Hausarbeit, 2012
17 Seiten, Note: 15 Punkte
1. Einleitung
2. Alexander Mitscherlich - Biographie
3. Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft
3.1 Das Verschwinden des Vaterbildes
3.2 Der Identitätsbegriff
4. Aktueller Bezug
5. Schlussfolgerung
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die anhaltende wissenschaftliche Relevanz von Alexander Mitscherlichs Hauptwerk „Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft“ für die heutige Zeit. Im Zentrum der Analyse steht die Fragestellung, inwiefern Mitscherlichs psychoanalytische Gesellschaftsdiagnose, die den Identitätsverlust des modernen Individuums durch den Autoritätsverlust des Vaters beschreibt, zur Erklärung gegenwärtiger sozialer Prozesse beitragen kann.
3. Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft
Mitscherlichs Werk Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft ist in einer Zeit grundlegender sozialer, politischer und ökonomischer Veränderungen entstanden und sollte als psychoanalytische Aufklärung wirken (Schülein 2008). Der Autor betrachtet und kritisiert in seinem Werk aus Sicht des Psychoanalytikers die „Entwicklung der Sozialisationsbedingungen“ in der Gesellschaft. Der Fokus wird hierbei auf den „säkularen Wandel“ in der Beziehung zwischen Vater und Sohn gelegt (Schülein 2011). Mitscherlich weist darauf hin, dass dies nur eine Form der sozialen Beziehung darstellt. Die Orientierung an dieser Art der Eltern-Kind Beziehung ist, so Mitscherlich, jedoch naheliegend, da diese eine „gesellschaftliche[..] Sonderstellung“ in der „paternistischen Gesellschaft“ innehat und man dadurch in besonderem Maße die Veränderungen durch „gesellschaftliche Prozesse“ sowie die durch die Gesellschaft selbst geschaffene Problemsituation feststellen kann (Mitscherlich 2003).
Der Autor unterscheidet in seiner Analyse zwischen der traditionellen und der modernen technisierten Gesellschaft, welche sinnbildlich einerseits den Vater und andererseits den Verlust des Vaters widerspiegeln. So bietet die „bäuerliche Traditionswelt“ beispielsweise dem Kind ein Leben der Anschaulichkeit. Es wächst in „traditionsgesichertes Wissen“ hinein, welches aufgrund der Nähe zum Vater und der Mutter direkt erfahrbar und dadurch anschaulich ist (ebd., S.188). Schülein skizziert Mitscherlichs Argumente wie folgt: „Der Vater vertritt die Ordnung, er regelt die Verteilung, er ist vor allem das Arbeits- und Affektvorbild. Am Vorbild des Vaters lernen die Söhne, was wie getan wird; in der Auseinandersetzung mit dem Vater entwickelt sich ihr eigene Identität.“ (Schülein 2011)
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk von Alexander Mitscherlich ein und definiert die Zielsetzung, dessen aktuelle Bedeutung für die Gegenwart zu prüfen.
2. Alexander Mitscherlich - Biographie: Der Abschnitt bietet einen Überblick über den Lebensweg und die wissenschaftliche Entwicklung Mitscherlichs, um sein Werk in den historischen Kontext einzuordnen.
3. Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Thesen Mitscherlichs bezüglich der Veränderung von Sozialisationsbedingungen und dem Wegfall väterlicher Autorität.
3.1 Das Verschwinden des Vaterbildes: Hier wird der Prozess der Entwertung und des zunehmenden Unsichtbarwerdens des Vaters als Identitätsvorbild detailliert analysiert.
3.2 Der Identitätsbegriff: Dieser Teil befasst sich mit der Bedeutung von Identifikationsvorgängen und der Auswirkung des väterlichen Autoritätsverlustes auf die Psyche des Kindes.
4. Aktueller Bezug: Der Autor reflektiert Mitscherlichs Thesen aus heutiger Perspektive und diskutiert sowohl Mängel als auch die fortdauernde Relevanz der Analyse.
5. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Modernität der von Mitscherlich skizzierten gesellschaftlichen Diagnosen.
Alexander Mitscherlich, vaterlose Gesellschaft, Psychoanalyse, Sozialpsychologie, Identitätsentwicklung, Vaterfigur, Autorität, Modernisierung, Sozialisation, Industriegesellschaft, Vaterbild, Identität, Generationenkonflikt, Ersatzbefriedigung, Gesellschaftsdiagnose
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Hauptwerk Alexander Mitscherlichs und prüft kritisch, inwieweit seine psychoanalytische Gesellschaftsanalyse über die Vater-Sohn-Beziehung auch Jahrzehnte nach ihrem Erscheinen noch relevant ist.
Die zentralen Themen sind der Wandel von Familienstrukturen durch die Industrialisierung, der Verlust traditioneller Autorität sowie die Folgen dieses Wandels für die kindliche und jugendliche Identitätsfindung.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob Mitscherlichs Aufklärungsschrift „Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft“ heute noch dazu dienen kann, gesellschaftliche Strukturen und psychosoziale Entwicklungsprozesse zu erklären.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlichen Sekundärquellen zu Mitscherlichs Thesen.
Im Hauptteil werden neben der Biographie des Autors die theoretischen Kernbegriffe des Werkes, wie die Vaterlosigkeit und der Identitätsbegriff, erörtert sowie ein moderner Aktualitätsbezug hergestellt.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Psychoanalyse, Identitätsentwicklung, vaterlose Gesellschaft und Gesellschaftsdiagnose charakterisiert.
Mitscherlich beschreibt damit einen gesellschaftlichen Zustand, in dem durch die Technisierung und Arbeitsteilung der direkte Bezug zum väterlichen Arbeitsumfeld und damit zum Vater als Vorbild verloren gegangen ist.
Er dient als Beispiel für eine Extremform gestörter Identitätsentwicklung, bei der die notwendige kulturelle Sozialisation und Identifikation mit Bezugspersonen aufgrund fehlender Anschaulichkeit gescheitert ist.
Die Arbeit schließt, dass Mitscherlichs Werk zwar in Teilen überarbeitet oder historisch eingeordnet werden muss, seine Grundthesen zur Verunsicherung und Suche nach Vorbildern in einer modernen Welt jedoch weiterhin Gültigkeit besitzen.
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