Masterarbeit, 2011
103 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Betriebswirtschaftliche Relevanz des Untersuchungsgegenstands
1.2 Problemstellung und zielsetzende Forschungsfragen
1.3 Methodische Vorgehensweise
2 Stand der Forschung
2.1 Allgemeiner Literaturüberblick
2.2 Maßgebliche experimentelle Studien
2.2.1 Experimentelles Design bei Fehr/Fischbacher (2004)
2.2.2 Experimentelles Design bei Bernhard et al. (2006)
3 Theoretisches Rahmenwerk
3.1 Definition und Abgrenzung sozialer Normen
3.2 Der rational handelnde Spieler (Kirchgässner 2008)
3.3 Reziprozität (Falk/Fischbacher 2006)
3.4 Equity, Reciprocity, and Competition (Bolton/Ockenfels 2000)
3.5 Fairness, Competition, and Cooperation (Fehr/Schmidt 1999)
3.6 Altruismus (Levine 1998)
3.7 Pure Reciprocity und Fairness (Rabin 1993)
3.8 Altruismus (Andreoni 1989)
4 Experimentelles Design
4.1 Das Laborexperiment als Forschungsinstrument
4.1.1 Vorteile von Laborexperimenten
4.1.2 Nachteile von Laborexperimenten
4.1.3 Bedingungen für Laborexperimente
4.2 Aufbau des Experiments
4.2.1 Das Diktatorspiel zur Modellierung von Verteilungsproblemen
4.2.2 Experimentaufbau
4.2.3 Treatments
4.2.4 Fragebogen
4.2.5 Vergleich zwischen Modell und Praxisbeispiel
4.3 Herleitung der Hypothesen
4.3.1 Hypothese zur Höhe der Wohlfahrt
4.3.2 Hilfshypothesen zur Höhe der Wohlfahrt
4.3.3 Hypothese zur Verteilung der Wohlfahrt
4.4 Theoretische Vorhersagen
4.4.1 Der rational handelnde Spieler (Kirchgässner 2008)
4.4.2 Reziprozität (Falk/Fischbacher 2006)
4.4.3 Equity, Reciprocity, and Competition (Bolton/Ockenfels 2000)
4.4.4 Fairness, Competition, and Cooperation (Fehr/Schmidt 1999)
4.4.5 Theorie des Altruismus (Levine 1998)
4.4.6 Theorie der Pure Reciprocity und Fairness (Rabin 1993)
4.4.7 Altruismus (Andreoni 1989)
4.5 Durchführung
5 Ergebnisse des Experiments
5.1 Deskriptive Ergebnisse
5.1.1 Variablen und Ausgang der Treatments
5.1.2 Entscheidungen und Erwartungen im Treatment 1
5.1.3 Entscheidungen und Erwartungen im Treatment 2
5.1.4 Vergleich der Erwartungen
5.1.5 Vergleich der strategischen Sanktion
5.1.6 Vergleich der Einkommensverteilung
5.2 Ermittlung der sozialen Norm
5.3 Prüfung der Hypothesen
5.3.1 Hypothese zur Höhe der Wohlfahrt
5.3.2 Hilfshypothese zur Normeinhaltung
5.3.3 Hilfshypothese zum Sanktionsverhalten
5.3.4 Hypothese zur Verteilung der Wohlfahrt
6 Diskussion
6.1 Vergleich mit Fehr/Fischbacher (2004)
6.2 Vergleich mit Bernhard et al. (2006)
6.3 Vergleich mit Kirchgässner (2008)
6.4 Vergleich mit Falk/Fischbacher (2006)
6.5 Vergleich mit Bolton/Ockenfels (2000)
6.6 Vergleich mit Fehr/Schmidt (1999)
6.7 Vergleich mit Levine (1998)
6.8 Vergleich mit Rabin (1993)
6.9 Vergleich mit Andreoni (1989)
7 Abschlussbetrachtung
7.1 Fazit
7.2 Handlungsempfehlungen für die Praxis
7.3 Identifizierter Forschungsbedarf
Die Arbeit untersucht mittels ökonomisch-experimenteller Methodik, wie die Kommunikation sozialer Normen die Höhe und Verteilung der gesellschaftlichen Wohlfahrt innerhalb von sozialen Gruppen beeinflussen kann.
1.1 Betriebswirtschaftliche Relevanz des Untersuchungsgegenstands
Die hohe Relevanz der Kommunikation sozialer Normen für die betriebswirtschaftliche Praxis wird anhand des folgenden Beispiels ersichtlich, das in dieser oder ähnlicher Form häufig in der realen Wirtschaftswelt anzutreffen ist.
Praktisches Beispiel: Ein Mitarbeiter kommt neu in ein Unternehmen, das aus mehreren Abteilungen besteht und eine eigene Unternehmenskultur besitzt. Aus dieser Unternehmenskultur, die feste Verhaltensregeln für alle Mitarbeiter vorgibt, wird auch die Erwartungshaltung der Vorgesetzten und Kollegen an das Verhalten des neuen Mitarbeiters abgeleitet. In diesem Beispiel schreibt die Unternehmenskultur vor, dass erhaltenes Trinkgeld unter allen Mitarbeitern in einer Abteilung aufgeteilt wird, um auch den Mitarbeitern ohne direkten Kundenkontakt einen monetären Leistungsanreiz zu bieten. Verstößt der neue Mitarbeiter bei Arbeitsantritt z.B. aus Unwissenheit gegen diese informelle Vorschrift, dann drohen ihm informelle Sanktionen der Kollegen oder des Vorgesetzten. Informelle Sanktionen können vielfältiger Natur sein (Bicchieri 2006: 8). In diesem Beispiel resultiert das negative Auffallen des neuen Mitarbeiters in einem Ausschluss aus dem unternehmensinternen Beförderungsturnier. Er wird somit für die zukünftige Besetzung von höheren Positionen im Unternehmen nicht berücksichtigt. Aus dieser Sanktion ergibt sich ein ökonomischer Schaden sowohl für den neuen Mitarbeiter, der auf zukünftige Gehaltserhöhungen verzichten muss, als auch für das Unternehmen, das bei der Besetzung freiwerdender Stellen auf einen potentiellen Kandidaten verzichtet.
An dieser Stelle lässt sich die Frage aufwerfen, ob die Sanktionierung des neuen Mitarbeiters und damit der ökonomische Schaden hätte verhindert werden können, in dem die informelle Vorschrift zur Verteilung des Trinkgelds (soziale Norm) an den neuen Mitarbeiter im Vorfeld kommuniziert worden wäre. Dieses Beispiel wird am Ende dieser Arbeit wieder aufgegriffen, um aus den Erkenntnissen dieser Untersuchung praktische Handlungsempfehlungen für betriebswirtschaftliche Probleme abzuleiten.
1 Einleitung: Die Arbeit identifiziert soziale Normen als zentrale Faktoren ökonomischen Verhaltens und stellt die Forschungsfragen zur Wohlfahrtswirkung von Normkommunikation.
2 Stand der Forschung: Es wird ein Überblick über die Literatur zu sozialen Normen gegeben und die maßgeblichen Experimente von Fehr/Fischbacher (2004) sowie Bernhard et al. (2006) erläutert.
3 Theoretisches Rahmenwerk: Zentrale ökonomische Theorien (u.a. Altruismus, Reziprozität, Ungleichheitsaversion) werden als Grundlage für die Hypothesenbildung dargestellt.
4 Experimentelles Design: Die Konstruktion des Laborexperiments sowie die Herleitung der Hypothesen und theoretischen Vorhersagen werden detailliert beschrieben.
5 Ergebnisse des Experiments: Die empirischen Daten aus den beiden Treatments werden deskriptiv und mittels nicht-parametrischer Tests ausgewertet.
6 Diskussion: Die Ergebnisse der Untersuchung werden mit den vorab diskutierten Theorien und Referenzstudien abgeglichen.
7 Abschlussbetrachtung: Ein Fazit zur Forschungsarbeit wird gezogen, ergänzt durch Handlungsempfehlungen für die Praxis und Ausblicke auf weiteren Forschungsbedarf.
Soziale Normen, Gesellschaftliche Wohlfahrt, Diktatorspiel, Drittpartei, Sanktionierung, Normkommunikation, Experimentelle Wirtschaftsforschung, Reziprozität, Ungleichheitsaversion, Verhaltensökonomie, Probanden, Verteilungsgerechtigkeit, Spieler, Wohlfahrtsreduktion, Laborexperiment
Die Arbeit untersucht die Bedeutung sozialer Normen für die gesellschaftliche Wohlfahrt und wie durch Kommunikation dieser Normen wohlfahrtsschädliche Sanktionen reduziert werden können.
Die zentralen Themen sind soziale Normen, Drittparteisanktionen, Verteilungsspiele (Diktatorspiel) und der Einfluss von Kommunikation auf ökonomisches Verhalten.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob die Kommunikation sozialer Normen an die Akteure einer Gesellschaft dazu führt, dass die Gesamtwohlfahrt steigt und Disparitäten bei der Verteilung sinken.
Es wird ein ökonomisch-experimentelles Labordesign verwendet, das auf den Studien von Fehr/Fischbacher (2004) und Bernhard et al. (2006) basiert.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung des experimentellen Designs (Treatments), die Auswertung der Ergebnisse und die theoretische Diskussion.
Wichtige Begriffe sind Soziale Normen, Wohlfahrt, Diktatorspiel, Sanktionen, Normeinhaltung und experimentelle Wirtschaftsforschung.
Die Erweiterung ermöglicht die Modellierung eines Durchsetzungsmechanismus für soziale Normen, da die Drittpartei sanktionieren kann, wenn Normverletzungen auftreten.
Im Treatment 2 wurde die Drittpartei explizit nach dem ihrer Meinung nach angemessenen Transferbetrag gefragt, und dieser Mittelwert wurde dann an alle Spieler kommuniziert.
Es beschreibt die Situation, dass Sanktionen zwar Normverletzungen bestrafen, aber auch die Gesamtwohlfahrt reduzieren; das Experiment prüft, ob Kommunikation dieses Dilemma entschärfen kann.
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