Diplomarbeit, 2008
111 Seiten
I. Erläuterung des Konzepts und der Herangehensweise
II. Einleitung in die EU-Türkei-Beziehungen
III. Die Debatte über den angestrebten EU-Beitritt der Türkei in Deutschland, Frankreich und Großbritannien
1. Argwohn in Frankreich
1.1. Die Rolle Frankreichs im bisherigen Beitrittsprozess der Türkei
1.2. Der Diskurs auf der Parteienebene
1.3. Die Positionen der Regierungen Chirac und Sarkozy
1.4. Die Armenien-Frage
1.5. Die Haltung der Bevölkerung in Frankreich
2. Deutschland im Zwiespalt
2.1. Die Rolle Deutschlands im bisherigen Beitrittsprozess der Türkei
2.2. (Inner-)Parteilicher Diskurs
2.3. Die Positionen der Regierungen Schröder und Merkel
2.4. Die Rolle der türkischen Migranten in Deutschland
2.5. Die Haltung in der deutschen Bevölkerung
3. Unterstützung aus Großbritannien
3.1. Die Rolle Großbritanniens im bisherigen Beitrittsprozess der Türkei
3.2. Die Positionen der Parteien
3.3. Die Positionen der Regierungen Blair und Brown
3.4. Die Rolle des „special relationship“ mit den USA
3.5. Die Haltung in der britischen Bevölkerung
IV. Analyse der Positionen und Schlussfolgerungen
1. Kategorische Zusammenfassung der Positionen
2. Schlussfolgerungen
3. Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die unterschiedlichen Debatten über den angestrebten EU-Beitritt der Türkei in den drei EU-Mitgliedstaaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Ziel ist es, die länderspezifischen Unterschiede in den Positionen von Regierungen, Parteien und Bevölkerungen sowie die zugrunde liegenden Ursachen – wie historische, kulturelle und strategische Faktoren – systematisch herauszuarbeiten.
II. Einleitung in die EU-Türkei-Beziehungen
Die Türkei bewarb sich erstmals 1959 um die assoziierte Mitgliedschaft in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Aufgrund eines Militärcoups in der türkischen Republik im Jahr 1960 verzögerte sich der Verhandlungsprozess mit der Gemeinschaft.
„Wir sind heute Zeuge eines Ereignisses von großer politischer Bedeutung. Die Türkei gehört zu Europa. […][D]as heißt nach den heute gültigen Maßstäben, dass sie ein verfassungsmäßiges Verhältnis zu der Europäischen Gemeinschaft herstellt. […]Das Abkommen sieht […] vor, dass die Türkei in naher Zukunft ihre Beziehungen zur Gemeinschaft noch intensivieren soll und zu einer echten Wirtschaftsunion gelangen kann, in der wir nach wie vor das Zeichen einer echten Integration sehen. […] Und eines Tages soll der letzte Schritt vollzogen werden: Die Türkei soll vollberechtigtes Mitglied der Gemeinschaft sein.“
I. Erläuterung des Konzepts und der Herangehensweise: Definition des Forschungsziels, der methodischen Vorgehensweise und des thematischen Rahmens der Arbeit.
II. Einleitung in die EU-Türkei-Beziehungen: Historischer Rückblick auf die Entwicklung der türkisch-europäischen Beziehungen seit 1959, einschließlich wichtiger Abkommen und Verhandlungsschritte.
III. Die Debatte über den angestrebten EU-Beitritt der Türkei in Deutschland, Frankreich und Großbritannien: Detaillierte Untersuchung der nationalen Debatten, aufgeteilt in Länderkapitel mit Fokus auf Regierungs-, Parteien- und Bevölkerungsebene.
IV. Analyse der Positionen und Schlussfolgerungen: Synthetische Kategorisierung der nationalen Standpunkte sowie Fazit zu den Gründen für die unterschiedliche Fokussierung in den drei untersuchten EU-Staaten.
EU-Beitritt, Türkei, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Außenpolitik, Beitrittsverhandlungen, Migration, Privilegierte Partnerschaft, Europäische Integration, Geopolitik, öffentliche Meinung, Reformprozess, Zypernkonflikt, Identitätspolitik.
Die Arbeit analysiert die verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Debatten innerhalb Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens bezüglich des EU-Beitritts der Türkei.
Im Zentrum stehen die Regierungs- und Parteienpositionen, die Rolle der nationalen Diaspora, die öffentliche Meinung und strategische sowie kulturelle Argumentationsmuster.
Die Forschungsfrage lautet, inwiefern sich die Debatten zum türkischen EU-Beitritt in diesen drei Mitgliedstaaten unterscheiden und welche Ursachen für die unterschiedlichen nationalen Schwerpunkte verantwortlich sind.
Es wird eine vergleichende Diskursanalyse durchgeführt, basierend auf Regierungsveröffentlichungen, Parteiprogrammen, demoskopischen Daten und politischer Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in länderspezifische Analysen, die Akteure, Entscheidungsprozesse und gesellschaftliche Einstellungen in Frankreich, Deutschland und Großbritannien detailliert beleuchten.
Die Analyse ist geprägt durch Begriffe wie "Privilegierte Partnerschaft", "europäische Integration", "institutionelles System der EU" sowie "geopolitische Strategie".
Die armenische Diaspora in Frankreich hat erheblichen Einfluss auf die politische Debatte, insbesondere durch die Forderung nach Anerkennung des Völkermords von 1915 als Beitrittsvoraussetzung für die Türkei.
Großbritannien unterstützt den EU-Beitritt der Türkei primär aus strategischen und wirtschaftlichen Gründen als Befürworter der EU-Erweiterung, während Frankreich der Erweiterung skeptisch gegenübersteht und eine Vertiefung der EU priorisiert.
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