Masterarbeit, 2011
98 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Gang der Arbeit
1.3. Sozialpsychologische Instrumente
2. Netzwerkorganisationen
2.1. Interorganisationales Netzwerk - eine Definition
2.2. Die institutionelle Einordnung zwischen Hierarchie und Markt
2.2.1. Die hierarchische Koordinationsform
2.2.2. Die marktliche Koordinationsform
2.2.3. Die hybride Koordinationsform
2.3. Merkmale netzwerkförmiger Interaktionsbeziehungen
2.3.1. Komplex-reziproke Beziehungen
2.3.2. Vertrauen
2.3.3. Selbstverpflichtung und Kooperation
2.3.4. Verlässlichkeit und Loyalität
2.3.5. Polyzentrische Machtstrukturen
2.3.6. Management von Spannungsverhältnissen
2.4. Fazit
3. Führung
3.1. Führung versus Management
3.2. Entwicklungen in der Führungsforschung
3.2.1. Eigenschaftstheoretische Ansätze
3.2.2. Führungsstile und Verhalten
3.2.3. Situative Führungsansätze
3.2.4. New Leadership Approach
3.3. Der Weg zu einer Definition personaler Führung
3.4. Der Transformationale Führungsansatz
3.4.1. Transformationale Führung
3.4.2. Transaktionale Führung
3.5. Fazit
4. Interpersonale Führung in Netzwerken
4.1. Anwendung der Definition personaler Führung auf den Netzwerkkontext
4.2. Relevanz transformationaler Führung in Netzwerkorganisationen
4.3. Merkmale netzwerkförmiger Interaktionsbeziehung im Blick der Führung
4.3.1. Reziprozität
4.3.2. Vertrauen
4.3.3. Selbstverpflichtung
4.3.4. Polyzentrische Machtverteilung
4.3.5. Spannungsverhältnisse
4.4. Fazit
5. Die Bedeutung personaler Führung in Netzwerkorganisationen
5.1. Welchen Stellenwert hat personale Führung überhaupt in Netzwerkorganisationen?
5.2. Was bedeutet der hybride Charakter der Netzwerkorganisation für personale Führung?
6. Schlussbetrachtung
6.1. Zusammenfassung
6.2. Ausblick
Die Arbeit untersucht das Konstrukt der Führung in interorganisationalen Netzwerken aus einer interpersonalen Perspektive. Ziel ist es, das Forschungsdefizit zu schließen, was personale Führung in diesem spezifischen Kontext bedeutet und welche Wirkungen sie entfalten kann, wobei insbesondere der hybride Charakter von Netzwerkorganisationen beleuchtet wird.
1.1. Problemstellung
„In fact, a firm's network can be thought of as a creating inimitable and non-substitutable value (and constraint!) as an inimitable resource by itself, and as a means to access inimitable resource and capabilities.“ Ob einem allgemeinen Netzwerk-Trend folgend oder zur Steigerung der eigenen Wettbewerbsposition, interorganisationale Netzwerke sind in der heutigen Wirtschaftslandschaft keine Seltenheit mehr. Zunehmender Wettbewerbsdruck, Globalisierung, immer kürzere Produktlebenszyklen, steigende Unsicherheit der Märkte, Bewältigung von Komplexität, Spezialisierung auf Kernkompetenzen und der stete Wandel der Umweltbedingungen sind nur einige der Gründe zur Gestaltung von Unternehmenskooperationen. Diesbezüglich wird Netzwerken in der Forschungsliteratur attestiert, dass sie besonders geeignet seien, um Verbesserungen im Preis und in der Kostenstruktur zu erzielen oder Vorteil an Zeit, Qualität oder Innovation zu generieren. Anhand all der Heroisierung dieser Organisationsform in der Literatur lässt sich sicherlich sagen, dass Netzwerke eine Koordinationsform mit Zukunft sind, sie aber als die Form der Zukunft hinzustellen, ginge dann doch ein wenig weit.
Allerdings bringen Netzwerke auch neue Herausforderungen mit sich. Kooperationen von Unternehmen lassen beispielsweise Organisationsgrenzen verblassen, existieren weitestgehend losgelöst von hierarchischen Elementen und können mit einem zunehmenden Grad an Multinationalität auf kulturelle Konflikte stoßen. Das hat auch Einfluss auf die personale Führung. Schwindende Über- und Unterordnungsstrukturen führen dazu, dass klassische Vorstellungen des Vorgesetztenverhältnisses in Netzwerke nicht greifen. Dieser veränderte Kontext wirkt sich in nicht unerheblichem Maß auf die Führung aus und stellt neue Anforderungen an Führende und Geführte. Dementsprechend ist es gar zu verwunderlich zu beobachten, dass die Wissenschaft im Bereich von Führung in Netzwerken nur wenige Forschungstendenzen aufweist.
1. Einleitung: Die Einleitung legt das Forschungsproblem dar, definiert die Forschungsfragen und erläutert den Gang der Arbeit sowie die herangezogenen sozialpsychologischen Instrumente.
2. Netzwerkorganisationen: Dieses Kapitel definiert Netzwerke als interorganisationale Kooperationen, ordnet sie zwischen Markt und Hierarchie ein und analysiert konstitutive Merkmale wie Vertrauen und komplexe Beziehungen.
3. Führung: Das Kapitel differenziert Führung von Management, zeichnet die historische Entwicklung der Führungsforschung nach und stellt den transformationalen Führungsansatz als theoretische Grundlage vor.
4. Interpersonale Führung in Netzwerken: Hier werden die Erkenntnisse der vorangegangenen Kapitel zusammengeführt, um personale Führung auf den speziellen Netzwerkkontext anzuwenden und deren Einfluss auf Netzwerkmerkmale zu interpretieren.
5. Die Bedeutung personaler Führung in Netzwerkorganisationen: In diesem Kapitel werden die zentralen Forschungsfragen anhand der gewonnenen Erkenntnisse beantwortet und in Form von vier Hypothesen expliziert.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf den weiteren Forschungsbedarf sowie methodische Grenzen der Literaturanalyse.
Personale Führung, Netzwerkorganisationen, interorganisationales Netzwerk, transformationale Führung, transaktionale Führung, Vertrauen, Reziprozität, Commitment, Kooperation, Spannungsverhältnisse, Netzwerkkontext, Interaktionsbeziehungen, Führungstheorie, Organisationsform, Machtstrukturen.
Die Arbeit analysiert das Konstrukt der personalen Führung in interorganisationalen Netzwerken aus einer verhaltenswissenschaftlichen Perspektive und untersucht deren Rolle in diesem speziellen, hybriden Organisationsumfeld.
Die Arbeit verknüpft die Netzwerkforschung mit der Führungsforschung. Schwerpunkte sind dabei die Charakteristika von Netzwerkorganisationen, Theorien personaler Führung sowie die Interaktion dieser beiden Felder.
Das primäre Ziel ist es, zu verstehen, welchen Stellenwert personale Führung in Netzwerken hat und wie der hybride Charakter dieser Organisationsform die Anforderungen an Führende und Geführte beeinflusst.
Der Autor führt eine Literaturanalyse durch, um auf der Basis einschlägiger wissenschaftlicher Diskussionen Erkenntnisse und Hypothesen zum Thema Führung in Netzwerken abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Netzwerken und Führung sowie deren Zusammenführung in einer interpersonalen Analyse, wobei insbesondere transformationale Führung auf Netzwerkmerkmale wie Vertrauen und Machtstrukturen angewendet wird.
Zentrale Begriffe sind Personale Führung, Netzwerkorganisationen, Interorganisationales Netzwerk, Transformationale Führung sowie die sozialpsychologischen Mechanismen Reziprozität und Commitment.
Der Autor wählt diesen Ansatz, da er eine hohe Erklärungskraft für unsichere oder mehrdeutige Situationen besitzt, die gerade für Netzwerkorganisationen ohne feste formale Strukturen charakteristisch sind.
Da es in Netzwerken keine formalen Machtpyramiden gibt, verschiebt sich der Fokus von positionsbezogener Macht hin zu informellen Machtquellen wie dem Zugang zu Ressourcen oder der eigenen Reputation, was die Rolle der Führung als Interaktionsprozess stärkt.
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