Hausarbeit, 2012
23 Seiten, Note: 1,0
A. Einleitung
B. Äußerungen von Autoren der frühen römischen Kaiserzeit über Literalität von Frauen und ihre Berücksichtigung bei der Erziehung von Mädchen
I. Sallust
II. Quintilian
III. Plinius d. J.
IV. Seneca
V. Martial
VI. Zwischenergebnis
C. Antike Selbstzeugnisse, die Rückschlüsse auf die Literalität zulassen
I. Briefe aus römischen Legionärslagern
1. Vindolanda
2. Vindonissa
II. Aufzeichnungen der Perpetua
III. Briefe ägyptischer Frauen
IV. Nicht-textuale Quellen
1. Münzen und Denkmäler
2. Wachstafeln aus Pompeji
3. Bilder aus Pompeji und Herculaneum
4. Bild der Hermione grammatiké
V. Zwischenergebnis
D. Ergebnisse des derzeitigen Forschungsstands
E. Fazit
Die Arbeit untersucht die Lese- und Schreibfähigkeit von Frauen in der frühen römischen Kaiserzeit, um zu klären, inwieweit weibliche Literalität in dieser Epoche als erstrebenswert galt und wie sich gesellschaftliche Einstellungen auf die Alphabetisierung von Frauen auswirkten.
I. Sallust
Aus dem ersten Jahrhundert vor Christus stammt eine aufschlussreiche Äußerung des römischen Historikers Gaius Sallustius Crispus (ca. 86 – 34 v. Chr.). Auch wenn diese vor dem eigentlichen Untersuchungszeitraum dieser Hausarbeit liegt, lässt sie dennoch hierauf einen Rückschluss zu, da kein Grund für die Annahme vorliegt, dass in den folgenden Jahren in diesem Punkt grundlegende Änderungen oder gar Rückschritte erfolgt wären.
Sallust schreibt über Semprona, die nach seiner Darstellung eine Teilnehmerin an der catilianischen Verschwörung war, dass sie begabt und vom Glück begünstigt gewesen sei, was sich insbesondere daran gezeigt habe, dass sie die Dichtkunst beherrscht habe. Wörtlich heißt es hierzu: Sed in iis erat Sempronia, quae multa saepe virilis audaciae facinora conmiserat. Haec mulier genere atque forma, praeterea viro atque liberis satis fortunata fuit; litteris Graecis et Latinis docta, psallere et saltare elegantius quam necesse est probae, multa alia, quae instrumenta luxuriae sunt. … Verum ingenium eius haud absurdum: posse versus facere, iocum movere, sermone uti vel modesto vel molli vel procaci; prorsus multae facetiae multusque lepos inerat.
Der historische Wahrheitsgehalt dieser Darstellung und die Person der Semprona sind in der Forschung umstritten, im vorliegenden Zusammenhang jedoch nicht erheblich. Von Bedeutung ist vielmehr, dass Sallust bereits im ersten Jahrhundert vor Christus den Umstand, dass Semprona, die er überwiegend negativ beschreibt, nicht nur in der griechischer und lateinischer Literatur bewandert war, sondern es zudem verstand, selbst Verse zu schreiben, ausdrücklich als positive Eigenschaften und Beleg für ihren glückliche Stellung anführt.
A. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob Literalität bei römischen Frauen der Kaiserzeit als erstrebenswert galt und welche Faktoren deren Bildung beeinflussten.
B. Äußerungen von Autoren der frühen römischen Kaiserzeit über Literalität von Frauen und ihre Berücksichtigung bei der Erziehung von Mädchen: Das Kapitel analysiert antike Texte, die durchgehend eine positive Haltung zur weiblichen Bildung in der Oberschicht widerspiegeln.
C. Antike Selbstzeugnisse, die Rückschlüsse auf die Literalität zulassen: Anhand archäologischer Funde wie Briefe und Bilder wird aufgezeigt, dass Frauen in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten über literale Kompetenzen verfügten.
D. Ergebnisse des derzeitigen Forschungsstands: Es wird diskutiert, wie die moderne Forschung, insbesondere durch William H. Harris, das Ausmaß der weiblichen Alphabetisierung bewertet und kritisch hinterfragt.
E. Fazit: Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass weibliche Literalität in der römischen Kaiserzeit, insbesondere in der Oberschicht, weit verbreitet und gesellschaftlich akzeptiert war.
Römische Kaiserzeit, Literalität, Frauenbildung, Antike, Alphabetisierung, Sozialgeschichte, Epigramme, Vindolanda, Schreibtafeln, Schrifterziehung, Römische Oberschicht, Antike Quellen, Bildungsgeschichte, Soziale Stellung, Frauengeschichte
Die Arbeit untersucht die Verbreitung und den Stellenwert der Lese- und Schreibfähigkeit (Literalität) von Frauen in der frühen römischen Kaiserzeit.
Die Themenfelder umfassen die Analyse antiker Literatur, die Auswertung von archäologischen Funden (wie Briefe und Alltagsgegenstände) sowie die Auseinandersetzung mit modernen wissenschaftlichen Thesen zur Alphabetisierung.
Das Ziel ist es, zu klären, ob Literalität bei römischen Frauen als erstrebenswert angesehen wurde und welchen Einfluss die soziale Schicht auf den Zugang zu Bildung hatte.
Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Methode, indem sie zeitgenössische literarische Äußerungen und materielle Zeugnisse analysiert und diese mit dem aktuellen Forschungsstand abgleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse antiker Autoren (Sallust, Quintilian, etc.) und eine Untersuchung antiker Selbstzeugnisse (Briefe, Inschriften, bildliche Darstellungen).
Kernbegriffe sind Römische Kaiserzeit, Literalität, Frauenbildung, Alphabetisierung, soziale Schichtung und antike Sozialgeschichte.
Die Arbeit zeigt, dass Bildung besonders bei Frauen der Oberschicht als selbstverständlich und lobenswert galt, während der Zugang in niedrigeren Schichten schwieriger, aber durch Funde wie in Vindonissa nicht ausgeschlossen war.
Quellen wie Münzinschriften oder Darstellungen von Frauen mit Schreibutensilien auf Wandbildern deuten darauf hin, dass Lese- und Schreibfertigkeiten auch außerhalb der Elite von praktischer Bedeutung waren.
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