Bachelorarbeit, 2012
50 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Inhaltliche Zusammenfassung
3 Hintergrundinformationen
3.1 Indigene im mexikanischen Film – ein kurzer Überblick
3.2 Kampf ums Land
3.3 Identität
4 Filmanalyse
4.1 Bestimmung des Genre
4.2 Handlungs- und Erzählanalyse
4.2.1 Szenen und Sequenzen
4.2.2 Einführung in die Handlung
4.2.3 Handlungsphasen
4.2.4 Perspektiven und Darbietungen des Erzählens
4.2.5 Zeitgestaltung
4.3 Figurenanalyse
4.3.1 Figurenkonstellationen
4.3.2 Der Großvater Don Plutarco Hidalgo
4.3.3 Der Vater Genaro Hidalgo
4.3.4 Der Sohn Lucio Genaro
4.3.5 Der Capitán
4.3.6 Der Patrón
4.4 Analyse der Bauformen
4.4.1 Zusammenfassung des Einstellungsprotokolls
4.4.2 Bildinhalt und Inhalt in Bildern
4.4.3 Kamera und Einstellungen
4.4.4 Montage und Schnitt
4.4.5 Der Ton
4.4.5.1 Geräusche
4.4.5.2 Musik
4.4.6 Farbe
4.5 Analyse der Normen und Werte oder indigene Symbolik
4.5.1 Mythen
4.5.2 Mais
4.5.3 Esel
4.5.4 Violine
4.5.5 Corrido
4.5.6 Natur
4.5.7 Sprache
5 Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Repräsentation indigener Völker in dem mexikanischen Film El Violín. Ziel ist es, mittels einer fundierten Filmanalyse aufzuzeigen, wie indigene Charaktere dargestellt werden, welche Rolle Symbole spielen und welche Eindrücke bei den Zuschauern hinterlassen werden.
4.5.1 Mythen
Wie so oft in der Wissenschaft, ist es auch in Bezug auf den Terminus Mythos nicht einfach eine Definition zu finden. Mythen sind vielschichtig und vieldeutig, was wiederum eine Vielfalt an theoretischen Perspektiven mit sich bringt. Die einzige minimale Übereinstimmung verschiedener Definitionen liegt laut Hartmut Zinser (1992) in der Zuordnung von Mythen als Texte oder Erzählungen, die als Prosa oder Epos vorliegen. Diese minimale Gemeinsamkeit erlaubt aber keine Abgrenzungen von anderen Gruppen und ist daher als Instrument der Kategorisierung nicht von Nutzen. Außerdem werden „visuelle und performative Ausdrucksformen mythischer Inhalte nicht berücksichtigt“ (Mader 2008:13). Durch die Dichotomie Mythos und Logos, die bereits in der Antike konstruiert wurde, wurde der Mythos, als Gegensatz zum Logos, dem vernünftigen Diskurs, der Wirklichkeit und der Wahrheit, als unwahr und „zusammen gefabelt“ angesehen. In diesem Zusammenhang wird die Dichotomie Mythos und Logos „als historische Abfolge von Denkmodellen verstanden“ (Mader 2008:14), in denen in den alten Zeiten mythisch oder falsch und in der Gegenwart logisch oder richtig gedacht wurde. Auch das Christentum nahm diese Ansätze teilweise auf und klassifizierte diverse religiöse Konzepte, die nicht den Lehren des Christentums entsprachen, als Mythen und in weiterer Folge als altes, falsches, heidnisches Denken oder als Aberglaube. Obwohl viele Wissenschaftler, die sich mit Mythen und Mythenforschung beschäftig(t)en diese Ansätze widerlegen und neue Wege einschlagen, prägen diese Vorstellungen noch heute unser Alltagsverständnis.
In weiterer Folge führte die Beurteilung der unterschiedlichen Formen von Wissen zu „Abwertung kultureller Gefüge in diversen Machtkonstellationen, etwa im Rahmen von Kolonialismus und Orientalismus. Dabei wird aus europäischer Perspektive dem Westen (den Herrschenden) meist der Logos, den Anderen (den Beherrschten) hingegen der Mythos zugeordnet“ (Mader 2008:14). Aber in allen Kulturen gibt es verschiedene Erkenntniswege und Ausdrucksformen von Wissen, die sowohl mit dem Mythos als auch dem Logos im Zusammenhang stehen und daher nicht mehr oder weniger als rational oder irrational bezeichnet werden können.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Thema der Arbeit vor, das sich mit der Darstellung indigener Völker in El Violín befasst, und erläutert die methodische Vorgehensweise anhand verschiedener Analysekategorien.
2 Inhaltliche Zusammenfassung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Handlung des Films, die Charaktere und die zentralen Konflikte zwischen den indigenen Bewohnern und dem Militär.
3 Hintergrundinformationen: Hier werden allgemeine Kontexte beleuchtet, darunter die Geschichte der indigenen Darstellung im mexikanischen Film, die Landrechtsbewegungen und das Konzept der Identität.
4 Filmanalyse: Dies ist der Hauptteil der Arbeit, der systematisch die Genrebestimmung, die Handlung, die Figuren, die filmischen Bauformen (Kamera, Montage, Ton) sowie die indigenen Symbole im Film analysiert.
5 Schlusswort: Das Schlusswort fasst die zentralen Erkenntnisse der Filmanalyse zusammen und betont die Bedeutung der Grauzonen und Symbolik für eine differenzierte Wahrnehmung der im Film thematisierten Konflikte.
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Die Arbeit befasst sich mit der filmischen Repräsentation indigener Völker am Beispiel des mexikanischen Films El Violín von Francisco Vargas Quevedo.
Zentral sind die Darstellung indigener Gemeinschaften, die Auswirkungen von Unterdrückung, die Rolle von Identität sowie die Analyse filmischer Stilmittel und Symbole.
Das Ziel ist es, durch eine detaillierte Filmanalyse zu ergründen, wie indigene Charaktere im Film präsentiert werden und welche Wirkung dies auf den Zuschauer hat.
Die Arbeit stützt sich auf ein medienwissenschaftliches Grundmodell zur Filmanalyse, welches unter anderem die Handlungsanalyse, Figurenanalyse, Analyse der Bauformen sowie die Analyse der Normen und Werte umfasst.
Im Hauptteil erfolgt eine systematische Zerlegung des Films in die Bereiche Handlungs- und Erzählanalyse, eine eingehende Figurenanalyse der Protagonisten sowie eine Untersuchung der filmischen Gestaltungsmittel wie Kameraeinstellungen, Montage, Ton und Farbe.
Zu den prägenden Begriffen zählen neben dem Filmtitel selbst Konzepte wie Repräsentation, Identitätspolitik, indigene Symbolik, Dokumentarstil, Schwarzweiß-Ästhetik und Widerstandsbewegung.
Die Violine dient sowohl als Einnahmequelle der Familie als auch als wichtiges identitätsstiftendes Symbol, das eine Brücke zwischen dem Protagonisten Don Plutarco und dem Capitán schlägt.
Die Schwarzweiß-Ästhetik unterstreicht den dokumentarischen Charakter des Films und dient dazu, eine klare Schwarz-Weiß-Malerei (Gut vs. Böse) zu vermeiden, um stattdessen die komplexen Grauzonen im Konflikt hervorzuheben.
Obwohl die Geschichte für die Protagonisten in einer Katastrophe endet, zeigt der Film den jungen Lucio als Hoffnungsträger, was signalisiert, dass der Widerstand der Indigenen andauern wird.
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