Masterarbeit, 2012
104 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung und Problemstellung
2 Gebrauchskategorien des Nachhaltigkeitsbegriffes
2.1 Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffes bis heute
2.2 Gebrauchskategorien nach Perman
2.3 Starke und schwache Nachhaltigkeit
2.4 Drei-Säulen-Modell
2.5 Nationale Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung
2.6 Zusammenfassung der verschiedenen Gebrauchskategorien
2.7 Matrix der definierten Gebrauchskategorien
3 Der Nachhaltigkeitsbegriff in den Nachhaltigkeitsberichten der Energieversorger
3.1 Gegenstand der Untersuchung
3.2 Theorie der Nachhaltigkeitsberichterstattung
3.2.1 Zielgruppen der Energieversorger
3.2.2 Motive zur Nachhaltigkeitsberichterstattung
3.2.3 Der Leitfaden der Global Reporting Initiative
3.3 Gebrauchskategorien in den Nachhaltigkeitsberichten
3.3.1 E.ON
3.3.2 RWE
3.3.3 EnBW
3.3.4 Vattenfall
3.3.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
4 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie deutsche Energieversorger den Begriff der Nachhaltigkeit in ihren Unternehmensberichten definieren und anwenden. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche inhaltlichen Gebrauchskategorien von Nachhaltigkeit in diesen Berichten Anwendung finden, um die Konsequenzen des unternehmerischen Handelns auf die Umwelt zu legitimieren.
Nachhaltigkeit als Kompetenz- und Konsensbildung
Diese Gebrauchskategorie ist eine eher politische bzw. institutionelle Betrachtungsweise auf Nachhaltigkeit. Der Blickwinkel konzentriert sich eher auf die Prozesse, um eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen, als auf die Ergebnisse, die aus den Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung entstehen. Vor allem DE GRAAF ist ein Vertreter dieser Ansicht. Seiner Meinung nach kann Nachhaltigkeit nur erreicht werden, wenn man Umweltfaktoren nicht von den anderen politischen und soziokulturellen Faktoren wie der Verminderung von Armut trennt (vgl. de Graaf 1996, S. 214). So schreibt DE GRAAF, dass enge ökologische Standards, die zu Armut und Arbeitslosigkeit führen, eine nachhaltige Entwicklung verhindern werden (vgl. de Graaf 1996, S. 209). Nach WEEKS sind folgende Punkte bei diesem Ansatz besonders relevant:
“Sustainable development as a means to ensure human well-being, equitably shared by all people today and in the future, requires that the interrelationships between population, resource, the environment and development should be fully recognized, properly managed and brought into harmonious, dynamic balance.” (Weeks 2012, S. 499)
Es muss also ein Konsens gefunden werden, der alle wichtigen Akteure berücksichtigt, da es sonst nicht möglich ist, Nachhaltigkeit zu erreichen (vgl. Eriksson 2010, S. 68). Nach DE GRAAF ist es weder förderlich die Grenzen der Tragfähigkeit der Erde aufzuzeigen, um dann gesetzliche Rahmenbedingungen zu definieren (institutioneller Ansatz), noch ist es zielführend die externen Kosten zu internalisieren (ökonomischer Ansatz). Der institutionelle Ansatz hat die Schwäche, dass die Menschen selbst erkennen müssen, dass die Tragfähigkeit der Erde begrenzt ist. Gesetze können in dem Fall nur einen Anreiz geben. Der ökonomische Ansatz unterliegt der Schwäche, dass der Preismechanismus überschätzt wird, da der Wert der Natur nicht so einfach in monetären Einheiten ausgedrückt werden kann, ist er hier meist nicht wirksam (vgl. de Graaf 1996, S. 208). Laut DE GRAAF sollte das Ziel daher sein, einen Konsens zwischen allen Beteiligten durch Verhandlungen und Aufklärung zu finden.
1 Einleitung und Problemstellung: Einführung in die ökologische Ökonomie und Darstellung der wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeitsberichten für Energieversorger unter Ressourcen- und Regulierungsdruck.
2 Gebrauchskategorien des Nachhaltigkeitsbegriffes: Definition und systematische Kategorisierung verschiedener theoretischer Nachhaltigkeitskonzepte, unter anderem nach Perman und der Bundesregierung, sowie deren Einordnung in eine Matrix.
3 Der Nachhaltigkeitsbegriff in den Nachhaltigkeitsberichten der Energieversorger: Analyse der Motivlagen und Standards der Berichterstattung sowie detaillierte Untersuchung der CSR-Berichte der vier großen deutschen Energiekonzerne.
4 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Analyseergebnisse, die auf eine zwar vielfältige, aber oft unspezifische Anwendung des Nachhaltigkeitsbegriffs durch die Unternehmen hinweist.
Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Energieversorger, Gebrauchskategorien, Drei-Säulen-Modell, GRI, Stakeholder-Dialog, Reputation, ökologische Ökonomie, Klimaschutz, Ressourcenmanagement, CSR, Unternehmensführung, Nachhaltigkeitsstrategie, Energiebranche.
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse des Nachhaltigkeitsbegriffs und dessen Anwendung in der Berichterstattung der vier größten deutschen Energieversorgungsunternehmen.
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung von Nachhaltigkeitskonzepten, die Rolle der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und die Analyse, wie Energiekonzerne ihre soziale und ökologische Verantwortung in Berichten kommunizieren.
Die Forschungsfrage lautet: „Welche Anwendung findet der Nachhaltigkeitsbegriff in den Nachhaltigkeitsberichten von Energieversorgern?“ Ziel ist es, die inhaltliche Tiefe und Spezifität dieser Berichte zu evaluieren.
Es wird eine Inhaltsanalyse der Nachhaltigkeitsberichte der Jahre 2005 bis 2010 durchgeführt, wobei die Inhalte mit den theoretisch definierten Gebrauchskategorien abgeglichen und in einer Matrix vergleichend dargestellt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Gebrauchskategorien (Kapitel 2) und die empirische Anwendung dieser Kategorien auf die Berichte von E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall (Kapitel 3).
Nachhaltigkeitsberichterstattung, Energieversorger, Gebrauchskategorien, CSR, Drei-Säulen-Modell, Stakeholder-Dialog und Reputation.
Die Analyse zeigt, dass die Unternehmen den Begriff häufig sehr allgemein und prozessorientiert verwenden, oft ohne klare, spezifische Zielvorgaben oder eine explizite Einordnung in die strengen theoretischen Konzepte.
Die GRI dient als de facto Standard für die Berichterstattung und wird von allen betrachteten Unternehmen genutzt, weshalb sie als methodischer Bezugspunkt für die Struktur der untersuchten Berichte dient.
Es wird von allen Unternehmen häufig angeführt, um die ökonomischen, sozialen und ökologischen Aspekte zu integrieren, bleibt in der konkreten Ausformulierung jedoch oft an der Oberfläche, da eine genaue Gewichtung der Komponenten meist fehlt.
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