Bachelorarbeit, 2012
79 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
I. Inhaltliche und methodische Vorüberlegungen
1. Fragestellung
2. Forschungsstand
3. Quellen- und Literaturlage
4. Methodisches Vorgehen
II. Die Entwicklung Afghanistans ab 1978
1. Die sowjetische Zeit
2. Bürgerkrieg
3. Die Taliban
4. Ausländische Intervention
III. Die Entstehung der Nordallianz
1. Gründung und Zusammensetzung
2. Die Jahre 1992-1996
3. Ahmad Shah Massoud
IV. Die Nordallianz und die afghanische Gesellschaft
1. Stammesstrukturen und ethnische Gruppen
2. Von den Khanen zu den Warlords
3. Das natürliche Feindbild
4. Die Rolle des Islam
5. Staatliche Strukturen: Die Loya Djirga
V. Die Nordallianz im Afghanistan-Konflikt seit 1996
1. Positionierung
2. Entwicklung und Unterstützung aus dem Ausland
Schlussbetrachtung
Diese Arbeit analysiert die Entstehung des Widerstandsbündnisses "Nordallianz" während des Afghanistan-Konflikts in den 1990er Jahren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche gesellschaftlichen und machtpolitischen Umstände zum Zusammenschluss der ursprünglich konkurrierenden Gruppierungen führten und inwiefern der Widerstand gegen eine wahrgenommene ausländische Intervention die treibende Kraft hinter dieser Allianz war.
Die Rolle des Islam
Die aktuellen und vergangenen Ereignisse rücken den Islam besonders seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses und der internationalen Politik. In Afghanistan gehört der Islam jedoch nicht zu den Angelegenheiten, bei denen die Politiker eine Entscheidungsbefugnis besitzen. Vielmehr ist er ein „umfassendes Glaubens-, Denk- und Rechtssystem, das alle Fragen des alltäglichen Lebens durchdringt. [...] Afghanische Kultur ist stets auch islamische Kultur.“185 Vielfach führen afghanische Völkerschaften ihren Ursprung auf eine arabische Abstammung und die Nähe zum Propheten Mohammed186 zurück, ungeachtet der Tatsache, dass historische und sprachwissenschaftliche Fakten dem widersprechen.
Die Islamisierung des heutigen Staatsgebietes Afghanistans vollzog sich in den einzelnen Gebieten seit dem 7. bis ins späte 19. Jahrhundert.187 Der Wunsch nach göttlicher Nähe und Segenskraft verschleiert bei dem Glauben an die prophetnahen Gründungslegenden die Tatsache, dass es sich hierbei weniger um nachweisliche Fakten, als vielmehr um Mythen handelt.
In konfessioneller Hinsicht sind in Afghanistan zwei Hauptströmungen auszumachen. Die größte islamische Konfession bilden in Afghanistan die Sunniten, die etwa 80 Prozent der afghanischen Gläubigen ausmachen und auch weltweit die Mehrheit der Muslime bilden. In Afghanistan gehören die meisten Paschtunen, die Tadjiken sowie die Usbeken, Turkmenen, Belutschen, Tschar-Aimak, Paschai, Nuristani, einige Hasara und andere Gruppen der sunnitischen Glaubensrichtung an.
Die Sunniten leiten ihre religiösen Anschauungen und Rechtsnormen aus dem Koran und der Sunna188 ab und untergliedern sich in Anhänger vier verschiedener sunnitischer Rechtsschulen (Hanefiten, Malikiten, Hanbaliten und Schaffiiten).
Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Afghanistan-Konflikts ein und begründet die wissenschaftliche Relevanz der Untersuchung des Nordallianz-Bündnisses.
I. Inhaltliche und methodische Vorüberlegungen: In diesem Kapitel werden die Forschungsfragen präzisiert sowie der aktuelle Forschungsstand und die methodische Herangehensweise, insbesondere die strukturgeschichtliche Einbettung, dargelegt.
II. Die Entwicklung Afghanistans ab 1978: Es wird die historische Chronologie von der sowjetischen Invasion über den darauffolgenden Bürgerkrieg bis zum Aufstieg der Taliban und der ausländischen Intervention analysiert.
III. Die Entstehung der Nordallianz: Dieses Kapitel behandelt die Gründung und Zusammensetzung der "Nationale Islamische Vereinigte Front zur Rettung Afghanistans" sowie die Rolle von Ahmad Shah Massoud.
IV. Die Nordallianz und die afghanische Gesellschaft: Es erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Strukturen Afghanistans, einschließlich ethnischer Gruppen, lokaler Machtverhältnisse (Warlords) und religiöser Einflüsse.
V. Die Nordallianz im Afghanistan-Konflikt seit 1996: Untersuchung der strategischen Positionierung der Nordallianz gegen die Taliban und die Bedeutung internationaler Unterstützungsnetzwerke für das Fortbestehen des Bündnisses.
Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle der Nordallianz als Widerstandsbündnis im Kontext der globalen politischen Entwicklungen.
Nordallianz, Afghanistan, Taliban, Ahmad Shah Massoud, Bürgerkrieg, Mudjaheddin, ethnische Gruppen, Paschtunen, ausländische Intervention, Islam, Warlords, Stammesstrukturen, Geopolitik, Widerstandsbündnis, Islamisches Emirat
Die Arbeit analysiert die Entstehung, Struktur und politische Funktion der Nordallianz im Kontext des afghanischen Bürgerkriegs und des Widerstands gegen die Taliban-Herrschaft.
Die zentralen Themen sind die ethnische Vielfalt Afghanistans, der Einfluss des Islam auf die Gesellschaft, die Rolle ausländischer Mächte in lokalen Konflikten und die Entwicklung politischer Führung unter Kriegsherren.
Das Ziel ist es, die Beweggründe für den Zusammenschluss der Nordallianz zu ergründen und die Rolle des Widerstands gegen ausländische Einflüsse in diesem Prozess zu beleuchten.
Die Arbeit nutzt einen strukturgeschichtlichen Ansatz, der politische und sozialgeschichtliche Aspekte kombiniert, um die Ereignisse in den breiteren gesellschaftlichen Kontext Afghanistans einzuordnen.
Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Entwicklung seit 1978, der Gründung des Bündnisses, der Analyse der beteiligten ethnischen Gruppierungen und der internationalen Unterstützung für die Kontrahenten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Nordallianz, Afghanistan-Konflikt, Taliban, ethnische Rivalitäten und regionale Machthaber definieren.
Er fungierte als militärischer Anführer und charismatische Leitfigur, der es verstand, die disparate Allianz zusammenzuhalten und für eine demokratische Zukunftsvision zu werben.
Durch massive finanzielle und militärische Unterstützung (insbesondere durch Pakistan und Saudi-Arabien) konnten die Taliban ihre Machtbasis schnell ausweiten und sich als dominierende Kraft im Land etablieren.
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