Bachelorarbeit, 2008
65 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. ´Jugendfernsehen` und das eigentliche Bestimmungsproblem
3. Geschichte des deutschen Jugendfernsehens
3.1 Jugendprogramme im Überblick
3.1.1 Die Ruhe vor dem Sturm
3.1.2 Die Experimentierphase
3.1.3 Neue Konkurrenz
3.2 Was vom Jugendfernsehen übrig blieb
3.2.1 „Bravo TV“ – Das Aussterben der letzten Jugendsendung
3.2.2 Jugendprogramme im Überblick
3.3 Gründe fürs Scheitern
4. Das aktuelle Angebot
4.1 ´Verstecktes` Jugendfernsehen
4.2 Eins Live – Erfolgreiches regionales Jugendradio
4.3 Neon – Eine Jugendzeitschrift, die ankommt
5. Wege zum erfolgreichen Jugendfernsehen?
5.1 Starke Geldgeber
5.2 Zielgruppenkenntnisse
5.3 Konstante Grundstruktur
5.4 Nähe zum Publikum
6. Schlussfolgerung
Die vorliegende Bachelor-Arbeit analysiert die historische Entwicklung und das bisherige Scheitern des deutschen Jugendfernsehens. Dabei wird der Frage nachgegangen, warum entsprechende Formate langfristig kaum erfolgreich waren und ob ein zielgruppengerechtes Jugendfernsehen unter den aktuellen Marktbedingungen überhaupt noch realisierbar ist.
3.1.1 Die Ruhe vor dem Sturm
Als am 25. Dezember 1952 der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) nach einer zweijährigen Testphase den Programmbetrieb aufnimmt, kann man darunter kaum ein Angebot für Jugendliche finden, das seine Zielgruppe als ein mündiges und ernstzunehmendes Publikum versteht. Im Gegenteil: Jugendliche werden in der BRD als unreife und schutzbedürftige Wesen gesehen, die eines erzieherischen Leitfadens bedürfen. Diese christlich geprägte Auffassung entsteht um die Jahrhundertwende. Ihrer Ansicht nach sind junge Menschen zwischen dem Schulende und der Gründung eines eigenen Haushaltes vielen Versuchungen ausgesetzt. Vor ihnen gilt es zu warnen und zu beschützen. Ähnliche Sichtweisen auf diese Gruppe finden sich auch in den entwicklungspsychologischen Ansätzen Bühlers und Sprangers. Um Jugendlichen den Einstieg in die Welt der Erwachsenen zu erleichtern, soll ihrer Ansicht nach eine Art ´Moratorium` geschaffen werden, in dem sich Jugendliche auf die Erwachsenenwelt vorbereiten können. Diesen Schonraum wollen auch die Programmmacher der 50er und 60er Jahre für sein junges Publikum kreieren. Das Fernsehen sieht sich neben Eltern und Schule als eine erziehende Instanz. Gesellschaftliche Werte und Normen, die hier vermittelt werden, stehen außer Frage. Bildung und Erziehung der jungen Gruppe schaffen den Grundanspruch aller Sendungen. Dagegen spielen Konflikte im Gemeinschaftsleben der Familie, Freunde oder Schule im Jugendprogramm keine weitere Rolle. Um eine gesunde Entwicklung nicht zu gefährden, wird sogar weitestgehend auf kritische Themen verzichtet.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Dauerkrise des deutschen Jugendfernsehens und definiert die Forschungsfrage nach den Gründen des Scheiterns sowie möglichen Erfolgsfaktoren.
2. ´Jugendfernsehen` und das eigentliche Bestimmungsproblem: Dieses Kapitel erörtert die theoretische Schwierigkeit, „Jugendfernsehen“ sowie die Lebensphase „Jugend“ wissenschaftlich präzise abzugrenzen.
3. Geschichte des deutschen Jugendfernsehens: Es wird die chronologische Entwicklung der Jugendsendungen in BRD und DDR analysiert, wobei die Experimentierphase der 70er Jahre und der Einfluss politischer Ideologien im Mittelpunkt stehen.
4. Das aktuelle Angebot: Dieses Kapitel beleuchtet den Rückzug spezieller Jugendformate zugunsten von Mainstream-Angeboten und stellt erfolgreiche Beispiele aus Radio und Printmedien gegenüber.
5. Wege zum erfolgreichen Jugendfernsehen?: Basierend auf den Fallbeispielen Eins Live und NEON werden zentrale Kriterien für mediale Erfolge im Jugendsegment abgeleitet.
6. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass ein erfolgreiches Jugendfernsehen heute durch hohe Authentizität, klare Zielgruppenfokussierung und konstante Programmarbeit gelingen könnte, sofern die Sender bereit sind, entsprechende Freiräume zu gewähren.
Jugendfernsehen, Jugendprogramm, Mediennutzung, Zielgruppenanalyse, Programmkonzeption, Geschichte, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Duales Rundfunksystem, Eins Live, NEON, Bravo TV, Scheiterungsgründe, Medienpädagogik, Jugendsoziologie, Programmentwicklung.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der historischen Entwicklung des deutschen Jugendfernsehens und den vielfältigen Gründen, warum dieses Genre über Jahrzehnte hinweg als „Dauerkrise“ wahrgenommen wurde und letztlich weitgehend aus dem TV-Programm verschwand.
Im Zentrum stehen die Konzepte der Jugendsendungen, deren Sendeplätze, die Bestimmung der Zielgruppe durch die Sender sowie die Auswirkungen von gesellschaftlichem Wandel und politischer Steuerung auf das Programmangebot.
Das Ziel ist es, die spezifischen Scheiternsgründe deutscher Jugendsendungen herauszuarbeiten und zu prüfen, ob und wie ein erfolgreiches Jugendfernsehen in der heutigen Medienlandschaft realisierbar wäre.
Die Arbeit stützt sich auf eine geschichtliche Rekonstruktion mittels Fachliteratur sowie eine vergleichende Analyse aktueller Studienergebnisse (z.B. JIM-Studie) und erfolgreicher Medienangebote außerhalb des Fernsehens.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Aufarbeitung (50er bis 90er Jahre), eine Bestandsaufnahme des aktuellen TV-Marktes sowie eine Analyse von Best-Practice-Beispielen (Eins Live, NEON) als Grundlage für zukünftige Empfehlungen.
Zentrale Begriffe sind Jugendfernsehen, Zielgruppenorientierung, Programmkonzeption, Mediennutzung, Rundfunkgeschichte und Erfolgsfaktoren.
Das Hauptproblem liegt laut Autorin darin, dass es keine allgemein gültige, rechtlich oder soziologisch eindeutige Definition für "Jugendliche" gibt und sich die Interessen innerhalb dieser Altersphase stark unterscheiden, was eine zielgenaue Programmplanung erschwert.
Die Einführung des dualen Rundfunksystems ab 1984 verschärfte den Wettbewerb um Zuschauerquoten. Private Sender fokussierten sich auf lukrative Mainstream-Unterhaltung, was dazu führte, dass öffentlich-rechtliche Sender ihre Bemühungen um spezielle Jugendformate weitgehend einstellten.
Beide Medien haben es geschafft, durch eine konstante Grundstruktur, hohe Authentizität, eine enge Bindung an die Zielgruppe und ausreichende finanzielle Ausstattung eine feste Marke aufzubauen, von der das Jugendfernsehen lernen kann.
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