Diplomarbeit, 2011
148 Seiten, Note: 1,5
1) Einleitung
2) Das deutsche Gesundheitswesen
2.1 Grundprinzipien des deutschen Gesundheitssystems
2.2 Struktur des deutschen Gesundheitswesens
2.3 Probleme und Herausforderungen des deutschen Gesundheitssystems
2.3.1 Gesellschaftliche und epidemiologische Entwicklungen
2.3.2 Strukturelle Probleme und institutioneller Wandel des Gesundheitswesens
2.4 Neue gesundheitspolitische Rahmenbedingungen
2.4.1 Das GKV-WSG: Auswirkungen des Gesundheitsfonds und des Morbi-RSA
2.4.2 Auswirkungen des GKV-WSG auf die Integrierte Versorgung
2.4.3 Das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG)
2.4.4 Urteil des Bundessozialgericht vom 06.02.2008 zum Barmer Hausarztvertrag
3) Grundlagen der Integrierten Versorgung
3.1 Managed Care: Die Anfänge der Integrierten Versorgung in den USA
3.2 Die Entstehungsgeschichte der Integrierten Versorgung in Deutschland
3.3 Betriebswirtschaftliche und Institutionenökonomische Aspekte
3.3.1 Informationsökonomik und Informationsasymmetrien
3.3.2 Neue Institutionenökonomie
3.3.3 Principal-Agent-Theorie
3.3.4 Transaktionskostentheorie
3.3.5 Übertragungen auf das Gesundheitswesen
3.4 Theoretische und morphologische Probleme bei der Umsetzung neuer Versorgungsformen
4) Die Integrierte Versorgung in Deutschland
4.1 Relevante Gesetzesgrundlagen innovativer Versorgungsformen
4.2 Definition der Integrierten Versorgung
4.3 Ziele der Integrierten Versorgung nach § 140 SGB V
4.4 Ausgestaltungsformen der Integrierten Versorgung nach § 140a-d SGB V
4.4.1 Indikationsbezogene Versorgungsansätze
4.4.2 Indikationsübergreifende Versorgungsansätze/ Vollversorgung
4.5 Anreiztheorien und Vergütung der Integrierten Versorgung
4.6 Die Entwicklung der Vertragszahlen der Integrierten Versorgung
4.7 Die Anschubfinanzierung und deren Verwendung
4.8 Analyse bestehender indikationsübergreifender Versorgungsverträge
4.8.1 Das Gesunde Kinzigtal
4.8.2 Das Projekt Prosper der Bundesknappschaft
4.8.3 Das Modell Herdecke Plus
4.8.4 Zukünftige Projekte
5) Der Status Quo der Integrierten Versorgung im Jahr 2010/11
5.1 Die Integrierte Versorgung seit 2009
5.2 Prüfung der Hypothesen
5.2.1 Hypothese 1
5.2.2 Hypothese 2
6) Die Zukunft der Integrierten Versorgung: Quo vadis?
6.1 Erwartungen an zukünftige Ausgestaltungsformen der Integrierten Versorgung
6.1.1 Die Zukunft aus Sicht der Kostenträger
6.1.2 Die Zukunft aus Sicht der Leistungserbringer
6.1.3 Symbiose der beiden Sichtweisen und Anreizstrukturen
6.1.4 Die Zukunft der (regionalen) Vollversorgung
6.1.5 Die Rolle der Krankenhäuser
6.1.6 Weitere Entwicklungen
6.2 Aspekte zukünftiger Finanzierungsformen der Integrierten Versorgung
7) Zusammenfassung und Fazit
Die Diplomarbeit untersucht die jüngsten Entwicklungen der Integrierten Versorgung in Deutschland nach dem Auslaufen der gesetzlichen Anschubfinanzierung zum 31.12.2008. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der Auswirkungen dieses Finanzierungswegfalls auf die Vertrags- und Versorgungslandschaft sowie der Überprüfung von Hypothesen zu den Erfolgsfaktoren verbleibender Versorgungsmodelle.
1) Einleitung
Geprägt von einem sich wandelnden Krankheitspanorama (weg von klassischen Infektionskrankheiten hin zu vermehrt chronisch geprägten, lebensbegleitenden und damit kostenintensiven Krankheitsbildern), systemisch bedingten Finanzierungsproblematiken und fortschreitenden technologischen Entwicklungen erfährt das deutsche Gesundheitswesen seit geraumer Zeit einen Paradigmenwechsel der besonderen Art. Tradierte, lange Zeit vorherrschende Versorgungsstrukturen weichen neuen, innovativen Ansätzen mit dem Ziel, die Kommunikation, die Zusammenarbeit der Sektoren und damit die Patientenversorgung bei möglichst geringeren Kosten zu optimieren.
Initiiert wird der Wechsel von einer neuen Generation von Akteuren, welche die Chancen einer wettbewerblichen Ausrichtung für das Gesundheitswesen erkannt haben und es auf eben dieses anwenden wollen. Getragen wird er jedoch von noch immer amtierenden Standesvertretern, alt eingesessenen, undynamischen Institutionen, die mit der neuen Rolle im „Gesundheitsmarkt“ zunächst völlig überfordert sind. In Mitten dieses Wandels der Institutionen und Betriebsformen wächst eine neue Art der Versorgung, die alles vereinen soll: Die Integrierte Versorgung. Sie soll die Werte des Traditionalismus aufgreifen und sie umwandeln in eine neue Art der „Integrierten Gesundheitsversorgung“, deren Ziel es ist, die alte Versorgungslandschaft an die veränderte Gesundheitslandschaft anzupassen.
1) Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Paradigmenwechsel im deutschen Gesundheitswesen hin zu innovativen Versorgungsformen wie der Integrierten Versorgung und definiert das Ziel der Arbeit, die Entwicklungen nach dem Auslaufen der Anschubfinanzierung zu untersuchen.
2) Das deutsche Gesundheitswesen: Dieses Kapitel beschreibt die Grundprinzipien und die strukturelle Trennung des Systems sowie die Herausforderungen durch den demografischen Wandel und das GKV-WSG.
3) Grundlagen der Integrierten Versorgung: Es wird das theoretische Fundament durch die Betrachtung des US-amerikanischen Managed Care Systems sowie institutionenökonomische Ansätze (Principal-Agent-Theorie) gelegt.
4) Die Integrierte Versorgung in Deutschland: Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit Gesetzesgrundlagen, der Entwicklung der Vertragszahlen, der Anschubfinanzierung und der Analyse beispielhafter Vollversorgungsverträge.
5) Der Status Quo der Integrierten Versorgung im Jahr 2010/11: Das Kapitel analysiert die Phase der Konsolidierung und die Auswirkungen des Wegfalls der Anschubfinanzierung auf die Vertragsaktivitäten der Kassen.
6) Die Zukunft der Integrierten Versorgung: Quo vadis?: Es werden Erwartungen an zukünftige Ausgestaltungsformen sowie potenzielle Finanzierungsmodelle und die strategische Rolle der Akteure diskutiert.
7) Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Diskussion der Ergebnisse und einem Ausblick auf die notwendigen strukturellen Anpassungen zur langfristigen Sicherung des Wettbewerbs im Gesundheitswesen.
Integrierte Versorgung, Gesundheitsökonomie, GKV-WSG, Anschubfinanzierung, Managed Care, Principal-Agent-Theorie, Vollversorgung, Versorgungsmanagement, Gesundheitsfonds, Selektivverträge, Patientenzufriedenheit, Krankenkassen, Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz, Gesundheitswesen, Wettbewerb.
Die Arbeit analysiert den Transformationsprozess des deutschen Gesundheitswesens hin zu kooperativen Versorgungsformen, mit besonderem Fokus auf die Integrierte Versorgung nach dem Ende der gesetzlichen Anschubfinanzierung.
Die Untersuchung umfasst die ökonomischen Anreizstrukturen, die gesetzlichen Rahmenbedingungen (insbesondere GKV-WSG), die historische Entwicklung der Integrierten Versorgung und die Analyse praktischer Vollversorgungsprojekte.
Das Ziel ist die Erforschung der jüngsten Entwicklungen der Integrierten Versorgung in Deutschland, unter Berücksichtigung des Auslaufens der Anschubfinanzierung zum Jahresende 2008, sowie die Ableitung zukünftiger Entwicklungsperspektiven.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Fundierung durch institutionenökonomische Theorien (Principal-Agent-Theorie, Transaktionskostentheorie) sowie eine empirische Auswertung von Statistiken der Gemeinsamen Registrierungsstelle und vorliegender Evaluationsberichte.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der deutschen Gesundheitsstrukturen, die theoretische Herleitung der Integrierten Versorgung, die empirische Analyse von Vertragszahlen und Praxisbeispielen sowie die Diskussion zukünftiger Finanzierungsmodelle.
Wesentliche Begriffe sind Integrierte Versorgung, Vollversorgung, GKV-WSG, Managed Care, Selektivverträge, Principal-Agent-Theorie und Anschubfinanzierung.
Das Urteil führte zu einer restriktiveren Auslegung der Integrierten Versorgung, da das Gericht entschied, dass der Vertrag keine Versorgungsleistungen der Regelversorgung ersetzen dürfe, was zur Rückforderung von Anschubgeldern führte.
Es gilt als "Leuchtturmprojekt" und Vorreiter für eine regionale Vollversorgung aus einer Hand, das durch Einsparcontracting und eine starke Patientenorientierung überzeugt.
Sie agieren als Vermittler und betriebswirtschaftliche Begleiter, die den administrativen Aufwand für Leistungserbringer reduzieren und deren Markt- sowie Verhandlungsmacht stärken können.
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