Masterarbeit, 2011
68 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
2. ÜBER DIE ERINNERUNG ZUR VERGANGENHEIT
2.1. SUBJEKTIVES ERINNERN
2.2. INDIVIDUELLE KONSTRUKTION DER VERGANGENHEIT
2.3. ARTEN DER ERINNERUNG
3. W.G. SEBALD
3.1. BRICOLAGE
3.2. DIE AUSGEWANDERTEN
3.2.1 DER ICH-ERZÄHER
3.2.2. BRICOLAGE IN DIE AUSGEWANDERTEN
3.2.3. INTERTEXTUALITÄT IN DIE AUSGEWANDERTEN
3.3. AUSTERLITZ
3.3.1. DARSTELLUNG VON GEWALT IN AUSTERLITZ
3.4. W.G. SEBALD: EIN VERSUCH DER RESTITUTION
4. JONATHAN LITTELL
4.1. DIE WOHLGESINNTEN
4.1.1. HYPERREALISMUS
4.1.2. DER ICH-ERZÄHLER DR. JUR. MAXIMILAN AUE
4.1.3. ORESTIE
4.1.4. HISTORISCHE GENAUIGKEIT
4.2. MEDIENREAKTIONEN AUF DIE WOHLGESINNTEN
4.3. DIE FASZINATION DES BÖSEN
5.RESUMEÉ
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht verschiedene literarische Verfahren der Aufarbeitung von Vergangenheit bei den Autoren W.G. Sebald und Jonathan Littell. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, wie diese Autoren mit traumatischen historischen Ereignissen und der Konstruktion von Erinnerung umgehen, wobei die theoretische Fundierung des Erinnerns als Ausgangspunkt dient.
3.2.2.1 Zerstöret das Letzte die Erinnerung nicht
Der Eindruck, dass es sich bei der einleitenden Seite der Erzählungen um eine Art Gedenkstein handelt, wird auf der ersten Seite der Erzählung Dr. Henry Selwyn bestärkt. Die Erzählung beginnt mit der Abbildung eines Baumes, der auf einem Friedhof steht.
Die zweite Assoziation ist die Ähnlichkeit mit dem Baum, den Ferdinand de Saussure für den Zusammenhang von Signifikat und Signifikant benutzt. Diese verdeutlicht, dass, nicht nur das Verhältnis zwischen Signifikat und Signifikant, sondern auch die Beziehung zwischen den abgedruckten Bildern und dem dazugehörigen Text arbiträr ist, aber dennoch in der Erzählung sozial und historisch konstruiert und für die Figur unveränderlich.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Forschungsfrage zum Vergleich der literarischen Zugangsweisen zu Vergangenheit bei W.G. Sebald und Jonathan Littell.
2. ÜBER DIE ERINNERUNG ZUR VERGANGENHEIT: Darstellung theoretischer Grundlagen des subjektiven Erinnerns und der individuellen Konstruktion von Vergangenheit im Anschluss an Aleida Assmann.
3. W.G. SEBALD: Analyse von Sebalds Schreibverfahren, insbesondere der Bricolage und Intertextualität, anhand der Werke Austerlitz und Die Ausgewanderten.
4. JONATHAN LITTELL: Untersuchung des Romans Die Wohlgesinnten hinsichtlich seines hyperrealistischen Darstellungsstils und der Einbettung in historische Fakten sowie mythologische Vorbilder.
5.RESUMEÉ: Zusammenfassender Vergleich der unterschiedlichen Ansätze zur literarischen Aufarbeitung von Vergangenheit zwischen Täterperspektive und Opferspurensuche.
Vergangenheit, Erinnerung, W.G. Sebald, Jonathan Littell, Bricolage, Intertextualität, Holocaust, Die Wohlgesinnten, Austerlitz, Die Ausgewanderten, Identität, Geschichtsdarstellung, Hyperrealismus, Literaturwissenschaft, Fiktion
Die Arbeit vergleicht die literarischen Strategien von W.G. Sebald und Jonathan Littell bei der literarischen Aufarbeitung historischer Vergangenheit.
Zentrale Themen sind die theoretische Konstruktion von Erinnerung, das Schreiben gegen das Vergessen sowie die künstlerische Gestaltung von Zeugenschaft und historischer Authentizität.
Das Ziel ist es, die spezifischen Erzählverfahren und Techniken zu identifizieren, mit denen die Autoren jeweils den Zugang zur Vergangenheit und zum Trauma des Holocaust suchen.
Es erfolgt eine werkimmanente Analyse der Romane, unterstützt durch literaturtheoretische Konzepte wie Intertextualität und Bricolage sowie den Rückgriff auf erinnerungstheoretische Studien.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Werke von W.G. Sebald (insbes. Bricolage-Technik) und von Jonathan Littell (Hyperrealismus und die Orestie-Folie).
Wichtige Begriffe sind unter anderem Erinnerungskultur, Bricolage, Hyperrealismus, Intertextualität und die Restitution von Vergangenheit durch Literatur.
Die Bricolage beschreibt Sebalds "intellektuelles Basteln", bei dem er Fundstücke, Fotos und Dokumente miteinander kombiniert, um eine Welt zu erzeugen, in der sein Erzähler nach Spuren der Vergangenheit suchen kann.
Im Gegensatz zu Sebalds indirektem "Abtasten der Ränder" wählt Littell einen hyperrealistischen, direkten Ansatz aus der Täterperspektive, um ein möglichst ganzheitliches Bild der historischen Ereignisse zu zeichnen.
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