Diplomarbeit, 2012
99 Seiten, Note: 2,0
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht das sozial-ethische Problem des Dopings im Alltag und dessen sozialen Nutzen aus ökonomischer und vertragstheoretischer Perspektive. Das Hauptziel ist es, zu klären, ob Doping, jenseits des Sports, der Gesellschaft einen positiven Nutzen bringt, wie es mit moralischen Vorstellungen vereinbar ist und welche langfristigen gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Kosten es verursacht.
2.1.1 Das Gefangendilemma des Dopings
Dieses Unterkapitel soll der Einleitung in das komplexere Modell dienen, um den Maßstab für die Entscheidungsfindung des einzelnen abzuleiten. Den grundlegenden Baustein für die Analyse des Dopingdilemmas stellt das Gefangendilemma dar.
Es werden zwei Agenten A und B mit homogenen Präferenzen und Fähigkeiten unterstellt, mit der gleichen Ausgangsituation und der gleichen Gewinnwahr-scheinlichkeit von Wi = 0,5, mit 0 < w₁ < 1, i = A, B. Beide Agenten stehen in einem Wettbewerb, in dem sie sich um einen Preis bemühen bzw. einen Preis anstreben. Es kann mit der Situation verglichen werden, in der zwei Manager um eine Beförderung untereinander kämpfen. Wer gewinnt, wird befördert. Die Beförderung wird durch den Preis pausgedrückt. Bringen beide denselben Output für die Firma, wird der Preis aufgeteilt. Beide Manager haben die Möglichkeit leistungssteigernde Substanzen zu nehmen, um ihre Performance zu verbessern und somit den Wettbewerb mit einer erhöhten Gewinnwahrschein-lichkeit zu bestreben. Der Gebrauch von leistungssteigernden Drogen bzw. Medikamenten verursacht bei den Nutzern Kosten in Höhe von k. Das können Kosten der Gesundheit sowie monetäre Kosten sein. Dopt nur einer der Manager, gewinnt er mit Sicherheit w = 1 den Preis p abzüglich der Kosten k. Der Manager, der „moralisch fair" handelt, Strategie ND, geht aus dem Wettbewerb leer heraus. Seine Auszahlung ist null. Die Wahrscheinlichkeit, dass der gedopte Teilnehmer entdeckt und vom Wettbewerb ausgeschlossen wird, ist in diesem Fall sehr klein und kann vernachlässigt werden.
Aufgrund der potentiellen Kosten präferiert jeder der Manager den Wettbewerb ohne zu dopen zu gewinnen. Sind aber die Kosten des Dopings ausreichend klein, d.h. k < p/2, wählt er Strategie D aus, in der er das Resultat seinerseits zu beeinflussen vermag und dopt, da er nicht weißt, wie sein Gegner vorgehen wird. In diesem Fall verursacht Doping einen negativen externen Nutzen, der beide Teilnehmer nachteilig beeinflusst. Denn wenn beide Teilnehmer dopen, kommt es zur ursprünglichen Ausgangssituation, in der beide dieselbe Gewinnwahrscheinlichkeit besitzen, d.h. p/2, mit dem Unterschied, dass beide ihre Kosten des Dopings zu tragen haben, was wiederum ihre Auszahlungen vermindert. Obwohl sich beide besser stellen werden, wenn sie das Dopen unterlassen, ist Doping eine dominante Strategie. Das Nash-Gleichgewicht ist ein Zustand, in dem beide Teilnehmer leistungssteigernde Substanzen konsumieren.
1 Einleitung: Die Einleitung diskutiert Doping im Alltag als pharmakologische Leistungssteigerung jenseits des Sports, beleuchtet die aktuelle Dopingsituation in Deutschland und stellt die Forschungsfrage nach dem sozialen Nutzen und den ethischen Implikationen.
2 Evolution der Entscheidungsfindung: Dieses Kapitel analysiert Doping aus spieltheoretischer Sicht, beginnend mit homogenen und dann heterogenen Agenten, und untersucht die Entscheidungsfindung der Teilnehmer, die Rolle der Reputation und die Auswirkungen von Anti-Doping-Regelungen mithilfe verschiedener ökonomischer Modelle.
3 Ordnungspolitische Optimierung: Hier wird das Dopingproblem aus ordnungspolitischer und ethischer Sicht beleuchtet, indem moralische Vorstellungen, der Konflikt zwischen Moral und Eigeninteresse, der Markt als Wettbewerbsspiel, Fairness als ethischer Maßstab und das Prinzip der persönlichen Freiheit diskutiert werden.
4 Politische Verfassung: Das Kapitel befasst sich mit der Optimierung der politischen Verfassung im Kontext des Dopings, wobei politische und soziale Institutionen, Konsenskriterien sowie Kosten-Nutzen-Analysen zur Bewertung von Entscheidungen und des Status quo herangezogen werden.
5 Schlusswort: Das Schlusswort fasst zusammen, dass Doping im Alltag langfristig negative Externalitäten verursacht und nicht mit moralischen Werten vereinbar ist, auch wenn kurzfristige positive Effekte denkbar sind, und betont die Notwendigkeit einer moralbewussten Ordnung und verstärkter Prävention.
Doping, Neuro-Enhancement, politische Ökonomie, Leistungssteigerung, Spieltheorie, Gefangenendilemma, Wohlfahrtsanalyse, Reputation, Moral, Ethik, Fairness, Verfassungsökonomik, Kosten-Nutzen-Kalkül, Prävention, Sucht.
Diese Arbeit untersucht Doping nicht nur im sportlichen Kontext, sondern auch als alltägliche pharmakologische Leistungssteigerung, bewertet deren sozialen Nutzen aus ökonomischer Sicht und analysiert die ethischen sowie gesellschaftlichen Implikationen.
Die zentralen Themenfelder umfassen die ökonomische Modellierung von Dopingentscheidungen, die Rolle von Reputation, ethische Bewertungen von Fairness und persönlicher Freiheit sowie die Optimierung von politischen und sozialen Regelungen im Kontext leistungssteigernder Drogen.
Das primäre Ziel ist es, Hypothesen zu bestätigen oder zu widerlegen, die besagen, dass Doping der Gesellschaft einen positiven Nutzen bringt, mit moralischen Vorstellungen vereinbar ist und Missallokation menschlicher Ressourcen verursacht.
Die Arbeit verwendet primär spieltheoretische und ökonomische Modelle (wie das Gefangenendilemma, Konrad, Kräkel, Tirole und Berentsen Modelle) zur Analyse von Entscheidungsfindung und Wohlfahrtseffekten, ergänzt durch ethische und verfassungsökonomische Betrachtungen.
Der Hauptteil behandelt die Evolution der Entscheidungsfindung im Kontext von Leistungssteigerung mittels verschiedener ökonomischer Modelle, ordnungspolitische Optimierungsansätze basierend auf moralischen und ethischen Prinzipien sowie die politische Verfassung als Rahmen für Dopingregelungen.
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Doping, Neuro-Enhancement, politische Ökonomie, Leistungssteigerung, Spieltheorie, Gefangenendilemma, Wohlfahrtsanalyse, Reputation, Moral, Ethik, Fairness, Verfassungsökonomik, Kosten-Nutzen-Kalkül, Prävention und Sucht.
Zur Analyse werden spieltheoretische Ansätze und ökonomische Modelle von Autoren wie Konrad (2005), Kräkel (2005), Tirole (1996) und Berentsen (2002) verwendet, die ursprünglich betrügerisches Verhalten im Sport untersuchten.
Im Gegensatz zum Sportdoping fehlt es beim Doping im Alltag an einem Öffentlichkeitsbezug und einem geregelten Kontroll- und Sanktionssystem, was es zu einer persönlichen Angelegenheit macht, die weniger stark reguliert ist.
Moralische Vorstellungen und das Prinzip der persönlichen Freiheit stehen oft in Konflikt mit dem Eigeninteresse am Doping. Die Arbeit diskutiert, wie eine moralische Ordnung und faire Spielregeln geschaffen werden können, die dennoch die individuelle Nutzenmaximierung ermöglichen, ohne die Gesellschaft zu schädigen.
Langfristig kann Doping im Alltag zu erheblichen psychischen und körperlichen Schäden, Missallokation menschlicher Ressourcen, Beeinträchtigung der Reputation und volkswirtschaftlichen Kosten im Gesundheits- und Sozialsektor führen, die den kurzfristigen Nutzen überwiegen.
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