Hausarbeit, 2011
18 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Definition zentraler Begriffe
2.1.1. Ethnien
2.1.2. Ethnischer Konflikt
2.1.3. Ethnopolitischer Konflikt
2.1.4. Individuelle Aktuere
2.2. Die Konfliktparteien und ihre Kriegsziele
2.3. Erklärungsversuche
2.3.1. Erklärungsversuch 1: Die These des „uralten Hasses“
2.3.2. Erklärungsversuch 2: Ethnopolitische Konflikte als Folge komplexer Entwicklungen
2.3.2.1. Underlying Couses
2.3.2.2. Proximate Couses
3. Schluss
Die Arbeit untersucht die Ursachen des Bosnienkrieges (1992–1995) mit einem besonderen Fokus auf die Rolle individueller Akteure aus der politischen Elite bei der Entstehung und Eskalation des ethnopolitischen Konflikts.
2.3.1 Erklärungsversuch 1: Die These des „uralten Hasses“
Die These des „uralten Hasses“, welches seinen Namen aus dem von Robert Kaplan verfassten Buch „Balkan Ghost – A Journey Through History“ (Kaplan 1994b) hat, ist ein Erklärungsversuch, welches die Ursachen ethnischer Konflikte auf lokale und regionale Verhaltens- und Handelsmuster reduziert. Die Pioniere dieser These sind Robert Kaplan in seinem oben erwähnten Werk und Samuel Huntington in seinem Buch „The Clash of Cultures“ (Huntington 1996). Diese These besagt, dass sich die Ethnien des ehemaligen Jugoslawiens, v.a. Serben und Kroaten, schon seit Jahrhunderten hassen und bekriegen würden (Kaplan 1994b: 62). Als Hauptursache für den Konflikt werden die ethnischen Unterschiede dargestellt. Die Ursache der gewaltsamen Konflikte auf dem Balkan sei also der uralte Hass, den viele Ethnien dieser Region aufeinander hätten. Diese historisch gewachsene Feindschaft mache es diesen Ethnien unmöglich, friedlich miteinander zu leben. Unter der autoritären kommunistischen Herrschaft Titos sei die tiefsitzende Verachtung zwangsweise zurückgedrängt worden, da die sozialistische Ideologie Titos Eintracht und Brüderlichkeit zwischen allen Bürgern Jugoslawiens propagiert habe und jegliche Art von nationalistischen Symbolen und Äußerungen bestraft hätte. Nach dem Zusammenbruch der autoritären Herrschaft zu Beginn der 90er Jahre seien die lange unterdrückten Feindschaften wieder aufgeflammt und in einem blutigen Konflikt eskaliert (Brown 2001: 3; Toth 2010: 69f.).
Diese simple und unkomplizierte These war in den 90er bis in die höchsten Politischen Kreise weit verbreitet (Toth 2010: 71). So erklärte der ehemalige US-Präsident George W. Bush, der Krieg in Bosnien sei aus den jahrhundertealten Feindschaften hervorgegangen (Brown 2001: 3) und der Außenminister unter Bill Clinton Warren Christopher argumentierte, dass „der Tod Präsident Titos und das Ende der kommunistischen Herrschaft den Deckel auf dem brodelnden Kessel des uralten ethnischen Hasses gelüftet“ (zit. nach: Wieland 2000: 247).
1. Einleitung: Hinführung zur Thematik der innerstaatlichen ethnopolitischen Konflikte nach dem Kalten Krieg und Präsentation der Forschungsfrage bezüglich des Bosnienkrieges.
2. Hauptteil: Detaillierte Analyse der Begrifflichkeiten, der Konfliktparteien sowie der beiden theoretischen Erklärungsansätze für den Bosnienkrieg.
3. Schluss: Synthese der Ergebnisse, in der die These des uralten Hasses abgelehnt und die Bedeutung des komplexen Zusammenspiels von Machtpolitik und Krisen für die Eskalation betont wird.
Bosnienkrieg, Ethnopolitischer Konflikt, Individuelle Akteure, Politische Eliten, Ursachenmatrix, Michael E. Brown, Ethnische Identität, Nationalismus, Machtvakuum, Jugoslawien, Friedenskonsolidierung, Eskalation, Konfliktursachen, Identitätspolitik, Radovan Karadzic.
Die Arbeit behandelt die Ursachen des Bosnienkrieges (1992–1995) unter besonderer Berücksichtigung der Rolle individueller politischer Akteure.
Zentrale Themen sind die Definition ethnischer Konflikte, die Kritik an kulturalistischen Erklärungsmodellen sowie die Anwendung einer strukturellen Ursachenmatrix auf den Bosnienkonflikt.
Das Ziel ist es, die Rolle der politischen Eliten bei der Entstehung und Eskalation des Konflikts zu bestimmen und zu zeigen, dass diese Akteure eine entscheidende Rolle spielten.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch geleitete Fallstudie, die sich maßgeblich auf die Ursachenmatrix von Michael E. Brown stützt.
Der Hauptteil gliedert sich in Begriffsdefinitionen, die Vorstellung der Konfliktparteien und eine kritische Auseinandersetzung mit zwei Erklärungsansätzen für ethnopolitische Konflikte.
Wichtige Begriffe sind unter anderem ethnopolitischer Konflikt, Machtvakuum, politische Eliten, Instrumentalisierung ethnischer Identität und der Zerfall Jugoslawiens.
Die Arbeit lehnt diese These ab, da sie komplexe gesellschaftliche und politische Ursachen ausblendet und die historisch belegte friedliche Koexistenz der verschiedenen Volksgruppen in der Vergangenheit nicht erklären kann.
Die Eliten nutzten nationalistische Ideologien zur Sicherung ihrer Macht, instrumentalisierten ethnische Identitäten und trieben die Polarisierung der Bevölkerung voran, um Machtinteressen durchzusetzen.
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