Masterarbeit, 2012
371 Seiten, Note: "-"
1. Geschichte der Psychiatrie
1.1 Zeit vor Christus
1.2 Die Zeit nach Christus bis ins Mittelalter
1.3 Aufklärung
1.4 Jahrhundertwende
1.5 Nationalsozialismus
1.6 Entwicklungen in der Nachkriegszeit
1.7 Psychiatrie-Reform
2. Menschenwürde und Recht
2.1 Die menschliche Würde und die gesetzlichen Rahmenbedingungen
2.2 Das Betreuungsrecht und die Zusammenhänge für die geschlossene Unterbringung und deren Auswirkungen für die Betroffenen
2.2.1 Bestellung eines gesetzlichen Betreuers
2.2.2 Rechtliche Bestimmungen zur Unterbringung
2.3 Die geschlossene Unterbringung in der Praxis
2.3.1 Rechtliche Einordung in der Praxis
2.3.2 Maßnahmen während der freiheitsentziehenden Unterbringung
2.3.3 Die Aufhebung der Unterbringungsmaßnahme
3. Qualität in geschlossenen Einrichtungen nach SGB XII
3.1 Der Qualitätsbegriff in der Sozialpsychiatrie
3.2 Die Situation der Versorgung mit geschlossenen Heimplätzen in Oberbayern im Vergleich
3.2.1 Situation in Sachsen-Anhalt, Berlin, Hessen und Baden-Württemberg
3.2.2 Die Situation in Oberbayern
4. Methodik
4.1 Auswahl der Methode für das Forschungsfeld
4.2 Zugang zum Untersuchungsfeld und die Rolle der Interviewerin
4.3 Hinführung zur Fragestellung und Erstellung der Thesen
4.4 Erstellung eines Interviewleitfadens
4.5 Vorbereitung der Interviewphase, Kontakte zu den Interviewpartnern und Befragungsphase
5. Ergebnisdarstellung
5.1 Datendarstellung
5.1.1 Angaben der Bewohner
5.1.2 Persönliche Eindrücke von den Einrichtungen
5.2 Auswertung der Interviews
5.2.1 Fragenkomplex 1 - Themenbereich: Angaben zur befragten Zielgruppe
5.2.2 Fragenkomplex 2 - Themenbereich: Wahrung der Würde und rechtliche Bedingungen
5.2.3 Fragenkomplex 3 - Themenbereich: Qualität
5.2.4 Fragenkomplex 4 – Themenbereich: Hilfeangebot und mögliche Alternativen zu geschlossenen Heimen
6. Diskussion
7. Schlussbemerkungen
Das Hauptziel dieser Masterarbeit ist die explorative Untersuchung der geschlossenen Heimunterbringung von Menschen mit psychischen Erkrankungen im Raum Oberbayern. Angesichts der UN-Behindertenrechtskonvention und des gesellschaftlichen Wandels wird der Frage nachgegangen, ob eine solche Unterbringung in der heutigen Zeit noch ein zeitgemäßes und notwendiges Angebot der Sozialpsychiatrie darstellt, wobei insbesondere die Qualität der Versorgung und die Wahrung der Menschenwürde im Fokus stehen.
1. Geschichte der Psychiatrie
„Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.“ (Richard Freiherr von Weizsäcker)
Wenn wir die Entwicklungen der heutigen Psychiatrie verstehen wollen und uns mit der Frage auseinandersetzen, ob geschlossene Unterbringung heute noch notwendig und zeitgemäß ist, müssen wir uns mit der Geschichte der Psychiatrie auseinandersetzen.
Die Psychiatrie hat sich als eigene Disziplin innerhalb der Medizin in der Geschichte permanent gewandelt. Dies erfolgte im Kontext der Sichtweise der Gesellschaft des jeweiligen politischen, zeitgeschichtlichen Geschehens. Eine Auseinandersetzung mit der Geschichte der Psychiatrie, in der sich die Haltung und Einstellung gegenüber Menschen mit psychischer Erkrankung ständig verändert haben, lässt uns besser verstehen, warum sich die Psychiatrie bis heute so entwickelt hat, und aus welchen Gründen wir uns den verschiedensten streitbaren und diskussionswürdigen Fragestellungen stellen müssen.
Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Psychiatrie macht deutlich, wie unterschiedlich die Wahrnehmung und Bewertung der historischen Entwicklung ausfällt. Bei der Beschreibung und Darstellung der Geschichte spielt die subjektive Haltung der Autoren eine bedeutende Rolle. Teilweise sind die Ausführungen derselben historischen Abläufe sehr widersprüchlich. Eine Ursache dafür kann sein, dass sich bei der Darstellung der Psychiatriegeschichte mehrere Wissenschaften – Medizin, Soziologie, Politikwissenschaft, Sozialgeschichte – miteinander verbinden müssen, die die Phänomene aus der Vergangenheit aus ihrer Sichtweise im Kontext der jeweiligen Zeit beschreiben.
Geschichte der Psychiatrie: Dieses Kapitel erläutert den historischen Wandel der psychiatrischen Disziplin, geprägt durch gesellschaftliche Einstellungen und zeitgenössische Konzepte von Geisteskrankheit.
Menschenwürde und Recht: Dieser Abschnitt analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Auswirkungen der UN-Behindertenrechtskonvention auf die Praxis der geschlossenen Unterbringung unter besonderer Berücksichtigung der Menschenwürde.
Qualität in geschlossenen Einrichtungen nach SGB XII: Hier werden Qualitätsbegriffe in der Sozialpsychiatrie definiert und die Versorgungssituation in Oberbayern im Vergleich zu anderen Bundesländern betrachtet.
Methodik: Das Kapitel beschreibt den qualitativen Forschungsansatz, die Zielgruppen der Untersuchung sowie den Zugang zum Feld und die Rolle der Interviewerin.
Ergebnisdarstellung: Dieser Teil präsentiert die empirischen Daten aus den Experteninterviews mit Einrichtungen und Bewohnern, gegliedert nach verschiedenen Themenkomplexen.
Diskussion: Hier werden die Ergebnisse kritisch reflektiert und in den Kontext der eingangs formulierten Thesen und der aktuellen sozialpsychiatrischen Diskussion eingeordnet.
Schlussbemerkungen: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und betont den dringenden Handlungsbedarf zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen.
Sozialpsychiatrie, Geschlossene Unterbringung, Menschenwürde, Betreuungsrecht, UN-Behindertenrechtskonvention, Psychiatrie-Reform, Qualitätsmanagement, stationäre Versorgung, Psychiatriegeschichte, Empowerment, Recovery, stationäre Einrichtungen, Bewohnerangaben, Versorgungsangebote, explorative Studie.
Die Arbeit untersucht kritisch, ob die geschlossene Unterbringung von psychisch kranken Menschen in Oberbayern unter den aktuellen gesellschaftlichen und rechtlichen Bedingungen noch zeitgemäß ist.
Die Arbeit deckt historische Hintergründe, rechtliche Grundlagen (Betreuungsrecht, UN-Behindertenrechtskonvention), Qualitätsfragen nach SGB XII sowie die empirische Auswertung von Interviews mit Fachleuten und Betroffenen ab.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit geschlossene Einrichtungen in Oberbayern den heutigen Anforderungen an Qualität, Selbstbestimmung und Achtung der menschlichen Würde gerecht werden.
Die Arbeit nutzt eine qualitative Methodik, bestehend aus leitfadengestützten, narrativen Experteninterviews mit Einrichtungsleitern sowie Befragungen von betroffenen Bewohnern.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, eine rechtliche Prüfung sowie die empirische Datenerhebung, welche die Sichtweisen von Bewohnern und professionellen Akteuren gegenüberstellt.
Sozialpsychiatrie, geschlossene Unterbringung, Menschenwürde, UN-Behindertenrechtskonvention und Qualitätssicherung sind die zentralen Begriffe.
Die befragten Profis betrachten die geschlossene Unterbringung derzeit weitgehend als notwendiges Instrument, betonen jedoch die Notwendigkeit einer hohen Fachkraftquote und einer individuellen, personenzentrierten Ausgestaltung.
Die Konvention dient als normativer Maßstab, um die Autonomie und Menschenwürde der Betroffenen zu stärken und fordert eine Abkehr von paternalistischen Fürsorgemodellen hin zu mehr Selbstbestimmung.
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