Fachbuch, 2012
171 Seiten
Prolog
Einleitung
Inter arma silent leges – rex est populus
Transzendentaler Tausch
Die öffentliche Gerechtigkeit und die kantische Annäherung
Rechtliche Grenzen der Gehorsamspflicht
Genesis und rechtliche Konsequenzen der Ungleichheit
Prinzipien des politischen Rechts – populus est rex
Ein Recht zur Revolution?
Rechtsphilosophisches Fazit
Völkerrechtliche Folgerungen
Epilog
Schluss und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht rechtsphilosophisch die Staatstheorien von Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau, mit dem Ziel, die Parallelen und Gegensätze ihrer jeweiligen Kontraktualismen sowie deren Auswirkungen auf Begriffe wie Souveränität, Gerechtigkeit und Widerstandsrecht herauszuarbeiten.
Inter arma silent leges – rex est populus
Wenn wir an das egoistische Interesse des Menschen denken, beobachten wir bei Hobbes in Bezug auf die Sitten und Gebräuche einen Relativismus oder gar Skeptizismus über die moralischen Ansichten der Menschen. „Was […] das Objekt des Triebes oder des Verlangens eines Menschen ist: Dieses Objekt nennt er für seinen Teil gut, das Objekt seines Hasses und seiner Abneigung böse […]. Denn die Wörter gut, böse […] werden immer in Beziehung zu der Person gebraucht, die sie benützt, denn es gibt nichts, das schlechthin und an sich so ist. Es gibt auch keine allgemeine Regel für Gut und Böse“52.
Wir sehen, dass das „Gute“ und das „Angenehme“ bzw. das „Schlechte“ und das „Unangenehme“ bei ihm identisch sind53, dabei „ist […] das Begehren der Menschen verschieden, gemäß ihren verschiedenen Anlagen, Gewohnheiten, Ansichten; man kann das an den durch die Sinne wahrgenommenen Dingen bemerken, z. B. beim Schmecken, Fühlen und Riechen. Aber viel mehr gilt dies für Dinge, die sich auf das Handeln im täglichen Leben beziehen, wo der eine das lobt, d. h. gut nennt, was der andere tadelt, d. h. schlecht nennt; ja derselbe Mensch lobt sehr oft das, was er zu anderer Zeit tadelt. Aus solchem Verfahren muss Uneinigkeit und Streit entstehen.“54
Prolog: Der Prolog führt thematisch durch Zitate Kafkas in die rechtsphilosophische Problematik von Gesetz und Menschenwürde ein.
Einleitung: Die Einleitung kontrastiert den klassischen Aristotelismus mit den neuzeitlichen Staatstheorien von Machiavelli und Hobbes.
Inter arma silent leges – rex est populus: Dieses Kapitel erörtert Hobbes' Relativismus in Bezug auf moralische Werte und die daraus resultierende Notwendigkeit staatlicher Ordnung.
Transzendentaler Tausch: Der Fokus liegt auf dem „transzendentalen Tausch“ als Grundlage für die Legitimation staatlicher Macht.
Die öffentliche Gerechtigkeit und die kantische Annäherung: Es wird analysiert, inwiefern Kants Geschichtsphilosophie als normative Brücke in der Vertragstheorie dienen kann.
Rechtliche Grenzen der Gehorsamspflicht: Hier werden die Bedingungen für ein Widerstandsrecht der Bürger innerhalb der hobbesschen Staatslehre diskutiert.
Genesis und rechtliche Konsequenzen der Ungleichheit: Rousseau wird als Kontrast zu Hobbes präsentiert, wobei der Fokus auf dem Ursprung der Ungleichheit durch Eigentum liegt.
Prinzipien des politischen Rechts – populus est rex: Das Kapitel behandelt Rousseaus Modell der legitimen Vergesellschaftung durch den Gemeinwillen.
Ein Recht zur Revolution?: Untersucht werden die spezifischen Bedingungen unter Rousseau, die ein Recht zur Revolution begründen könnten.
Rechtsphilosophisches Fazit: Eine Zusammenführung der drei Bestandteile der Rechtsidee nach Radbruch im Kontext der behandelten Staatstheorien.
Völkerrechtliche Folgerungen: Die Anwendung der Vertragstheorien auf die zwischenstaatliche Ebene und die Problematik internationaler Friedensordnungen.
Epilog: Eine abschließende Reflexion über die totalitären Züge in der Auslegung der Staatstheorien von Hobbes und Rousseau.
Schluss und Ausblick: Der Autor resümiert seine persönliche Motivation und gibt einen Ausblick auf potenzielle weiterführende Analysen.
Staatstheorie, Gesellschaftsvertrag, Souveränität, Hobbes, Rousseau, Naturzustand, Widerstandsrecht, Politische Philosophie, Rechtsphilosophie, Gerechtigkeit, Leviathan, Gemeinwille, Kriegszustand, Menschenrechte, Totalitarismus.
Die Arbeit untersucht die rechtsphilosophischen Grundlagen der Staatstheorien von Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau, insbesondere ihre jeweiligen Ansätze zum Gesellschaftsvertrag.
Zu den zentralen Themen gehören die Begründung politischer Herrschaft, der Begriff der Souveränität, die Rolle des Naturzustands und die Frage nach der Legitimität von Widerstand.
Das Ziel ist es, die strukturellen Unterschiede in den Kontraktualismen von Hobbes und Rousseau aufzuzeigen und deren Konsequenzen für die moderne staatliche Ordnung und Rechtsphilosophie zu analysieren.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, wobei zentrale Texte der politischen Philosophie gezielt exzerpiert und in Bezug auf ihre rechtsphilosophische Tragweite ausgewertet werden.
Der Hauptteil beleuchtet die Genesis des Staates bei Hobbes und Rousseau, vergleicht den hobbesschen Leviathan mit dem rousseauschen Gemeinwillen und analysiert die Frage des Widerstandsrechts gegen staatliche Macht.
Staatstheorie, Souveränität, Gesellschaftsvertrag, Hobbes, Rousseau, Widerstandsrecht und Gerechtigkeit sind die prägenden Begriffe.
Die persönliche Erfahrung des Autors mit Totalitarismen im 20. Jahrhundert dient als motivierender Hintergrund für die kritische Auseinandersetzung mit der Machtbefugnis staatlicher Souveräne.
Während Hobbes das Widerstandsrecht primär an die Selbsterhaltung des Individuums knüpft, begründet Rousseau ein weitergehendes Recht des Volkes, falls die Regierung den Gemeinwillen missachtet.
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