Bachelorarbeit, 2011
89 Seiten, Note: 2,5
1 Horror im Allgemeinen
1.1 Die Entwicklung in drei Epochen
1.2 Monster, Menschen und ihre Ängste
1.3 Horror als Spiegel
2 Amerika in den 70ern
2.1 Wirtschaftspolitik
2.2 Gewalt in den Medien
2.3 Soziokulturelle und -politische Strömungen
2.3.1 Rolle der Familie
2.3.2 Civil Rights und die neue Gewalt
2.3.3 Feminismus und Gay Liberation
2.3.4 Krisenmanagement
Exkurs: Slasher- oder Splatterfilm?
3 Amerika heute
3.1 Wirtschaftspolitik
3.2 Soziokulturelle und -politische Strömungen
3.2.1 Civil Rights und der PATRIOT-Act
3.2.2 Feminismus und Homosexualität
3.2.3 Krisenmanagement
3.2.4 Demokratie als Exportartikel
3.3 Gewalt in den Medien
4 Bildsprache
4.1 Auswirkungen auf die Realität?
4.2 Gründe
4.3 Das Kino der Sensationen
5 Fazit
Diese Arbeit untersucht die politische und soziokulturelle Bedeutung des Horrorfilms in zwei spezifischen Zeiträumen: dem Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre sowie der Gegenwart nach der Jahrtausendwende und 9/11. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie diese Filme als Reflexion gesellschaftlicher Krisen, politischer Strömungen und medialer Veränderungen fungieren, wobei ein besonderer Fokus auf der expliziten Gewaltdarstellung in Splatterfilmen und sogenannten "Torture Porns" liegt.
1.2 Monster, Menschen und ihre Ängste
Zielpublikum, Kulissen, Mordwaffen - viele Dinge im Horrorfilm verändern sich nur sehr langsam, über mehrere Generationen hinweg oder bleiben gar stets gleich. Das Monster hingegen unterliegt, als eines der wenigen Elemente im Horrorfilm, einem steten Wandel. In den Zeiten des klassischen Horrorfilms waren es noch Monster aus der Literatur der Romantik und Gotik, die stets etwas Übersinnlich-Unmenschliches, in all ihrem „Bösen“, jedoch auch immer etwas Tragisches, nichts 'sinnlos' Böses hatten, wie Seeßen schreibt. Die Taten seien dabei stets „Inschriften in die Welt, die gelesen werden müssen, um das [...] Monster [...] aus der Welt zu bannen“. Diese Bannung ist dabei im modernen Horrorfilm meist unmöglich geworden, im postmodernen nur von temporärem Erfolg gekrönt. So gelingt es beispielsweise weder Michael Myers (aus Halloween (R: John Carpenter, 1978)), noch Freddy Krueger (aus A Nightmare on Elm Street) dauerhaft Einhalt zu gebieten, was zum einen einen Sequel nach dem anderen zur Folge hat, zum anderen aber auch eines ausdrückt: „[D]er wahre, übernatürliche Horror ist unbesiegbar und lässt demzufolge kein (Happy-)End zu.“
Seit dem modernen Horrorfilm hat sich das Monster jedoch von seinen gotischen Wurzeln getrennt und hat dabei mehr und mehr eine Entwicklung in Richtung Mensch, der bisher nur Protagonist war, getan. Diese Schwerdung ermöglichte zudem einen Perspektivwechsel in Richtung des eigentlichen Täters, des früheren Antagonisten, dessen Unmenschlichkeit von da an lediglich noch in seinen Taten Ausdruck findet. Dieser Blickwinkel ermöglicht nicht mehr nur Ängste der Menschen, der „Guten“ werden gezeigt, sondern auch die Andersartigen, der Monster, für die normalen Menschen und ihre Reaktionen auf es selbst ähnlich verstörend sind, wie seine Erscheinung und sein Handeln für die anderen.
1 Horror im Allgemeinen: Einführung in die historische Entwicklung des Horrorfilms in drei Epochen und die sich wandelnde Natur der Darstellung von Monstern und menschlichen Ängsten.
2 Amerika in den 70ern: Untersuchung der sozioökonomischen und politischen Rahmenbedingungen der 70er Jahre in den USA sowie deren Reflexion in Horrorfilmen jener Zeit.
3 Amerika heute: Analyse der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation unter George W. Bush und deren Spiegelung im zeitgenössischen Horrorfilm.
4 Bildsprache: Untersuchung der expliziten Gewaltästhetik, ihrer Ursachen und der Frage, wie diese Filme die Wahrnehmung von Realität und Fiktion beeinflussen.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der These, dass der Horrorfilm als Medium zur kritischen Reflexion realer gesellschaftlicher und politischer Missstände dient.
Horrorfilm, Amerika, 70er Jahre, Postmoderne, Splatterfilm, Torture Porn, Gesellschaftskritik, Gewalt in den Medien, PATRIOT-Act, Spiegeltheorie, Filmästhetik, Krisenmanagement, Genderrollen, Politische Strömungen, Identifikation
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen dem amerikanischen Horrorfilm und den soziokulturellen sowie politischen Gegebenheiten in den USA während der 70er Jahre und der Zeit nach der Jahrtausendwende.
Zentrale Themen sind der Einfluss von Wirtschaftskrisen, politischer Führung, medialer Gewaltdarstellung sowie die sich wandelnden Rollenbilder und Ängste in der amerikanischen Gesellschaft.
Die Arbeit analysiert, inwiefern der Horrorfilm als Spiegel seiner Entstehungszeit fungiert und ob die explizite Bildsprache moderner Subgenres wie "Torture Porn" eine bewusste Reflexion realer gesellschaftlicher Missstände darstellt.
Es wurde eine filmwissenschaftliche und kulturanalytische Vorgehensweise gewählt, die Filmstudien mit einer soziologischen sowie politikwissenschaftlichen Kontextualisierung verbindet.
Der Hauptteil analysiert spezifische Horrorfilme (wie z.B. Texas Chain Saw, Saw, The Devil’s Rejects) und stellt diese in direkten Bezug zu zeitgenössischen Ereignissen wie dem Vietnamkrieg, dem PATRIOT-Act, den Skandalen in Abu Ghraib und dem "War on Terror".
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Horrorfilm, Gesellschaftskritik, Splatterfilm, Postmoderne, Machtstrukturen und mediale Gewaltästhetik definiert.
Das moderne Monster hat sich von gotischen Übernatürlichkeiten entfernt und nähert sich der menschlichen Figur an, was einen Täter-Perspektivwechsel ermöglicht und die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen lässt.
Das Subgenre wird nicht nur als reine Gewaltdarstellung gesehen, sondern als Antwort auf eine Gesellschaft, die durch reale Folterbilder (wie aus Abu Ghraib) und eine entfremdete, kapitalistische Ordnung geprägt ist.
Der Autor argumentiert, dass Horrorfilme versuchen, die expliziten und oft verstörenden Bilder realer Kriegsschauplätze und politischer Skandale zu übertreffen oder diese als Grundlage für eine radikale Gesellschaftskritik zu nutzen.
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