Bachelorarbeit, 2011
84 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1 Selbstkonzept – Was ist das?
2.1.1 Ansätze der Selbstkonzeptforschung
2.1.2 Die Entwicklung des Selbstkonzepts im Kindes- und Jugendalter
2.2.3 Die entwicklungspsychologische Perspektive
2.2 Stationäre Jugendhilfe als eine Form staatlicher Hilfen zur Erziehung
2.2.1 Klientel
2.2.2 Rechtlicher Rahmen
2.2.3 Fallzahlen und Unterbringungskosten
3. Kurzportraits
3.1 Kinderheim „Reisersches Tal“ in Reiser
3.2 Kinder- und Jugendheim „Am Ringelberg“ in Erfurt
4. Methodenteil
4.1 Tabellarischer Verlauf des Forschungsprozesses
4.2 Methode Leitfadeninterview
4.3 Hypothesen
4.4 Probanden
4.5 Durchführung des Interviews
5. Auswertung der Interviews
5.1 Hypothese 1: Heim als Familienergänzung
5.1.1 Kinderinterviews
5.1.2 Experteninterviews
5.2 Hypothese 2: Heim als letzter Ausweg?
5.2.1 Kinderinterviews
5.2.2 Experteninterviews
5.3 Hypothese 3: Heimkinder sind selbstständig und realistisch
5.3.1 Kinderinterviews
5.3.2 Experteninterviews
5.4 Hypothese 4: Heimkinder und Ausgrenzung
5.4.1 Kinderinterviews
5.4.2 Experteninterviews
5.5 Hypothese 5: Elternkontakt ist positiv für das Kind
5.5.1 Kinderinterviews
5.5.2 Experteninterviews
6. Reflexion
7. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht das Selbstkonzept von neun Kindern im Alter zwischen 13 und 17 Jahren, die in zwei unterschiedlichen Kinder- und Jugendheimen untergebracht sind. Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, inwiefern die Heimerziehung die sozial-emotionale Entwicklung dieser Heranwachsenden beeinflusst und ob das Heim eine adäquate Familienergänzung darstellen kann.
2. Theoretischer Teil
Sein Abbild im Spiegel zu erkennen, ist eine Fähigkeit, die sich erst in den ersten Lebensjahren herausbildet. Das Selbst-Bewusst-Sein, sich seiner selbst bewusst zu werden, stellt den ersten Schritt bei der Entwicklung des Selbstkonzepts dar (vgl. Lohaus et al. 2010: 164).
„ Das Selbstkonzept besteht als kognitive Komponente des Selbst aus der Selbstwahrnehmung und dem Wissen um das, was die eigene Person ausmacht. Neben persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten, die man besitzt, gehören zu diesem Wissen auch Neigungen, Interessen und typische Verhaltensweisen“ (ebd.: 165).
In Abgrenzung zum Selbstkonzept, bezieht sich der Selbstwert oder vielmehr das Selbstwertgefühl auf die affektive Komponente des Selbst, das heißt auf die emotionale Einstellung.
„Der Selbstwert resultiert als affektive Komponente des Selbst aus der Bewertungen der eigenen Person oder von Aspekten, die die eigene Person ausmachen. Somit können sich die Bewertungen auf Persönlichkeitseigenschaften, Fähigkeiten oder aber auch auf das emotionale Erleben beziehen“ (ebd.).
Über diese Definitionen ist man sich heutzutage weitestgehend einig. Im Folgenden möchten wir auf die aktuellen Ansätze eingehen und zuvor kurz die frühen theoretischen Ansätze erläutern.
1. Einleitung: Beschreibt die Bedeutung des Urvertrauens für die Entwicklung des Selbstkonzepts und führt in die Problematik und die Zielsetzung der Studie zur Heimerziehung ein.
2. Theoretischer Teil: Erläutert die psychologischen Grundlagen des Selbstkonzepts, die Entwicklung im Kindesalter sowie die Strukturen und Rahmenbedingungen der stationären Jugendhilfe.
3. Kurzportraits: Stellt die zwei in der Untersuchung berücksichtigten Heime „Reisersches Tal“ und „Am Ringelberg“ sowie deren pädagogische Konzepte vor.
4. Methodenteil: Detailliert den Forschungsprozess, die Wahl des teilstandardisierten Leitfadeninterviews als Methode sowie die Hypothesenbildung und die Probandenauswahl.
5. Auswertung der Interviews: Präsentiert die Analyse der geführten Interviews anhand der fünf aufgestellten Hypothesen unter Einbeziehung der Kinder- und Expertenperspektive.
6. Reflexion: Reflektiert kritisch über den Forschungsprozess, die methodische Vorgehensweise und die Herausforderungen während der Datenerhebung.
7. Fazit: Fasst die Ergebnisse der Studie zusammen und betont, dass Heimerziehung eine unterstützende Entwicklungsumgebung bieten kann, die nicht negativ auf das Kind wirkt.
Selbstkonzept, Heimerziehung, Stationäre Jugendhilfe, Sozial-emotionale Entwicklung, Leitfadeninterview, Kindeswohl, Pädagogische Konzepte, Identitätsfindung, Stigmatisierung, Elternarbeit, Erziehungshilfe, Qualitative Forschung, Resilienz, Verselbstständigung, Adoleszenz.
Die Arbeit untersucht das Selbstkonzept von Jugendlichen in der stationären Jugendhilfe und analysiert, wie sich das Aufwachsen im Heim auf ihre Entwicklung auswirkt.
Die zentralen Felder sind die psychologische Definition des Selbstkonzepts, die Rolle der Jugendhilfe, das Erleben von Ausgrenzung sowie die Bedeutung von familiären Bindungen und Elternkontakten.
Das Ziel ist es, zu verstehen, wie Heimkinder ihre Lebenssituation und ihr Selbstbild wahrnehmen, und dabei veraltete Vorurteile gegenüber der Heimerziehung zu entkräften.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign mit teilstandardisierten Leitfadeninterviews angewendet, wobei sowohl die Jugendlichen als auch pädagogische Fachkräfte befragt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Vorstellung der Einrichtungen und eine systematische Auswertung der Interviews anhand von fünf Forschungshypothesen.
Selbstkonzept, Heimerziehung, Jugendhilfe, Sozial-emotionale Entwicklung, Leitfadeninterview, Identitätsfindung und Stigmatisierung sind prägende Begriffe.
Während ein Heim einen stärkeren Fokus auf heilpädagogische Maßnahmen legt, betont das andere stärker die Beheimatung im Sinne einer familiären Atmosphäre.
Ein regelmäßiger Elternkontakt wird grundsätzlich als positiv erachtet, sofern keine Kindeswohlgefährdung vorliegt, wobei die Ausgestaltung stets individuell an die Situation des Kindes angepasst werden muss.
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