Bachelorarbeit, 2010
64 Seiten, Note: 1,7
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1. Einleitung
1.1. Reproduktion urbaner Individualität
1.2. Vorgehensweise
2. Städtische und ökonomische Globalisierungsprozesse
2.1. Globalisierung
2.1.1. Der Enttraditionalisierungs-Faktor: Multiple Lebensstile und Zweitwohnungstendenzen
2.1.2. Der Gentrifizierungs-Faktor: Recycling urbaner Architektur
2.1.2.1. Luxussanierungen in der Metropole Berlin
2.1.2.2. „Die Krieger von Kreuzberg“ – Identitätsbildende Beispielcharaktere
3. Identitätsbildung im urbanen Raum
3.1. Wie Identitäten gebildet werden
3.2. Die Ebenen der individuellen Identitätsbildung
3.2.1. Der Habitus in der individuellen Identitätsbildung
3.2.2. Der Wohnraum – Lebst du noch oder wohnst Du schon?
3.2.2.1. Die Verortung des Individuums im Wohnraum
3.2.2.2. Einrichtungsgegenstände im Wohnraum und was sie über das Individuum aussagen
3.2.2.3. Die Erweiterung des Wohnraumes durch den Lebensraum
3.2.2.4. Gefühle beeinflussen die Raumwahrnehmung
3.2.3. Konsum – Zeig mir was Du kaufst und ich sag Dir wer Du bist
3.3. Identitätskonflikte des Individuums
3.3.1.1. Die Chamäleonidentität
3.3.1.2. Identitätskonflikte im urbanen Raum
3.3.1.3. Ein Geflecht multipler Identitäten
3.4. Einflüsse individueller Identitäten auf die Bildung der Stadtstruktur
4. Fazit
5. Ausblick – Wie die Aufdeckung von möglichen Stadtentwicklungstendenzen zur Unterstützung ökonomischer und ökologischer Stadtplanung beitragen kann
Diese Bachelorarbeit untersucht aus kulturwissenschaftlicher Perspektive, wie das Individuum in der modernen Metropole seine Identität konstruiert und reproduziert. Dabei steht insbesondere die Wechselwirkung zwischen dem städtischen Raum, privater Lebensraumgestaltung und globalen ökonomischen sowie städtischen Globalisierungsprozessen im Fokus der Analyse.
3.2.2.2 Einrichtungsgegenstände im Wohnraum und was sie über das Individuum aussagen
Globalisierungsprozesse haben durch, zum Beispiel, soziale Differenzierung und die Vervielfältigung der zur Verfügung stehenden Materialien, im Sinne des Einrichtens einer Wohnung, das Wohnen insofern beeinflusst, dass das Wohnen durch sie bestimmt wurde. Jeder Mensch kann seinen Wohnraum auf individuelle Weise einrichten und gestalten. Zum Schlafen benötigt der Mensch gerne eine Unterlage. Das Material und den Wert der Unterlage wählt das Individuum selbst aus. Im beispielhaften Carloft wird man eher ein individuell angefertigtes Bettgestell, aus astlosem Mahagoniholz, mit einer Latexmatratze, im Gesamtwert von mehreren Tausend Euro finden. In der 28 Quadratmeter Erdgeschosswohnung dagegen liegt eher eine herkömmliche Federkernmatratze, aus zweiter Hand, auf dem Fußboden oder in einem Hochbett, unter welchem, aus Platzmangel, die Wäsche zum trocknen aufgestellt wird (vgl. DIE ZEIT 1).
Die Wahl einer weißen oder dunklen Tapete im eigenen Wohnzimmer ist Folge einer bewussten oder unbewussten Handlung. Bewusst ist die Handlung, wenn der Akteur damit eine bestimmte Aussage treffen möchte und mit ihr zum Aktanten verschmilzt. Die Farbe weiß ist konnotiert mit Sauberkeit, Klugheit und Wissenschaft. Der Akteur möchte wahrscheinlich ausdrücken, dass er einem wohlhabenden Milieu angehört. Eine dunkle oder vergilbte Tapete drückt eher Funktionalität und Unzufriedenheit aus. Da, wie bereits erwähnt, ein Mitglied der Mittelklasse stets danach strebt, der wohlhabenden Schicht anzugehören, ist es, solange es sich noch der Mittelklasse angehörig fühlt, unzufrieden. Hier wird die Handlung und Wahl der Tapetenfarbe, vermutlich, eher unbewusst sein. Oder aber, selbst bei einem Wunsch nach einer neuen weißen Tapete bleibt die entscheidende Instanz, die Möglichkeiten des finanziellen Rahmens.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Identitätskonstruktion und Darlegung des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. Städtische und ökonomische Globalisierungsprozesse: Analyse globaler Einflüsse wie Enttraditionalisierung und Gentrifizierung auf das urbane Leben und die Identitätsbildung.
3. Identitätsbildung im urbanen Raum: Untersuchung der Mechanismen der Identitätsbildung unter Berücksichtigung von Habitus, Wohnraumgestaltung und Konsumverhalten.
4. Fazit: Zusammenführung der theoretischen Untersuchungsergebnisse zur Identitätskonstruktion in der modernen Metropole.
5. Ausblick – Wie die Aufdeckung von möglichen Stadtentwicklungstendenzen zur Unterstützung ökonomischer und ökologischer Stadtplanung beitragen kann: Ableitung konkreter Anregungen für eine zukunftsorientierte und sozialverträgliche Stadtplanung.
Urbane Individualität, Identitätskonstruktion, Globalisierung, Gentrifizierung, Habitus, Wohnraum, Konsum, Metropole, Selbstinszenierung, Identitätskonflikte, Stadtplanung, Kulturwissenschaft, Raumwahrnehmung, Soziale Milieus, Reflexive Moderne.
Die Arbeit analysiert, wie moderne Individuen in Großstädten ihre Identität vor dem Hintergrund globaler Prozesse und städtischer Strukturen konstruieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der Soziologie des Wohnens, dem Einfluss des Konsums auf die Identität und den sozioökonomischen Auswirkungen der Globalisierung auf den städtischen Lebensraum.
Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen der individuellen Identitätsbildung und der räumlichen Gestaltung in modernen Metropolen aufzudecken, um daraus Impulse für eine praxisorientierte Stadtplanung zu gewinnen.
Es handelt sich um eine theoretische, kulturwissenschaftliche Untersuchung, die verschiedene soziologische Modelle (u.a. von Bourdieu, Keupp und Löw) auf städtische Phänomene anwendet.
Im Hauptteil werden Konzepte wie der Habitus, die Bedeutung des Wohnraums („Höhle“) und die Rolle des Konsums als Ausdrucksmittel von Identität detailliert diskutiert.
Wichtige Begriffe sind Urbane Individualität, Identitätskonstruktion, Gentrifizierung, Habitus, Stadtplanung und Metropole.
Sie dienen als exemplarisches Kontrastbeispiel für exklusives Wohnen im Vergleich zu alternativen Wohnformen, um die Divergenz innerhalb städtischer Gesellschaftsstrukturen aufzuzeigen.
Der Wohnraum fungiert als "erweiterter Körper" und Rückzugsort; die Gestaltung (z.B. Einrichtung) wird genutzt, um soziale Zugehörigkeit und individuelle Persönlichkeit zu kommunizieren.
Es ermöglicht dem Individuum, sich in der komplexen, schnelllebigen Metropole flexibel zwischen verschiedenen Rollen und Identitätsbausteinen zu bewegen.
Durch das Verständnis der Identitätsbedürfnisse der Bewohner können Stadtplaner Räume schaffen, die Teilhabe fördern, Kreativität ermöglichen und die lokale Identität stärken.
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