Hausarbeit (Hauptseminar), 2010
20 Seiten, Note: 1,3
1) Einleitung
2) Besondere Merkmale der Gesellschaft von Spanien im Siglo de Oro
3) Die Entwicklung des Lazarillo de Tormes
3.1) Die Kindheit von Lazarillo
3.2. Die Lehrphase
3.3) Die Beobachtungsphase
3.4) Die Umsetzungsphase
4) Die Herren des Lazarillo als Repräsentanten des Siglo de Oro
4.1) Lazarillo und der blinde Bettler
4.2) Der Klerus
4.3. Der Edelmann
5) Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Romanfigur Lazarillo de Tormes im Kontext der sozialen Strukturen des spanischen Siglo de Oro, wobei insbesondere analysiert wird, inwieweit Lazarillos Lebensweg und seine Interaktionen mit sieben verschiedenen Herren als Gesellschaftskritik zu verstehen sind.
3.2. Die Lehrphase
Nachdem seine Mutter Lazarillo dem blinden Bettler übergeben hatte, erweckt dieser den Knaben auf brutale Weise aus seiner kindlichen Naivität und lässt ihn den Zusammenhang zwischen sich und dem Verhalten seiner Umwelt reflektieren und erkennen.
„Salimos de Salamanca, y, llegando a la puente, está a la entrada della un animal de piedra, que casi tiene forma de toro, y el ciego mandóme que llegase cerca del animal, y, allí puesto, me dijo: Lázaro, llega el oído a este toro y oirás gran ruido dentro dél. Yo simplemente, lleguém creyendo ser ansí. Y como sintió que tenía la cabeza par de la piedra, afirmó recio la mano y diome una gran calabazada en el diabolo del toro, que más de tres días me duró el dolor de la cornada, y díjome: Necio, aprende, que el mozo del ciego un punto ha de saber más que el diablo. Y rió mucho a la burla. Parescióme que en aquel instante desperté de la simpleza en que, como niño , dormido estaba. Dije entre mí: Verdad dice éste, que me cumple avivar el ojo y avisar, pues solo soy, und pensar cómo me sepa valer.”
Diese grausame Konfrontation mit der Wirklichkeit stellt für Lazarillo die Initiaton für ein Leben als Pícaro dar. Die Verschlagenheit, die ihm bei der Befragung zu dem Verhältnis seiner Mutter und dem Mauren noch fehlte, wird hier durch das Geschlagenwerden durch den Blinden erweckt, um sich im weiteren Verlauf seiner Karriere als Diener vollends zu entwickeln. Man kann in diesem Zusammenhang auch von der zweiten Geburt des Lazarillo oder seiner Taufe als Picaro sprechen, da sich sein Weltbild mit diesem Schlüsselerlebnis verkehrt und seine Lebenseinstellung sich verändert.
1) Einleitung: Diese Einleitung stellt den Roman als Prototyp des Schelmenromans vor und definiert das Ziel der Arbeit, die Entwicklung Lazarillos als Kritik an den sozialen Strukturen des Siglo de Oro zu untersuchen.
2) Besondere Merkmale der Gesellschaft von Spanien im Siglo de Oro: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen, religiösen und sozialen Spannungen der Epoche, insbesondere die Rolle der Inquisition, die Bedeutung der Blutreinheit und das übersteigerte Ehrgefühl.
3) Die Entwicklung des Lazarillo de Tormes: Hier wird der Werdegang der Figur von der Kindheit bis zur Etablierung in der Gesellschaft nachgezeichnet, wobei die Einteilung in eine Lehr-, Beobachtungs- und Umsetzungsphase erfolgt.
4) Die Herren des Lazarillo als Repräsentanten des Siglo de Oro: Dieses Kapitel analysiert Lazarillos Interaktionen mit dem Bettler, dem Klerus und dem Edelmann, um diese als Spiegelbilder der gesellschaftlichen Realitäten und Widersprüche der Epoche aufzuzeigen.
5) Fazit: Das Fazit resümiert, dass Lazarillos Entwicklung zwar eine Anpassung an ein verkehrte Wertesystem darstellt, der Roman jedoch primär als Darstellung einer persönlichen Lebensgeschichte mit gesellschaftskritischen Nuancen zu verstehen ist.
Lazarillo de Tormes, Siglo de Oro, Schelmenroman, Pícaro, Gesellschaftskritik, Ehre, Inquisition, Konversen, soziale Strukturen, Spanien, Literaturanalyse, Identitätsentwicklung, Armut, Klerus, Schein und Sein
Die Arbeit analysiert den anonym veröffentlichten spanischen Roman "Lazarillo de Tormes" hinsichtlich seiner gesellschaftskritischen Dimensionen innerhalb des Siglo de Oro.
Im Fokus stehen die historische und soziale Situation Spaniens im 16. und 17. Jahrhundert, die Entwicklung der Hauptfigur zum Pícaro und die Rolle der verschiedenen Dienstherren als gesellschaftliche Repräsentanten.
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob und wie Lazarillos individueller Entwicklungsweg als Kritik an den sozialen Strukturen und dem verkehrten Wertesystem der damaligen spanischen Gesellschaft gelesen werden kann.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Romans in Verbindung mit historischen und soziologischen Kontexten des Siglo de Oro setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die phasenweise Entwicklung der Hauptfigur und die Analyse der sieben Herren als Spiegelbilder der Epoche.
Die wichtigsten Schlagworte sind Pícaro, Siglo de Oro, Ehre, soziale Mobilität, Inquisition, Blutreinheit und Schelmenroman.
Zu Beginn ist Lazarillo eine naive Figur, die von der Gesellschaft durch Schicksalsschläge geprägt wird; im Verlauf lernt er, die moralischen Integritätsansprüche abzulegen, um durch Anpassung an das verkehrte Wertesystem ökonomisch zu überleben.
Das Motiv des Hungers verdeutlicht die existenzielle Not der unteren sozialen Schichten und dient als treibende Kraft für Lazarillos Lernprozess und seine notwendige Wandlung zur List und Verschlagenheit.
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