Bachelorarbeit, 2012
47 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Das Glücksspiel
2.1 Staatliche Regelungen in Deutschland
2.1.1 Gesetzliche Einordnung
2.1.2 Kritik am deutschen Glücksspielsystem
2.1.3 Steuereinnahmeformen
2.2 Das deutsche Lotteriesystem
2.2.1 Definition und Anbieter
2.2.2 Steuerpflicht von Lotterieeinnehmern
2.3 Poker
2.3.1 Medienpräsenz und Charakteristika des Spiels
2.3.2 Rechtliche Normen des Spielangebots
3 Einkommensteuerrechtliche Differenzierung von Spielgewinnen
3.1 Unterscheidung zwischen Glücks- und Geschicklichkeitsspielen
3.2 Einkommensteuerfreie Spielgewinne aus Glücksspielen
3.2.1 Steuerrechtliche Definition
3.2.2 Einkommensteuerpflicht bei gewinnbringender Anlegung
3.3 Einkommensteuerpflichtige Gewinne
3.3.1 Geschicklichkeitsspiele
3.3.2 Steuerpflichtige Gewinne aus Fernsehshows und Pyramidenspielen
3.4 Poker als einkommensteuerrechtlicher Sonderfall
3.4.1 Rechtliche Einordnung und Kritik
3.4.2 Steuerrechtliche Behandlung
4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die einkommensteuerliche Behandlung von Glücksspielen in Deutschland, mit einem besonderen Fokus auf Lotto und Poker. Das primäre Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der rechtlichen Einstufung von Glücksspielen und der steuerbehördlichen Besteuerungspraxis – insbesondere bei Berufspokerspielern – kritisch zu analysieren und aufzuzeigen, wo die aktuelle Verfügungspraxis Mängel aufweist.
Poker als einkommensteuerrechtlicher Sonderfall
Poker wird in der aktuellen Rechtsprechung als Glücksspiel charakterisiert. Der Ursprung dieser Einstufung liegt in einem Reichsgerichtsurteil aus dem Jahre 1906, in dem die Pokervariante „Draw Poker“ als Glücksspiel klassifiziert wurde. Gerichtsurteile und Rechtsprechung orientieren sich bis heute an diesem Urteil und betiteln Poker, als ein überwiegend zufallsbezogenes Spiel.
Über die Jahre hinweg, haben diverse Kritiker aus der empirisch-wissenschaftlichen Branche, aber auch aus dem juristischen Bereich, die fortbestehende Anerkennung des Reichsgerichtsurteils angeprangert.
Das Landgericht Karlsruhe z. B. kritisierte den Beschluss von 1906 in einem veröffentlichten Urteil. In diesem wurden dem Pokerspiel neben Zufallselemente, auch Geschicklichkeitsanteile zugesprochen und das Urteil in der Form kritisiert, dass „eine eingehende Auseinandersetzung mit den verschiedenen Aspekten des Spiels […]“ nicht behandelt wurde. Zudem würde, je nach steigender Anzahl der gespielten Hände, die Geschicklichkeitskomponente steigen und die Zufallskomponente fallen. Ziel des Spiels sei es nicht, „möglichst viele einzelne Runden zu gewinnen, sondern am Ende am meisten bzw. alles gewonnen zu haben.“ Hierfür müssten Spieler in der Lage sein, „bei schlechten „Händen“ möglichst wenig zu verlieren und bei guten „Händen“ möglichst viel zu gewinnen. Dies erfordert taktisches Geschick, Strategie und mathematisches sowie psychologisches Einfühlungsvermögen – alles Eigenschaften, die als Geschicklichkeitselemente einzuordnen sind […]“.
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des Glücksspiels und die staatliche Interessenlage sowie die Problematik des unregulierten Marktes und die daraus resultierenden steuerlichen Grauzonen.
2 Das Glücksspiel: Dieses Kapitel erläutert die staatlichen Regelungen in Deutschland, das Lotteriesystem und die Besonderheiten des Pokerspiels im Hinblick auf Medienpräsenz und rechtliche Rahmenbedingungen.
3 Einkommensteuerrechtliche Differenzierung von Spielgewinnen: Dieses Kapitel analysiert die steuerliche Unterscheidung zwischen Glücks- und Geschicklichkeitsspielen sowie die spezielle steuerrechtliche Einordnung von Spielgewinnen und die Behandlung von Pokergewinnen als gewerbliche Einkünfte.
4 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die aktuelle Rechtslage bezüglich der Besteuerung von Pokergewinnen aufgrund widersprüchlicher Einstufungen als Glücksspiel einerseits und als steuerpflichtige gewerbliche Tätigkeit andererseits unklar ist und dringenden Handlungsbedarf erfordert.
Glücksspiel, Einkommensteuer, Lotto, Poker, Geschicklichkeitsspiel, Steuerpflicht, Gewerbebetrieb, Glücksspielstaatsvertrag, Rechtsprechung, Spielsucht, Online-Poker, Steuerbehörden, Gewinnbesteuerung, Finanzverwaltung, Marktversagen
Die Arbeit behandelt die steuerliche Einordnung von Spielgewinnen in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der unterschiedlichen Einstufungen von Glücks- und Geschicklichkeitsspielen.
Zentrale Themen sind die staatliche Glücksspielregulierung, die Unterscheidung zwischen Glücks- und Geschicklichkeitsspielen sowie die daraus folgende steuerliche Behandlung von Gewinnen aus Lotto, Poker und Fernsehshows.
Das Ziel ist eine kritische Analyse der einkommensteuerlichen Behandlung von Pokerspielen, insbesondere die Untersuchung der unzulässigen Doppelaspekte zwischen Glücksspielstatus und gewerblicher Besteuerung.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten rechts- und steuerwissenschaftlichen Analyse, die durch die Auswertung von Urteilen, Fachliteratur und empirischen Studien zur Geschicklichkeitskomponente beim Poker gestützt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des deutschen Glücksspielwesens, die steuerrechtliche Differenzierung von Spielgewinnen nach Einkunftsarten sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Poker als steuerrechtlichem Sonderfall.
Die wichtigsten Begriffe sind Glücksspiel, Einkommensteuer, Gewerbebetrieb, Poker, Geschicklichkeitsspiel, Glücksspielstaatsvertrag und Finanzverwaltung.
Weil Poker trotz rechtlicher Einstufung als Glücksspiel von der Finanzverwaltung zunehmend als Geschicklichkeitsspiel mit Gewinnerzielungsabsicht umgedeutet wird, um die Spieler steuerpflichtig zu machen.
Kritisiert wird vor allem die widersprüchliche Einstufung, da der Staat einerseits Poker als Glücksspiel monopolisiert, aber andererseits steuerliche Einnahmen durch eine Umdeutung in gewerbliche Tätigkeit generiert.
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