Hausarbeit (Hauptseminar), 2012
36 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Geschichte des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins
3. Organisationsstruktur
3.1 Gesamtvorstand und Zweigvereine
3.2 Die Zeitschrift „Die Muttersprache“
4. Zielsetzungen des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins
5. Arbeitsbereiche
5.1 Allgemein
5.2 Nationalismus im Allgemeinen Deutschen Sprachverein
5.3 Beeinflussung von Sprache und Schrift
5.4 Einsatz gegen Fremdwörter
5.4.1 Problematik der Eingrenzung
5.4.2 Aktionen des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins gegen den Gebrauch von Fremdwörtern
5.5 Wirkung der Bemühungen das „Allgemeinen Deutschen Sprachvereins“
6. Kritik am Allgemeinen Deutschen Sprachverein
7. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Historie, den Zielen und der praktischen Wirksamkeit des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins auseinander, wobei insbesondere dessen Rolle im Kontext des Sprachpurismus und des aufkommenden Nationalismus beleuchtet wird.
5.2 Nationalismus im Allgemeinen Deutschen Sprachverein
Da die Ziele des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins durchaus auch nationalistisch sind, kann man bei den Bestrebungen auch von Sprachnationalismus sprechen. All jene Argumentationsformen des Nationalismus, deren Bezugspunkt die Sprache ist, werden als Sprachnationalismus verstanden. Die drei wichtigsten Merkmale dieses Phänomens sind die Übereinanderblendung vers. Bereiche, sowie die Hypostasierung und Behauptung der Überlegenheit der eigenen Sprache.
Indem „Bereiche des Sprachlichen mit denen des Kulturell-Ethnischen (Sprache – Volk […] etc. […]) [und] des Politischen (Sprache – Nation […] etc.)“ übereinander geblendet werden, wird ein Sprachcharakter herausgestellt, der mit einem Volks- bzw. Nationalcharakter gleichgestellt wird. Die Hypostasierung einer Sprache geht mit einem überschwänglichen Lob dieser einher.
Wird die eigene Sprache als absolut überlegen angesehen, geschieht dies meist gemeinsam mit der Überblendung mit dem Kulturell-Ethnischen Bereich. Dementsprechend wird die Identität von Volk und Sprache gleichermaßen als gefährdet eingeschätzt und alles Fremde muss abgewertet und ausgeschlossen werden.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Fremdwörter im Deutschen ein und stellt den Allgemeinen Deutschen Sprachverein als eine Organisation vor, die sich gegen fremdsprachliche Einflüsse richtete.
2. Geschichte des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins: Dieses Kapitel zeichnet die Gründungsgeschichte durch Hermann Riegel nach und erläutert die ideologische Ausrichtung des Vereins von seiner Entstehung bis zur Auflösung.
3. Organisationsstruktur: Hier werden der Gesamtvorstand, die Rolle der Zweigvereine und die Bedeutung der Vereinszeitschrift „Die Muttersprache“ als zentrales Publikationsorgan analysiert.
4. Zielsetzungen des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins: Das Kapitel verortet die Vereinsziele im Kontext des Sprachwandels und der aktiven Beeinflussung der Sprache zur Stärkung des Nationalbewusstseins.
5. Arbeitsbereiche: Die verschiedenen Handlungsfelder des Vereins, darunter der Kampf gegen Fremdwörter, die Beeinflussung von Schrift und Rechtschreibung sowie die nationalistische Ideologie, werden hier detailliert erörtert.
6. Kritik am Allgemeinen Deutschen Sprachverein: Es wird dargelegt, wie Zeitgenossen und Wissenschaftler auf die puristischen Bestrebungen des Vereins reagierten und welche Argumente gegen die staatliche Bevormundung der Sprache vorgebracht wurden.
7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Wirksamkeit der Vereinsarbeit zusammen und ordnet das puristische Erbe in den Kontext zeitgenössischer Debatten um die deutsche Sprache ein.
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Die Arbeit untersucht das Wirken des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins im Hinblick auf seine sprachpflegerischen und nationalistischen Zielsetzungen.
Im Fokus stehen die Geschichte des Vereins, seine puristischen Methoden zur Verdrängung von Fremdwörtern sowie der Einfluss der Vereinsideologie auf die gesellschaftliche Wahrnehmung der deutschen Sprache.
Das Ziel ist es, den Aufbau und das Wirken des Vereins darzustellen und seine Rolle im historischen Kontext des 19. und 20. Jahrhunderts kritisch zu beleuchten.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse historischer Quellen, der Vereinszeitschrift „Die Muttersprache“ sowie einschlägiger sprachwissenschaftlicher Forschungsliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Organisationsstruktur, die inhaltlichen Schwerpunkte wie den Kampf gegen Fremdwörter und Nationalismus sowie die Reaktionen von Kritikern auf die Bestrebungen des Vereins.
Wichtige Begriffe sind Sprachpurismus, Sprachnationalismus, Verdeutschung und die historische Rolle des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins.
Obwohl der Verein organisatorisch wuchs und Einfluss auf einige Behörden ausübte, scheiterten viele seiner radikalen Verdeutschungsvorschläge in der breiten Umgangssprache.
Die massive Kritik entzündete sich an der forcierten Bevormundung durch Sprachbehörden und dem als „wild um sich schlagen“ wahrgenommenen Kampf gegen Fremdwörter.
Sie diente als zentrales Organ für die Verbreitung der puristischen Ziele und als Plattform für die Agitation gegen fremdsprachliche Einflüsse in allen Bereichen des öffentlichen Lebens.
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