Masterarbeit, 2012
105 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Literaturübersicht
3 Wahlkampf
3.1 Zieldimensionen des Wahlkampfs
3.2 Wahlkampf aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive
4 Bundestagswahlkampf 2009
4.1 Ausgangslage und Wahlergebnis
4.2 Wahlkampf
5 Vorüberlegungen zur Wirkungsweise des Wahlkampfs
5.1 Selektive Wahrnehmung
5.2 Poltisches Interesse und Politisches Wissen
5.3 Direkte Parteikontakte im Wahlkampf
6 Medien im Wahlkampf
7 Theoretische Modelle zum Wahlverhalten
7.1 Mikrosoziologisches Erklärungsmodell
7.2 Sozialpsychologisches Erklärungsmodell
7.2.1 Der Wahlkampf im sozialpsychologischen Ansatz
7.3 Rational-Choice-Ansätze
7.3.1 Wahlkampf im Rational-Choice-Ansatz
8 Hypothesen zur Wirkung des Wahlkampfs auf ausgewählte Größen
8.1 Selektive Wahrnehmung
8.2 Kandidatenorientierung
8.3 Sachorientierung
8.4 Bewertung der Regierungsleistung
8.5 Wahlbeteiligung
8.6 Mobilisierung
8.7 Wahlentscheidung
9 Operationalisierung
9.1 Direkte Parteikontakte (Wahlkampfexposition)
9.1.1 Direkte Parteikontakte
9.1.2 Gesamte direkte Parteikontakte
9.2 Medienrezeption im Wahlkampf
9.3 Parteiidentifikation (PI)
9.4 Kandidatenorientierung
9.5 Sachorientierung
9.5.1 Retrospektive Leistungsbewertung
9.5.2 Prospektive Leistungsbewertung als Problemlösungskompetenz
9.6 Wahlbeteiligung
9.7 Realisierte Parteiidentifikation
9.8 Wahlentscheidung
9.9 Politische Aufmerksamkeit
9.10 Weitere Kontrollvariablen
9.10.1 Unterschied in der Regierung
9.10.2 Unterschied in der Politik
9.10.3 Demokratiezufriedenheit
9.10.4 Wahlnorm
9.10.5 Bewertung einer Partei
10 Überprüfung der Hypothesen in Modellen
10.1 Selektive Wahrnehmung von Wahlkampfeinflüssen
10.1.1 Selektive Wahrnehmung direkter Parteikontakte
10.1.2 Selektive Wahrnehmung medialer Berichterstattung
10.2 Kandidatenorientierung
10.3 Sachorientierung
10.4 Retrospektive Leistungsbewertung
10.5 Wahlbeteiligung
10.6 Mobilisierung
10.7 Wahlentscheidung
11 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis der Daten der German Longitudinal Election Study (GLES) den Einfluss von direktem und medial vermitteltem Wahlkampf auf das individuelle Wahlverhalten bei der Bundestagswahl 2009. Ziel ist es, die Wirkungsweise des Wahlkampfs auf Einstellungen und Wahlverhalten zu analysieren und zu klären, ob und inwiefern sich Wahlkampfmaßnahmen für Parteien rentieren.
1 Einleitung
Wahlen sind das konstituierende Element einer Demokratie. Für viele Bürger bilden sie den einzigen regelmäßig praktizierten Eingriff in die politische Ausgestaltung der Gesellschaft. Vor allem in den westlichen Demokratien lässt sich über die vergangenen Jahrzehnte jedoch ein Rückgang der Wahlbeteiligung beobachten, welcher mitunter durch den Begriff der Politikverdrossenheit zu erklären versucht wird. Dieser impliziert eine Abkehr der Wahlberechtigten von der Politik. Hierfür wird im Allgemeinen eine zunehmende Entfremdung von potenzieller Wählerschaft und politischen Eliten als ursächliche Erklärung angeführt, für welche wiederum unterschiedliche Erklärungsfaktoren einen Beitrag leisten. Hierzu zählen die von vielen Wählern empfundene Konturlosigkeit und mangelnde Abgrenzbarkeit der politischen Parteien hinsichtlich ihrer Inhalte.
Zu den Kritikpunkten gehört unter anderem auch oftmals die besondere Aufmerksamkeit, welche die Parteien dem Volk nur während des Wahlkampfs entgegenzubringen scheinen. Mitunter wird die Institution des Wahlkampfes als Ganzes in ihrer Sinnhaftigkeit hinterfragt. Dies geschieht nicht zuletzt vor dem Hintergrund der finanziellen Aufwendungen, die von den Parteien im Vorfeld einer Wahl getätigt werden. Es wird die Frage gestellt, inwiefern dieser Aufwand gerechtfertigt ist. Heben sich die Wahlkampfanstrengungen der im politischen Wettbewerb stehenden Parteien nicht gegenseitig auf? In Anbetracht der theoretischen Überlegung, dass um eine begrenzte Anzahl von Wählerstimmen konkurriert wird, also faktisch nur um die Verteilung von Anteilen an der Gesamtzahl der zu vergebenen Wählerstimmen, ist diese Frage durchaus berechtigt. Diese Argumentation ist jedoch nur gültig, wenn man die politischen Parteien als ein Kollektiv betrachtet, dessen Mitglieder keiner individuellen Rationalität folgen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Wahlkampfs und dessen Rolle in der modernen Demokratie ein und formuliert die Forschungsfrage der empirischen Untersuchung.
2 Literaturübersicht: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum Thema Wahlkampf und Wahlverhalten.
3 Wahlkampf: Hier werden Definitionen und Ziele des Wahlkampfs sowie die kommunikationswissenschaftliche Perspektive erläutert.
4 Bundestagswahlkampf 2009: Das Kapitel fasst die Ausgangslage, den Verlauf und die Ergebnisse der Bundestagswahl 2009 zusammen.
5 Vorüberlegungen zur Wirkungsweise des Wahlkampfs: Dieses Kapitel beleuchtet theoretische Vorüberlegungen zur selektiven Wahrnehmung und Bedeutung von Wahlkampfkontakten.
6 Medien im Wahlkampf: Es wird die Rolle der Medien und das verfügbare Datenmaterial zu deren Berichterstattung analysiert.
7 Theoretische Modelle zum Wahlverhalten: Darstellung der drei klassischen Theorieschulen (mikrosoziologisch, sozialpsychologisch, Rational-Choice) zur Erklärung des Wahlverhaltens.
8 Hypothesen zur Wirkung des Wahlkampfs auf ausgewählte Größen: Herleitung der konkreten Hypothesen zur Wirkung des Wahlkampfs auf unterschiedliche Einstellungs- und Verhaltensparameter.
9 Operationalisierung: Erläuterung der methodischen Umsetzung der Hypothesen in messbare Variablen.
10 Überprüfung der Hypothesen in Modellen: Darstellung und Diskussion der empirischen Ergebnisse basierend auf den statistischen Regressionsmodellen.
11 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage zur Effektivität des Wahlkampfs unter Berücksichtigung der Ergebnisse.
Wahlkampf, Wahlverhalten, Bundestagswahl 2009, Parteiidentifikation, Kandidatenorientierung, Sachorientierung, Medienberichterstattung, Mobilisierung, Wahlbeteiligung, Rational-Choice, sozialpsychologisches Modell, GLES, politische Aufmerksamkeit, direkte Parteikontakte, Regierungsleistung.
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit von Wahlkämpfen und deren Einfluss auf das individuelle Wahlverhalten der Bürger bei der Bundestagswahl 2009.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Auswirkungen von direkten Parteikontakten und Medienberichterstattung auf verschiedene Kenngrößen wie Wahlbeteiligung, Mobilisierung und Wahlentscheidung.
Die zentrale Frage lautet: „Lohnt sich der Wahlkampf?“ und zielt auf die empirische Messung der Effekte von Wahlkampfbemühungen auf die Entscheidungsfindung der Wähler ab.
Die Arbeit stützt sich auf eine quantitative empirische Analyse unter Verwendung der GLES-Datensätze, insbesondere durch logistische und lineare Regressionsmodelle.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung durch klassische Wahlverhaltensmodelle, die Herleitung von Hypothesen, die Operationalisierung der Variablen und die statistische Überprüfung der Wirkungszusammenhänge.
Wahlkampf, Wahlverhalten, Parteiidentifikation, Kandidatenorientierung, Mobilisierung, GLES und empirische Wirkungsforschung.
Die Arbeit nutzt die Definition von Manfred G. Schmidt und unterscheidet zwischen inhaltlichen, organisatorischen und kommunikativen Gestaltungsdimensionen.
Das Fazit zeigt, dass Wahlkampf insbesondere zur Mobilisierung der Wähler beiträgt und die Informationsgrundlage verbessert, wenngleich direkte kausale Effekte auf das Wahlverhalten aufgrund der komplexen Struktur der Wählerentscheidungen methodisch schwer zu isolieren sind.
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