Bachelorarbeit, 2011
61 Seiten, Note: 2,00
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1. Einleitung
1.1.Die Vielfalt der Wiener Märkte
1.2.Aufbau der Arbeit
2. Begriffsabgrenzung
2.1.Markt
2.2.Marktamt
2.3.Marktordnung
3. Historische Entwicklung der Wiener Märkte und des Wiener Marktamtes
3.1.Geschichte der Märkte
3.2.Entwicklung der Wiener Marktordnung und des Marktamtes
3.2.1. Der Erste Weltkrieg (1914 – 1918)
3.2.2. Der Zweite Weltkrieg (1938 – 1945)
3.2.3. Nach dem Zweiten Weltkrieg (ab 1945)
3.2.4. Zwischen 1947 und 1980
3.2.5. Wiener Märkte in den 80er und 90er Jahren
4. Aktuelle Situation der Märkte in Wien
4.1.Bestandsaufnahme
4.2.Das Wiener Marktamt heute und seine Aufgabenfelder
4.2.1. Aktueller Fall: Der EHEC-Keim
4.3.Die Rolle der Märkte als Nahversorger
4.4.Aufwertungsmaßnahmen der Stadt Wien
4.4.1. Beispiel Brunnenmarkt
4.4.2. Beispiel Naschmarkt
5. Entwicklungschancen der Wiener Märkte
6. Conclusio
Diese Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung, der aktuellen Situation sowie den Zukunftsperspektiven der Wiener Märkte. Ziel ist es, die Bedeutung der Märkte für das Stadtbild und die Lebensmittelversorgung aufzuzeigen und die Herausforderungen sowie die Rolle des Marktamtes zu analysieren.
3.2.2. Der Zweite Weltkrieg (1938 – 1945)
Während des Zweiten Weltkrieges erfuhr das Wiener Marktamt eine institutionelle Veränderung.
Schon wenige Tage nach dem Anschluss an das Dritte Reich starteten auf den Wiener Märkten antisemitische Eingriffe wie zum Beispiel wüste Beschimpfungen jüdischer MarktstandbetreiberInnen. Auch begannen zum Teil heftige Arisierungen (KELLER 2004: S. 9ff). Es erfolgte auf dem Wiener Marktamt eine totale Umorganisation bei der fast die gesamte Besetzung des Marktamtes ausgetauscht wurde (MA 59: http://www.wien.gv.at/).
Bei den darauffolgenden drastischen Arisierungen wurden ca. 116 MarktfahrerInnen (das entsprach etwa 42,6 % der insgesamt 272 in Wien sesshaften MarktfahrerInnen) die Platzzuweisung und somit die Existenzgrundlage entzogen. Das Marktamt begründete solche Aktionen durch die „[…] Störung der öffentlichen Ordnung […] [durch] nicht-arische Marktfahrer“ (KELLER 2004: S. 22). Weiters erhoffte man sich einen wirtschaftlichen Profit, da nun die arischen MarktfahrerInnen „[…] ungefähr doppelt so oft daran kommen […]“ (ebd. S. 22f). Auch die Markstände wurden durch Entzug der Platzzuweisung arisiert und an arische MarktbetreiberInnen vergeben.
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung der Wiener Märkte als kulturelle und ökonomische Bestandteile der Stadt und Darlegung der Forschungsfragen.
2. Begriffsabgrenzung: Definition zentraler Begriffe wie Markt, Marktamt und Marktordnung zur Schaffung eines fundierten theoretischen Rahmens.
3. Historische Entwicklung der Wiener Märkte und des Wiener Marktamtes: Historischer Abriss über die Entstehung der Märkte seit dem Mittelalter, ihre Funktion in der Stadtentwicklung sowie die institutionelle Geschichte des Marktamtes inklusive der Kriegsjahre.
4. Aktuelle Situation der Märkte in Wien: Analyse der heutigen Marktstruktur, der Aufgabenfelder der MA 59 und detaillierte Untersuchung der Aufwertungsmaßnahmen am Brunnenmarkt und Naschmarkt.
5. Entwicklungschancen der Wiener Märkte: Prognose zur zukünftigen Entwicklung, Analyse der Chancen durch Erlebniseinkauf und Risiken durch touristische Übernutzung.
6. Conclusio: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Beantwortung der zentralen Forschungsfragen.
Wiener Märkte, Marktamt, Nahversorgung, Stadtentwicklung, Brunnenmarkt, Naschmarkt, Marktsanierung, Konsumwandel, Historische Entwicklung, Lebensmittelaufsicht, Urbaner Raum, Tradition, Revitalisierung, Touristifizierung, Marktplatz.
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Wiener Märkte von ihren historischen Ursprüngen bis zur heutigen Situation unter Berücksichtigung ihrer sozioökonomischen Rolle.
Zentrale Themen sind die Geschichte der Märkte und des Marktamtes, die aktuelle Verwaltung der Märkte sowie Strategien zur Aufwertung und Belebung der Standorte.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie sich die Nutzung der Märkte seit dem Mittelalter gewandelt hat und welche Herausforderungen für ihr zukünftiges Bestehen bestehen.
Die Bachelorarbeit basiert primär auf einer umfassenden Literaturrecherche, der Auswertung von Fachartikeln, Zeitungsberichten und Onlinemedien.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die aktuelle Bestandsaufnahme der Wiener Markttypen sowie eine detaillierte Analyse der Aufwertungsprozesse am Beispiel des Brunnenmarktes und des Naschmarktes.
Wichtige Schlagworte sind unter anderem Wiener Märkte, Marktamt, Nahversorgung, Stadterneuerung, Marktsanierung und der Wandel des Konsumverhaltens.
Die Institution wird als essenziell für die Sicherheit, Qualität und Verwaltung der Märkte eingestuft, wobei ihre Bedeutung für das Gemeinwohl oft unterschätzt wird.
Die Autorin weist darauf hin, dass Aufwertungsmaßnahmen zwar notwendig sind, aber die Gefahr einer Verdrängung der ursprünglichen Marktbetreiber durch Mietsteigerungen bergen.
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