Examensarbeit, 2012
94 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Armut
2.1. Definitionen von Armut
2.1.1. Absolute Armut
2.1.2. Relative Armut
2.1.2.1. Ressourcenansatz
2.1.2.2. Lebenslagenansatz
2.2. Herausforderungen für die Armutsforschung
2.3. Geschichte des Armutsbegriffs
2.3.1. Exklusion
2.3.2. Armutskonzepte im Wandel der Zeit in der BRD
2.3.2.1. Die neue Armut
2.3.2.2. Armut im Sinne der Zwei-Drittel-Gesellschaft
2.3.2.3. Armut im Sinne der Risikogesellschaft
2.3.2.4. Armut als kumulierte Deprivation
2.3.3. Armut im Wandel der Zeit in der BRD
2.4. Fazit
3. Reformpaket: Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt
3.1. Bestandsaufnahme vor den Reformen
3.1.1. Strukturelle Entwicklungen auf der Metaebene
3.1.2. Herausforderungen für das Sozialsystem
3.1.3. Politische Entwicklungen
3.2. Mitwirkende der Gesetze für Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt
3.2.1. Bundesregierung SPD und Bündnis 90/Die Grünen
3.2.2. Kommission für Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt
3.3. Die 13-Innovationsmodule
3.3.1. Strukturelle Elemente der Kommissionsvorschläge
3.3.2. Fördernde Elemente der Kommissionsvorschläge
3.3.3. Fordernde Elemente der Kommissionsvorschläge
3.4. Stufenplan der Reformen für Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt
3.4.1. Erstes Gesetz für Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt
3.4.2. Zweites Gesetz für Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt
3.4.3. Drittes Gesetz für Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt
3.4.4. Viertes Gesetz für Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt
3.5. Fazit
4. Verbindungen zwischen den Reformen für Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt und der Armutsentwicklung
4.1. Vorbedingungen
4.2. Dritter Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung 2008
4.3. Zentrale Armutsentwicklungen seit den Gesetzen für Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt
4.3.1. Atypische Beschäftigungsformen
4.3.1.1. Zeitarbeit
4.3.1.2. Befristete Beschäftigung
4.3.1.3. Teilzeitbeschäftigung
4.3.1.4. Geringfügige Beschäftigung
4.3.2. Niedriglohnsektor als Folge von atypischer Beschäftigung
4.3.3. Subventionierte Erwerbstätigkeit
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Hartz-Reformen auf die Armutsentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland. Dabei wird insbesondere beleuchtet, ob die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die auf eine Aktivierung der Erwerbslosen abzielten, zu einer Linderung oder Verschärfung der Armutsproblematik beigetragen haben.
3.1.1 Strukturelle Entwicklungen auf der Metaebene
Beckert stellt fest, dass der Strukturwandel von der industriellen Produktion zum Dienstleistungsbereich, der auch als Tertiärisierung der Wirtschaft bezeichnet wird, seit mehr als dreißig Jahren zu beobachten ist. Schröter ordnet die Veränderungen ebenfalls in die zweite Hälfte der 1970er Jahre ein und begründet den Vorgang der Deindustrialisierung, durch die „Rationalisierung und Automatisierung […] [, welcher] von der Handarbeit an Maschinen zur Überwachung maschineller Abläufe [führte]". Die resultierende Produktivitätssteigerung und der entsprechende Wegfall manueller Tätigkeiten auf dem sekundären Sektor bewirkten einen Arbeitslosigkeitsanstieg, da die freigewordenen Arbeitskräfte nicht durch den tertiären Sektor aufgefangen werden konnten. Zudem veränderten sich die Qualifikationsanforderungen von dem Schwerpunkt der Produktherstellung zur Produktentwicklung. Als Beispiel nennt Beckert die Auslagerung der Produktionstätigkeit von Elektronikartikeln ins Ausland und auf der Gegenseite den gestiegenen Bedarf an Gesundheits- und Pflegeleistung durch die gestiegene Lebenserwartung. Der Dienstleistungsbereich wächst weiterhin: Er umfasste im Jahr 2011 mehr als 30 Millionen Erwerbstätige und verzeichnete damit seit dem Jahr 2004 ein Wachstum um mehr als zwei Millionen Beschäftigte.
1. Einleitung: Die Arbeit leitet in die Problematik der Hartz-Reformen und deren Zusammenhang mit der Armutsentwicklung in Deutschland ein und definiert den wissenschaftlichen Untersuchungsrahmen.
2. Armut: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Armutsbegriffe, wie absolute und relative Armut, und beleuchtet die historische Entwicklung von Armutskonzepten in der Bundesrepublik.
3. Reformpaket: Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt: Hier werden die Vorbedingungen, die politischen Akteure sowie die spezifischen Innovationsmodule der Hartz-Kommission und deren gesetzliche Umsetzung dargestellt.
4. Verbindungen zwischen den Reformen für Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt und der Armutsentwicklung: Dieses Kapitel verknüpft die Reforminhalte mit empirischen Daten zur Armutsentwicklung und untersucht Auswirkungen wie atypische Beschäftigung und Niedriglohnsektor.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Einschätzung über die Wirksamkeit der Hartz-Reformen und deren Rolle im Kontext der Armut in Deutschland.
Hartz-Reformen, Armutsentwicklung, Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt, Arbeitslosigkeit, Niedriglohnsektor, atypische Beschäftigung, Prekarität, Sozialstaat, relative Armut, Erwerbstätigkeit, Arbeitsmarktpolitik, Arbeitsagentur, Sozialversicherung, Existenzsicherung, Strukturwandel.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Hartz-Reformen auf die Armutsentwicklung in Deutschland und bewertet die Veränderungen der arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Armut, die Geschichte der Arbeitsmarktpolitik, die Analyse der Hartz-Gesetze sowie die Auswirkungen von atypischen Beschäftigungsformen.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit die Hartz-Reformen zur Armutsentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland beigetragen haben.
Es handelt sich um eine deskriptive Arbeit, die auf einer Auswertung von Gesetzen, wissenschaftlicher Literatur und statistischen Daten von Einrichtungen wie dem Statistischen Bundesamt basiert.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den verschiedenen Armutskonzepten, den politischen Prozessen vor den Reformen und der Umsetzung der Hartz-Gesetze durch die Kommission für Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt.
Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Hartz-Reformen, Armutsentwicklung, Niedriglohnsektor, atypische Beschäftigung und Prekarität.
Mini-Jobs werden als Element der Hartz-Reformen analysiert, wobei kritisch hinterfragt wird, ob sie lediglich als Zuverdienst dienen oder die langfristige Altersarmut begünstigen.
Der Begriff der Prekarität dient als Analyseinstrument, um die unsicheren Beschäftigungsverhältnisse und das damit verbundene erhöhte Armutsrisiko durch die Reformen besser zu verstehen.
Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass die Hartz-Reformen zwar Arbeitslosenzahlen beeinflussten, jedoch keine armutslindernde Wirkung entfalteten, sondern in der Tendenz Armutsprozesse verstärkten.
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