Fachbuch, 2012
145 Seiten
I. Einleitung
II. Gaston Leroux und die Quellen
III. Fritz Lang und die Quellen
IV. Gustave Le Rouge
V. Fazit
VI. Bibliographie
Die vorliegende Untersuchung analysiert intertextuelle Verbindungen und Quellenfragen im Werk dreier Schriftsteller und Drehbuchautoren zwischen 1912 und 1921. Dabei liegt der Fokus auf der Identifikation von inhaltlichen Abhängigkeiten und der Einordnung dieser Werke in den zeitgenössischen literarischen Kontext sowie der Aufdeckung versteckter Bezüge zu historischen Vorlagen.
I. Einleitung
Das Ziel der vorliegenden Untersuchung ist, möglichen – bisher nicht erkannten oder beachteten – Zusammenhängen, inhaltlichen Abhängigkeiten bzw. deren Hintergründen (d.h. nicht ausreichend erforschten intertextuellen Verbindungen) sowie Quellenfragen im Werk dreier Schriftsteller, Journalisten oder Drehbuchautoren zwischen 1912 und 1921 nachzugehen. Dabei sollen neue Mosaiksteinchen einen bescheidenen Beitrag zur Toposforschung leisten. In der vorliegenden Studie werden ferner einige wenige sehr versteckte – mögliche – Bezüge zu einem in ganz Europa überaus erfolgreichen Roman Marmontels aus dem Jahre 1777 (Les Incas, ou la destruction de l`empire du Pérou) ans Licht treten.
Gleich zu Beginn einige Sätze von Dieter Wuckel: ,,Die allmähliche Durchsetzung der allgemeinen Volksbildung gehörte zu den bedeutendsten Errungenschaften der bürgerlichen Emanzipationsbewegung. Die gesetzlichen Regelungen erfolgten z.T. schon im 18. Jahrhundert (…), es dauerte aber noch viele Jahrzehnte, bis regelmäßiger Schulbesuch aller Kinder Realität werden konnte. (…) Wichtige Impulse für die Überwindung solcher Schwierigkeiten gaben die Arbeiterbildungsvereine und die sich formierenden sozialdemokratischen Parteien. Diese progressive Entwicklung brachte dem Buchmarkt völlig neue Leserschichten (…). Vor diesem Hintergrund ist die explosionsartige Erweiterung des Buch– und Zeitschriftenmarktes im 19. Jahrhundert zu sehen. (…) Literatur wurde so in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Massenbedürfnis und zur Massenware. (…) Diese Entwicklung führte zu einem Abfall der ästhetischen Anforderungen (…) und zu einem erheblichen Qualitätsverlust in weiten Bereichen der Literatur. (…) In dieser den Marktbedingungen völlig unterworfenen Massenliteratur entwickelten sich (…) Formen der wissenschaftlich–phantastischen Literatur, die bis heute das Gros der Werke in den westlichen Ländern prägen (…). Neben den Fortsetzungsromanen in Zeitungen und Zeitschriften (…) wurde in einigen europäischen Ländern vor allem der Kolportageroman zum erprobten Mittel trivialer Massenbefriedigung, umfangreiche Werke, die in Einzellieferungen vertrieben wurden“ (Wuckel, S. 92–3).
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Forschungsziele bezüglich der intertextuellen Zusammenhänge und Quellen im Werk der untersuchten Autoren.
Gaston Leroux und die Quellen: Hier wird das Werk von Gaston Leroux analysiert, insbesondere seine Abhängigkeit von historischen und ethnographischen Informationsquellen.
Fritz Lang und die Quellen: Dieses Kapitel widmet sich der Arbeitsweise von Fritz Lang und den Einflüssen auf seine frühen Abenteuerfilme.
Gustave Le Rouge: Untersucht wird der Sonderfall von Le Rouges Romanen, die auf Basis von Stummfilmen entstanden sind.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beleuchtet das Fortleben literarischer Topoi.
Bibliographie: Dieses Kapitel enthält ein detailliertes Verzeichnis der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.
Abenteuerliteratur, Populärkultur, Intertextualität, Kolonialismus, Inka, Gaston Leroux, Fritz Lang, Gustave Le Rouge, Trivialroman, Lost Race, Exotismus, Filmgeschichte, Stummfilm, Quellenforschung, Zeitgeist.
Die Arbeit untersucht intertextuelle Bezüge und die Verwendung von Quellen in den Werken von Gaston Leroux, Fritz Lang und Gustave Le Rouge zwischen 1912 und 1921.
Zentrale Themen sind die Verwertung populärer Stoffe, koloniale Mythen, das Genre des Abenteuerromans und die Wechselwirkung zwischen Literatur und frühem Film.
Das Ziel ist es, bisher unbeachtete inhaltliche Abhängigkeiten und die Herkunft literarischer Motive in den untersuchten populären Werken aufzudecken.
Es handelt sich um eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, die Quellenrecherchen und eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Forschungsstand beinhaltet.
Der Hauptteil analysiert die spezifischen Werke der drei Autoren sowie deren Abhängigkeit von Sachliteratur, Reisereportagen und dem kolonialen Zeitgeist.
Keywords wie Abenteuerliteratur, Intertextualität, Kolonialismus, Inka-Mythos und die Verbindung von Film und Roman stehen im Fokus.
Der Autor weist wiederholt auf historische und geographische Ungereimtheiten hin, die oft auf Zeitdruck oder einer bewussten Fiktionalisierung basieren.
Sie dient als beliebtes Motiv der Abenteuerliteratur, um Sehnsüchte nach Geheimnissen und Exotik zu bedienen und koloniale Machtverhältnisse zu verhandeln.
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