Seminararbeit, 2011
18 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
I. Was ist eine Trendsportart?
I. 1 Stilisierung
I. 2 Tempo
I. 3 Virtuosität
I. 4 Extremisierung
I. 5 Ordalisierung
I. 6 Sampling
II. Rudern als Trendsportart
II. 1 Öffentlichkeitsprobleme des Ruderns
II. 2 Fakten zum Leistungsport Rudern
II. 3 Werbung im Rudersport
III. Ruderbundesliga
III. 1 Reglement
III. 2 Die Ruderbundesliga als neue Trendsportart?
IV. Fazit
Die Arbeit untersucht die Fragestellung, ob Rudern als Trendsportart klassifiziert werden kann. Dabei wird der klassische Rudersport anhand soziologischer Definitionskriterien für Trendsportarten analysiert, um anschließend zu beurteilen, inwieweit die neu geschaffene Ruderbundesliga dieses Raster erfüllt.
II. 1 Öffentlichkeitsprobleme des Ruderns
Das größte Problem des Ruderns ist mit Sicherheit die fehlende Präsenz und Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Rudern wird oft mit Paddeln gleichgesetzt. Warum diese Wahrnehmungsprobleme bestehen, soll an dieser Stelle kurz beleuchtet werden.
Dabei soll zunächst eine Gegenfrage beantwortet werden: Warum ist Fußball der mediale Übersport? Auch ohne ausführliche Lektüre lässt sich diese Frage auch von einem Laien sofort beantworten. Im Fußball ist der Zuschauer im Stadion und auch vor dem Fernseher sofort eingebunden, weil fast jeder in seinem Leben schon einmal selbst Fußball gespielt hat. Ein Fußballspielfeld hat noch genau die Größe, die sich für einen Menschen überblicken lässt. Im Stadion kann der Zuschauer durch sein Verhalten selbst sogar Einfluss auf das Spiel nehmen. Das Spiel ist einfach zu verstehen. Es könnte sogar das Argument aufgeführt werden, dass im Fußball menschliche Urinstinkte, die in der heutigen Gesellschaft kein Ventil mehr finden, befriedigt werden.
Weiterhin erlebt der Zuschauer große Siege und große Niederlagen hautnah mit. Dies geschieht meist auch im Gruppenkollektiv, egal ob im Stadion oder vor einer Leinwand oder vor einem Bildschirm. Somit bietet der Fußball auch ein großes Moment von Gemeinschaft, der gemeinsamen Projektion, der kollektiven Empfindung. Und schließlich, als wichtigstes Argument: Der Faktor Zufall und Glück spielt beim Fußball eine ungemein größere Rolle als etwa in Ausdauersportarten. 40% aller Tore entstehen durch Glück. Wenn im Ruderachter die USA gegen den Achter aus Südafrika antreten, geht die Wahrscheinlichkeit, dass die Südafrikaner siegen, gegen Null. Im Fußball hingegen gibt es mit großer Regelmäßigkeit immer wieder Überraschungen, wenn scheinbare Außenseiter große Favoriten besiegen, zuletzt geschehen beim 1:0 der Schweiz gegen Spanien bei der Fußballweltmeisterschaft.
Alle diese Umstände bietet Rudern nicht.
Einleitung: Die Arbeit stellt die traditionelle Sportart Rudern in den Kontext der modernen Trendsportentwicklung und führt die Ruderbundesliga als innovatives Format ein.
I. Was ist eine Trendsportart?: Dieses Kapitel definiert Trendsportarten anhand von sechs spezifischen Merkmalen wie Stilisierung, Tempo und Virtuosität.
II. Rudern als Trendsportart: Hier wird der Rudersport detailliert analysiert und seine mangelnde Übereinstimmung mit den Trendsport-Kriterien sowie seine spezifischen Wahrnehmungsprobleme aufgezeigt.
III. Ruderbundesliga: Es wird das Format der Ruderbundesliga mit ihrem Fokus auf Sprintdistanzen und Achter-Rennen als Antwort auf die Attraktivitätsprobleme des Sports vorgestellt.
IV. Fazit: Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass die Ruderbundesliga zwar einen internen Trend darstellt, der Rudersport als Ganzes jedoch keine Trendsportart im soziologischen Sinne ist.
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Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen Einordnung des Rudersports und untersucht, ob dieser als Trendsportart bezeichnet werden kann oder durch neue Formate wie die Ruderbundesliga eine solche werden könnte.
Die zentralen Themen sind die Definition von Trendsportarten, der Vergleich mit dem traditionellen Rudersport sowie die strukturellen und medialen Rahmenbedingungen im Leistungssport.
Die Kernfrage lautet, ob der Rudersport – insbesondere durch das Format der Ruderbundesliga – die Kriterien einer modernen Trendsportart erfüllen kann.
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse anhand soziologischer Merkmalskataloge (u.a. nach Jürgen Schwier und Otmar Weiß), die auf die Gegebenheiten des Rudersports angewendet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des traditionellen Ruderns hinsichtlich seiner Defizite bei Trendsport-Merkmalen und die detaillierte Vorstellung der Ruderbundesliga als Lösungsansatz zur Steigerung der Attraktivität.
Es werden die sechs Merkmale Stilisierung, Tempo, Virtuosität, Extremisierung, Ordalisierung und Sampling verwendet.
Laut der Arbeit fehlt es dem Rudern an Unvorhersehbarkeit durch Glück, einer leicht verständlichen Wettkampfstrecke und einer hohen emotionalen Einbindung des Zuschauers durch eigene Erfahrung.
Die Ruderbundesliga dient als neues Format, das durch kürzere Distanzen und eine stärkere Teambindung den Rudersport populärer machen und neue Zielgruppen ansprechen soll.
Das Fazit verneint dies, da der Kern des Ruderns weiterhin auf traditionellen, teuren Strukturen und einem enormen, langjährigen Trainingsaufwand beruht, der untypisch für Trendsportarten ist.
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