Masterarbeit, 2012
70 Seiten
Einleitung
1 Sylvia Plath und gesellschaftspolitische Kontexte
1.1 Biografisches
1.2 Ideologie und Gesellschaft
1.3 Der Rollenkonflikt als Krisenherd
2 Der Tod im Roman – Die Glasglocke
2.1 Entstehung und Inhalt
2.2 Die Vorzeichen des Todes: Esthers Identitätssuche
2.2.1 Der Feigenbaum
2.2.2 Die Doubles
2.2.3 Doreen
2.2.4 Dodo und Mrs. Willard
2.3 Selbstmord als Möglichkeit
2.3.1 Die Krankheit zum Tode
2.3.2 Der Entschluss
2.3.3 Durchführung und Wiedergeburt
2.3.4 Joan
3 Der Tod als Chiffre – die späte Lyrik
3.1 Sylvia Plath als „Confessional Poet“
3.1.1 Merkmale und Begriffsbestimmung
3.1.2 Die Auflösung des Du
3.2 Ariel und die Gesichter des Todes
3.2.1 Die Wiederbelebung des Du
3.2.2 Identität und Initiation
3.2.3 Wiedergeburt
3.2.4 Reinheit
3.2.5 Der duale Tod
4 Der reale Tod als Ausgangspunkt – die Tagebücher
4.1 Ted Hughes als Herausgeber
4.2 Die Schwierigkeit der Authentizität
4.3 Die Selbstmordthematik als roter Faden
4.3.1 Das Double oder die Distanzierung vom Ich
4.3.2 Liebe
4.3.3 „The air of pressure“
4.4 Briefe nach Hause - ein Deutungsversuch
5 Resümee
Diese Arbeit untersucht die Darstellung von Identitätsverlust, Todessehnsucht und Selbstmordthematik in den fiktionalen, autobiografischen und lyrischen Werken von Sylvia Plath. Ziel ist es, diese Themen werkimmanent zu analysieren und dabei die tendenziöse biografische Lesart zu hinterfragen.
2.2.1 Der Feigenbaum
Um sich ihre eigene Situation vor Augen zu führen, benutzt die Ich-Erzählerin die Metapher des Feigenbaumes, auf dem sie sitzt. Jede Feige stellt eine andere Wahlmöglichkeit dar. Die eine Frucht symbolisiert den Beruf der berühmten Dichterin, die andere, Professorin zu werden, wieder eine andere stellt einen Rudel Liebhaber dar:
„Ich sah mich in der Gabel dieses Feigenbaums sitzen und verhungern, bloß weil ich mich nicht entscheiden konnte, welche Feige ich nehmen sollte. Ich wollte sie alle, aber eine von ihnen nehmen bedeutete, alle anderen verlieren, und während ich dasaß, unfähig, mich zu entscheiden, begannen die Feigen zu schrumpfen und schwarz zu werden und plumpsten eine nach der anderen auf den Boden unter mir.“
Esther sieht sich stets in einer Entweder–Oder-Situation versetzt. Die Freiheit, verschiedene Möglichkeiten zu wählen und diese zu kombinieren, existiert für sie nicht. Wagner-Martin sieht durch den komischen Monolog der Protagonistin ein konstruiertes Dilemma, an dem Esther Gefallen findet. Der Druck ist trotzdem vorhanden, denn die reflektierte, satirische Darstellung entbindet Esther nicht von dem reell vorherrschenden Druck, sich entscheiden zu müssen.
1 Sylvia Plath und gesellschaftspolitische Kontexte: Analyse der biografischen Hintergründe und der gesellschaftlichen Normen der 1950er Jahre, die als Krisenherde für die Existenzkrise der Autorin fungierten.
2 Der Tod im Roman – Die Glasglocke: Untersuchung des Identitätsverlustes und der Todessehnsucht anhand von "Doubles" und der Protagonistin Esther im Roman.
3 Der Tod als Chiffre – die späte Lyrik: Analyse der Ariel-Gedichte, wobei das lyrische Ich und die metaphorische Darstellung des Todes sowie die Rolle des "Du" im Zentrum stehen.
4 Der reale Tod als Ausgangspunkt – die Tagebücher: Auseinandersetzung mit der Authentizität der Tagebucheinträge und der Selbstmordthematik als rotem Faden durch das reale Leben der Autorin.
5 Resümee: Zusammenfassung der Ergebnisse bezüglich der künstlerischen Fiktionalisierung von Identität und Tod in den verschiedenen untersuchten literarischen Genres.
Sylvia Plath, Identitätsverlust, Todessehnsucht, Selbstmordthematik, Die Glasglocke, Confessional Poetry, Ariel, Tagebücher, Rollenkonflikt, Existenzkrise, Fiktion, Doppelstandard, Weibliche Rollenbilder, Literaturwissenschaft, Lyrik.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Thematik des Identitätsverlusts sowie der Todes- und Selbstmordthematik in den Texten von Sylvia Plath unter dem Aspekt ihrer Fiktionalisierung.
Zentral sind der Einfluss gesellschaftspolitischer Kontexte der 1950er Jahre, die Rolle der Frau, die psychologische Identitätskrise und die literarische Verarbeitung dieser Krisen.
Das Ziel ist eine werkimmanente Leseart, die der verbreiteten Tendenz entgegenwirkt, das Werk rein biografisch als authentisches Abbild des Lebens der Autorin zu lesen.
Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Analysen, um die Texte (Roman, Lyrik, Tagebücher) als künstlerische Fiktionen zu deuten, wobei auch gesellschaftspolitische und psychologische Diskurse miteinbezogen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Analysebereiche: den Roman "Die Glasglocke", die späte Lyrik (Gedichtband "Ariel") und die Tagebücher der Autorin.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Identitätskrise, Rollenkonflikt, Confessional Poetry, Selbstmord, gesellschaftliche Konformität und die literarische Funktion des "Doubles" charakterisieren.
Die Autorin der Arbeit setzt sich explizit mit der problematischen Gleichsetzung von Autorin und literarischem Ich auseinander, um den "Plath-Kult", der alles rein biografisch liest, kritisch zu hinterfragen.
Doubles fungieren als weibliche Rollenvorbilder, an denen Esther ihr eigenes Leben misst. Sie dienen dazu, die Unvereinbarkeit gesellschaftlicher Erwartungen mit ihren eigenen Wünschen aufzuzeigen.
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