Examensarbeit, 2008
109 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung: Einführung in das Thema und Forschungsstand
1.1 Fragestellung
1.2 Forschungsstand und Relevanz
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Der theoretische Bezugsrahmen
2.1 Netzwerkperspektivische Theorien
2.1.1 Global Commodity Chain Ansatz
2.1.2 Global Production Network Ansatz
2.1.3 Ansatz der Industriedistrikte
2.2 Entwicklungs- und Wachstumstheorien
2.2.1 Ausgleich oder Polarisierung regionaler Disparitäten
2.2.2 Fragmentierende Entwicklung
2.3 Exportproduktionszonen in der wissenschaftlichen Diskussion
2.3.1 Definition der Exportproduktionszonen
2.3.2 Zielsetzung von Exportproduktionszonen
2.3.3 Diskussion: Wohlfahrtsgewinne durch Exportproduktionszonen?
2.3.4 Linkages und spillover effects in der Diskussion um Exportproduktionszonen
2.3.5 Voraussetzungen für die Entstehung von Rückkopplungs- und Ausstrahlungseffekten
2.3.6 Kontroverse Diskussion
2.4 Synthese aus Theorien und empirischen Modellen und Kriterien für die eigene empirische Forschung
3. Die Bekleidungsindustrie in Haiti und der Dominikanischen Republik
3.1 Bekleidungs- und Textilindustrie in globalen Warenketten
3.1.1 Entwicklung der internationalen Arbeitsteilung und räumliche Verlagerung in der Textilindustrie
3.1.2 Die Warenkette in der Bekleidungsindustrie
3.1.3 Mögliche industrielle Entwicklung in der Bekleidungsindustrie
3.2 Handelsabkommen zur Förderung der exportorientierten Textilindustrie im Karibischen Raum – Schaffung von neuen regionalen Integrationsräumen
3.3 Die Fertigungsindustrie in den Exportproduktionszonen in der Dominikanischen Republik und Haiti
3.3.1 Exportproduktionszonen in der Dominikanischen Republik: Herausforderungen und Umstrukturierung
3.3.2 Exportproduktionszonen in Haiti: am unteren Ende der Warenkette
3.4 Zwischenresümee
4. Der regionale Kontext: Haiti und die Dominikanische Republik und ihre gemeinsame Grenzregion
4.1 Sozial- und wirtschaftsräumliche Disparitäten zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik und innerhalb der Länder
4.1.1 Disparitäten in der sozialen Entwicklung
4.1.2 Disparitäten in der wirtschaftlichen Entwicklung
4.1.3 Disparitäten im Raumgefüge
4.2 Gründe der Entwicklung von regionalen Disparitäten, unterschiedliche Industrialisierungspfade
4.2.1 Historischer Rückblick auf eine ungleiche Entwicklung
4.2.2 Von der Import-Substitution zur Exportorientierung
4.3 Die Rahmenbedingungen für Wirtschaftswachstum und Entwicklung
4.4 Untersuchungsraum Ouanaminthe/Dajabon
4.4.1 Methodische Vorgehensweise
4.4.2 Der Grenzraum in der geographischen Diskussion
4.4.3 Die Grenzregion Ouanaminte/Dajabon
4.4.4 Wirtschaftliche und soziale Aktivitäten im Grenzraum Ouanaminthe und Dajabon und soziokultureller Kontext
5. Die Exportproduktionszone in Ouanaminthe
5.1 Vergünstigungen für Unternehmen in den Exportproduktionszonen
5.2 Ortsbegehung: CODEVI
5.3 Das niedergelassene Unternehmen: CODEVI/Grupo M
5.3.1 Industrietyp und Produktionssystem von Grupo M
5.3.2 CODEVI als Ergebnis von Auslagerungsprozessen
5.3.3 CODEVI als Teil von Entwicklungsstrategien
5.4 Auswirkungen der Implementierung der EPZ auf den Sozialraum Ouanaminthe/ Dajabon
5.4.1 Konflikte vor der Implementierung der EPZ
5.4.2 Arbeitsnehmerrechte und gewerkschaftliche Aktivitäten
5.4.3 Wirtschaftliche und soziale Auswirkungen der Exportproduktionszone
6. Schlussfolgerung und Ausblick: Lassen sich regionale Disparitäten durch die Implementierung der Exportproduktionszone in Ouanaminthe überwinden?
Die Arbeit untersucht, ob die Integration Haitis in die globale Warenkette der Bekleidungsindustrie durch die Einrichtung von Exportproduktionszonen (EPZs) regionale Disparitäten abbauen kann oder ob diese Zonen isolierte Enklaven bleiben. Im Fokus steht die Exportproduktionszone CODEVI in Ouanaminthe an der haitianisch-dominikanischen Grenze und deren Impact auf das soziale Gefüge des nordhaitianischen Raums.
Die Exportproduktionszone in Ouanaminthe
Das am weitesten fortgeschrittene Projekt im Grenzraum und zugleich Bezugspunkt der übrigen Projekte (Infrastrukturprojekte, siehe oben) ist die Exportproduktionszone am Grenzfluss Rivière Massacre, am Rand der Ebene von Maribaroux. Die EPZ wird von der CODEVI (Compagnie Développement Industrielle) betrieben, einem Tochterunternehmen des dominikanischen Bekleidungsherstellers Grupo M, und entstand mit Kreditförderung der International Finance Corporation (IFC), einer Bank der Weltbank-Gruppe, die private Investitionen in Entwicklungsländern unterstützt.
Die Kritik an der Einrichtung der Exportproduktionszone bezog sich auf die den dort investierenden Unternehmen gewährten Vergünstigungen und Sondergenehmigungen. Die Gewerkschafterin Yannick Etienne bezeichnet die EPZ als „rechtsfreien Raum“ (Interview vom 11.12.2007).
Die Botschaft von Haiti in den USA (2008: www.haiti.org/business&opportunity) wirbt im Internet mit den günstigen Investitionsbedingungen und Steuerbefreiungen um potentielle Investoren. Um in den Genuss dieser Vergünstigungen zu kommen, wird von den Unternehmen die Erfüllung von mindestens einem der folgenden Kriterien verlangt: 1. intensive und effiziente Verwertung lokal vorhandener Ressourcen oder 2. Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Verbesserung des qualifizierenden Levels oder 3. Einführung oder Ausweitung neuer Technologien, angepasst an die lokalen Bedingungen oder 4. Schaffung oder Intensivierung von backward oder forward linkages im industriellen Sektor oder 5. exportorientierte Produktion oder 6. Nutzung lokalen Inputs im Umfang von mindestens 35% der Produktionskosten oder 7. Re-export importierter, vor Ort zusammengesetzter Produkte (Fertigungsindustrie).
1. Einleitung: Einführung in das Thema und Forschungsstand: Einführung in die globale Reorganisation der Produktion und Vorstellung der Forschungsfrage zur Wirkung von Exportproduktionszonen auf regionale Disparitäten.
2. Der theoretische Bezugsrahmen: Darstellung netzwerkperspektivischer Ansätze und Entwicklungstheorien, um die Mechanismen der globalen Arbeitsteilung und die Rolle von EPZs theoretisch fundiert zu analysieren.
3. Die Bekleidungsindustrie in Haiti und der Dominikanischen Republik: Analyse der Einbindung der Region in globale Warenketten sowie der Bedeutung von Handelsabkommen für die exportorientierte Textilindustrie.
4. Der regionale Kontext: Haiti und die Dominikanische Republik und ihre gemeinsame Grenzregion: Untersuchung der sozioökonomischen Disparitäten und der historisch gewachsenen Abhängigkeitsstrukturen beider Nachbarländer im Grenzraum.
5. Die Exportproduktionszone in Ouanaminthe: Detaillierte Betrachtung des Industrieparks CODEVI, der Unternehmensstrategien von Grupo M und der Auswirkungen auf den lokalen Sozialraum Ouanaminthe/Dajabón.
6. Schlussfolgerung und Ausblick: Lassen sich regionale Disparitäten durch die Implementierung der Exportproduktionszone in Ouanaminthe überwinden?: Synthese der Ergebnisse mit dem Fazit, dass die EPZ trotz lokaler Beschäftigungseffekte keine nachhaltige wirtschaftliche Integration bewirkt und den Enklavencharakter behält.
Exportproduktionszonen, EPZ, Haiti, Dominikanische Republik, globale Warenketten, Textilindustrie, regionale Disparitäten, CODEVI, Arbeitsbedingungen, Handelsabkommen, HOPE Act, industrielle Entwicklung, wirtschaftliche Integration, Grenzraum, Standortwettbewerb.
Die Arbeit untersucht, ob die Integration Haitis in globale Warenketten durch Exportproduktionszonen die wirtschaftliche Entwicklung fördern und regionale Disparitäten im Grenzraum zu der Dominikanischen Republik verringern kann.
Die zentralen Themen umfassen die Globalisierung der Bekleidungsindustrie, die Rolle von Freihandelsabkommen, die theoretische Einbettung von Produktionsnetzwerken und eine empirische Analyse der Exportproduktionszone CODEVI.
Das primäre Ziel ist es zu erörtern, ob die EPZ CODEVI lediglich eine isolierte Enklave bleibt oder ob sie durch Verknüpfungen (Linkages) positive Entwicklungsimpulse für das haitianische Umfeld generieren kann.
Die Autorin kombiniert die Auswertung von Institutionen-Datensätzen mit qualitativen Methoden, darunter Experteninterviews mit Gewerkschaftsvertretern, NGOs und der Geschäftsführung der EPZ, um Stimmungsbilder und soziologische Prozesse zu erfassen.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Warenkettenanalyse die spezifischen Handelsregimes (z.B. CBI, HOPE Act) und die konkrete Situation im haitianisch-dominikanischen Grenzraum inklusive der sozioökonomischen Auswirkungen der EPZ-Implementierung detailliert diskutiert.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Exportproduktionszonen (EPZ), globale Warenketten, Haiti, regionale Disparitäten, industrielle Entwicklung und die Fallstudie CODEVI.
Der HOPE Act dient als zentrales Instrument, das Haiti in die US-Auslagerungsstrategien der Textilindustrie einbinden soll, und wird von der Autorin hinsichtlich seiner Wirksamkeit für einen nachhaltigen Aufstieg aus dem Niedriglohnsektor bewertet.
Die Autorin schlussfolgert, dass die EPZ den Abbau regionaler Disparitäten nicht leisten kann, da sie eine asymmetrische Abhängigkeit festigt und bisher keine ausreichenden Verknüpfungen mit der lokalen haitianischen Wirtschaft aufgebaut hat.
Gewerkschaften kritisieren prekäre Arbeitsbedingungen, niedrige Löhne, das Fehlen von sauberem Wasser und die systematische Unterdrückung von gewerkschaftlicher Organisation durch die Geschäftsführung.
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