Examensarbeit, 2003
65 Seiten, Note: 1,3
Vorüberlegungen
1. Aggression
1.1 Definitionsproblematik
1.2 Begriffsklärungen
1.2.1 Aggression
1.2.2 Aggressivität
1.2.3 Gewalt
1.2.4 Bezug zum Handlungsfeld Sport- insbesondere des Fußballs
1.3 Aggressionstheorien
Vorüberlegungen
1.3.1 Triebtheoretische Ansätze
1.3.2 Frustrations – Aggressionstheorie
1.3.3 Lerntheoretische Ansätze
1.3.4 Multikausale Ansätze
1.4 Differenzierungsmöglichkeiten von Aggressionen
1.4.1 Arten von Aggression (inhaltlich-motivational)
1.4.2 Formen von Aggression (äußerlich-formal)
1.4.3 Möglichkeiten der Differenzierung aggressiver Handlungen im Fußball
1.4.3.1 Das ´Foul´ als Indikator
1.5 Katharsis – Hypothese
1.5.1 allgemeine Überlegungen
1.5.2 Katharsis durch Sport?
2. Aggression in Schulen
Vorüberlegungen
2.1 Begriffsklärung
2.2 Bedingungsfaktoren aggressiven Schülerverhaltens
2.3 Typendifferenzierung
3. Soziales Lernen und Fairnesserziehung im Sportunterricht der Regelschule - unter besonderer Berücksichtigung des Sportspiels ´Fußball´
3.1 Begriffsklärungen und Inhalte
3.1.1 Soziales Lernen
3.1.2 Fairness
3.1.2.1 Möglichkeiten der Differenzierung
3.2 Pädagogische Konsequenzen der Bedingungsfaktoren aggressiven Schülerverhaltens
3.3 Möglichkeiten zur Fairnesserziehung im Sportunterricht der Regelschule
Fazit
Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Aggression im Kontext des Fußballsports und erforscht pädagogische Ansätze zur Fairnesserziehung im Sportunterricht der Regelschule, um aggressivem Schülerverhalten präventiv entgegenzuwirken.
1.3.1 Triebtheoretische Ansätze
Bevor ich auf die zwei wichtigsten Vertreter der Triebtheorien eingehen werde, sollte vorerst eine Basis geschaffen werden und geklärt sein, wie generell Triebe definiert werden. Ein Trieb ist ein, im allgemeinen „... seelischer und/oder körperlicher Antrieb, der als dranghaft erlebt wird und auch ohne Vermittlung des Bewusstseins entstehen kann.“ (LEXIKON DER PSYCHOLOGIE 2001, 346) Es ist quasi ein psychisch und physisch begründetes Bedürfnis, das auf Befriedigung drängt.
W. McDOUGAL hat in seiner Instinktlehre 18 Grundtriebe unterschieden, welche sogar das Atmen, die Furcht und das Entleeren mit einschloss. Ein Aggressionstrieb ist demzufolge ein Trieb, der zu aggressiven Handlungen führt bzw. sich in diesen äußert. (vgl. LEXIKON DER PSYCHOLOGIE 2001, 346)
Die Trieb/Instinkttheorie, die davon ausgeht, dass sich Energien, in dem Fall Aggressionsenergien, immer wieder neu bilden und entladen werden müssen, wurde erstmals 1908 von A. ADLER postuliert, der dazumal noch zum Kreise der Psychoanalytiker um S. FREUD gehörte. Letzterer hat im Laufe seiner Theoriebildung unterschiedliche Vorstellungen zur Aggression entwickelt. 1920 war er es dann, der in seinen Aufzeichnungen erstmals von zwei sich gegenüberstehenden Triebsystemen sprach - Eros (Lebenstrieb) und Thantos (Todestrieb). Auslöser in diesem System ist der Todestrieb, der ganz allgemein das Lebendige zum Toten machen, und somit einen spannungslosen Zustand erreichen will. Da aber ein schneller Triumph des Thantos die Selbstvernichtung des Menschen bedeutet, verhindert dies wiederum der Gegenspieler Eros, was den Todestrieb nach außen, quasi an ein anderes Objekt lenkt und sich letztlich in unserem aggressiven Handeln zeigt (vgl. LEXIKON DER PSYCHOLOGIE 2000, 346-347).
1. Aggression: Dieses Kapitel erörtert die Problematik der Begriffsbestimmung, verschiedene theoretische Erklärungsansätze für Aggression und Möglichkeiten zur Differenzierung von Aggressionsformen im Fußball.
2. Aggression in Schulen: Hier werden die spezifischen Bedingungsfaktoren aggressiven Schülerverhaltens analysiert und verschiedene Typologien von Tätern und Opfern dargestellt.
3. Soziales Lernen und Fairnesserziehung im Sportunterricht der Regelschule - unter besonderer Berücksichtigung des Sportspiels ´Fußball´: Das Abschlusskapitel widmet sich den Chancen des Sportunterrichts zur präventiven Fairnesserziehung und erläutert konkrete pädagogische Handlungsoptionen.
Aggression, Fairness, Fairnesserziehung, Sportunterricht, Fußball, Gewaltprävention, Soziales Lernen, Frustrations-Aggressionstheorie, Triebtheorie, Lerntheorie, Schulsport, Pädagogische Konsequenzen, Konfliktlösung, Regelkonformität, Verhaltensauffälligkeit.
Die Arbeit behandelt die Problematik von Aggressionen im Fußball und untersucht Möglichkeiten, durch gezielte Fairnesserziehung im Sportunterricht der Regelschule pädagogisch gegen aggressives Verhalten vorzugehen.
Die zentralen Felder sind die theoretische Herleitung von Aggression, deren spezifische Ausprägung im Fußball sowie die Analyse von Bedingungsfaktoren und Interventionsmöglichkeiten in Schulen.
Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten zur Minderung von Aggressionen im Schulsport aufzuzeigen und durch eine Erziehung zu Fairness soziale Kompetenzen bei den Schülern zu fördern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender psychologischer und sportpädagogischer Theorien zur Aggressionsforschung und deren Anwendung auf den sportpraktischen Kontext.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis der Aggressionsforschung, die Untersuchung von Aggression in Schulen sowie die Ableitung pädagogischer Konsequenzen und Möglichkeiten zur Fairnesserziehung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Aggression, Fairnesserziehung, Schulsport, Fußball und Gewaltprävention charakterisiert.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die These einer "Ventilfunktion" des Sports für Aggressionen wissenschaftlich kaum haltbar ist und Sport nicht allein zur Abreaktion von Trieben instrumentalisiert werden sollte.
Das Foul dient als Indikator zur Klassifizierung aggressiver Verhaltensweisen, wobei zwischen unbeabsichtigten, instrumentellen und expressiv-reaktiven Fouls unterschieden wird.
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