Bachelorarbeit, 2012
40 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. LIPIDE UND MODELLMEMBRANEN
1.2. POLYPHILE POLYMERE
1.3. ZIEL DER ARBEIT
2. Messmethoden
2.1. DIFFERENTIALKALORIMETRIE (DSC)
2.2. INFRAROTSPEKTROSKOPIE (ATR-IR)
3. Experimenteller Teil
3.1. VESIKELPRÄPARATION
3.1.1. Erzeugung von Vesikeln eines reinen Lipids
3.1.2. Erzeugung von Vesikeln eines Lipidgemisches
3.2. HERSTELLUNG DER POLYMER-LÖSUNGEN
3.3. EXPERIMENTELLE DURCHFÜHRUNG
3.3.1. DSC-Experimente
3.3.2. ATR-IR-Experimente
3.3.3. DLS-Experimente
3.3.4. Eingesetzte Geräte und Chemikalien
4. Auswertung
4.1. DSC-UNTERSUCHUNGEN
4.1.1. Einfluss der Polymere auf die Phasenumwandlung Phosphatidylcholine
4.1.2. Einfluss der Polymere auf die Phasenumwandlung der Phosphatidylethanolamine
4.1.3. Temperaturverschiebung in Abhängigkeit der Fettsäurekettenlänge
4.1.4. Einfluss der Polymere auf DMPC(14:0/14:0):DPPC(16:0/16:0)-Mischungen
4.1.5. Phasendiagramme der DMPC:DPPC:Polymer-Mischungen
4.1.6. Reproduzierbarkeit der DSC-Messungen
4.2. INFRAROTSPEKTROSKOPISCHE UNTERSUCHUNGEN
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen amphiphilen beziehungsweise polyphilen Polymeren und Lipid-Modellmembranen (Vesikeln), um den Einfluss dieser Polymere auf die thermodynamischen Eigenschaften und Phasenübergänge der Membranen zu verstehen und zu quantifizieren.
1.1. LIPIDE UND MODELLMEMBRANEN
Zellen und Zellorganellen (z.B. Mitochondrien), welche die Grundlage allen Lebens darstellen, sind von Membranen umschlossen. Solche Membranen bestehen zu 40 - 60% aus Lipiden, die man allgemein als Moleküle mit einem hydrophilen und einem hydrophoben Teil betrachten kann, welche durch eine Doppelschichtstruktur das Grundgerüst der Membran bilden. Die Eigenschaft der Lipide sowohl hydrophil als auch hydrophob zu sein, nennt man Amphiphilie. Der oftmals kleine hydrophile Teil eines Lipids wird schematisch als Kugel und die zweifach vorhandenen hydrophoben Fettsäureketten des Lipids an der Kugel befindliche Linien dargestellt (siehe Abb. 1.1). Übrige Bestandteile sind an die Membran gebundene Kohlenhydrate und Proteine.
Als Vereinfachung zu komplexen biologischen Membranen lassen sich hierbei Modellmembranen heranziehen, die lediglich aus einer Lipiddoppelschicht bestehen, welche durch Selbstaggregation der Lipide in Wasser entsteht. Der Triebkraft der Bildung von Doppelschichten liegt in dem Bestreben der hydrophoben Kettenteile vom Wasser entfernt miteinander wechselzuwirken und gleichzeitig der Wechselwirkung der hydrophilen Kopfteile mit dem umschließenden Wasser. Der hydrophobe Effekt beruht dabei auf der Entropieabnahme des Wassers durch die Störung der ladungsneutralisierenden Funktion des dipolaren Wassermoleküls (Ausrichtung des Dipols entsprechend der umgebenden Ladung) durch unpolare Moleküle. Es erfolgt beispielsweise daher die Abstoßung des Wassers von Kohlenwasserstoffen bzw. Molekülteilen sorgen attraktive Wechselwirkungen wie VAN DER WAALS-Anziehungskräfte und Wasserstoffbrückenbindungen zwischen Wasser und polaren Molekülteilen für eine räumliche Annäherung.
1. Einleitung: Einführung in die biologische Relevanz von Membranen und die Definition der Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Lipid-Polymer-Wechselwirkungen.
2. Messmethoden: Erläuterung der physikalisch-chemischen Messverfahren, speziell der Differentialkalorimetrie (DSC) und der Infrarotspektroskopie (ATR-IR), zur Charakterisierung von Membranphasenübergängen.
3. Experimenteller Teil: Beschreibung der Probenvorbereitung, insbesondere der Vesikelpräparation und Polymerlösungen, sowie der detaillierten experimentellen Durchführung.
4. Auswertung: Detaillierte Darstellung der experimentellen Ergebnisse, inkl. DSC-Daten, Temperaturverschiebungen und infrarotspektroskopischen Untersuchungen der Lipid-Polymer-Systeme.
5. Zusammenfassung: Synthese der gewonnenen Erkenntnisse über die stabilisierenden und destabilisierenden Effekte der Polymere auf die Lipiddoppelschicht.
Lipiddoppelschicht, Modellmembranen, DSC, Infrarotspektroskopie, Phasenumwandlung, Polymer-Wechselwirkung, Amphiphilie, Vesikel, Phosphatidylcholin, Phosphatidylethanolamin, Fettsäurekettenlänge, Aggregation, Thermodynamik, Kooperativität, Phasenübergang.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von speziellen amphiphilen und polyphilen Polymeren auf die strukturellen und thermodynamischen Eigenschaften von Lipiddoppelschichten bzw. Modellmembranen.
Zentral sind die Untersuchung von Phasenübergängen (Gel- zu flüssig-kristallin), der Einfluss von Molekülstruktur (Kettenlänge, Kopfgruppe) und die Wechselwirkung mit Polymeren unter Einsatz kalorimetrischer und spektroskopischer Methoden.
Das Ziel ist es, durch temperaturvariable Messungen zu beleuchten, wie unterschiedliche Polymere (z.B. mit perfluorierten Blöcken) die Stabilität und das Mischungsverhalten von Modellmembranen beeinflussen.
Die Arbeit nutzt hauptsächlich die Differentialkalorimetrie (DSC) zur Analyse von Phasenumwandlungstemperaturen und -enthalpien sowie die ATR-Infrarotspektroskopie zur Untersuchung der konformativen Ordnung der Fettsäureketten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auswertung der DSC-Daten für verschiedene Lipidtypen, die Erstellung von Phasendiagrammen sowie die ergänzende infrarotspektroskopische Charakterisierung der Lipid-Polymer-Systeme.
Wesentliche Begriffe sind Lipid-Polymer-Interaktion, Phasenumwandlung, thermische Stabilität, Vesikel, amphiphile Polymere und thermodynamische Analyse.
Während Polymere bei kurz-kettigen Lipiden wie DMPC eher eine Destabilisierung der Gel-Phase bewirken können, zeigen sie bei länger-kettigen Lipiden wie DAPC oft eine stabilisierende Wirkung, bedingt durch stärkere Wechselwirkungen innerhalb der Membran.
Die Stabilisierung ist häufig konzentrationsabhängig; bei sehr geringen Konzentrationen sind Effekte wie Wasserstoffbrückenbildungen dominierend, während bei höheren Konzentrationen Insertionseffekte oder Phasenheterogenitäten in den Vordergrund treten können.
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