die ihre Entwicklung überfordern könnten.
Der Autor stellt heraus, dass die FSK sich maßgeblich über Prüfgebühren finanziert, was eine finanzielle Interdependenz zwischen den Filmverleihern und der FSK schafft, da die Prüfinstanz auf die Einreichung von Filmen durch die Filmindustrie angewiesen ist.
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