Bachelorarbeit, 2012
54 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Grundlegende Begriffsbestimmungen
2.1 Verschiedene Konzepte der Kapitalmarkteffizienz
2.2 Definitionen und Stufen von Informationseffizienz
2.3 Definitionen des Begriffes Information
2.4 Definitionen des Begriffes Noise
3 Das Informationsparadoxon von Sanford GROSSMAN und Joseph STIGLITZ
3.1 Das Modell von GROSSMAN (1976)
3.1.1 Überblicksartige Darstellung des Modells
3.1.2 Ergebnisse des Modells
3.2 Das Modell von GROSSMAN/STIGLITZ (1976)
3.3 Das Modell von GROSSMAN/STIGLITZ (1980)
3.3.1 Vorbemerkungen
3.3.2 Überblicksartige Darstellung des Modells
3.3.3 Ergebnisse des Modells
4 Reaktionen auf das Informationsparadoxon von GROSSMAN und STIGLITZ
4.1 Das Modell von HELLWIG (1980)
4.2 Das Modell von CORNELL/ROLL (1981)
4.3 Das Modell von VERRECCHIA (1982)
4.4 Das Modell von KYLE (1989)
5 Zusammenfassung
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit dem sogenannten Informationsparadoxon von Grossman und Stiglitz, welches den fundamentalen Konflikt zwischen der Informationseffizienz eines Marktes und den Anreizen der Marktteilnehmer zur Informationsbeschaffung beschreibt. Zentrales Ziel ist es, dieses Paradoxon bei positiven Informationskosten zu beschreiben und die Reaktionen der wissenschaftlichen Literatur sowie heutige Meinungen hierzu darzustellen.
3.1.1 Überblicksartige Darstellung des Modells
Oftmals wird behauptet, dass Preise Informationen nicht nur übermitteln, sondern sie sogar aggregieren. Um dies näher zu untersuchen, analysiert GROSSMAN einen Markt mit n-Typen von informierten Marktteilnehmern, von denen jeder eine andere Information erhält.
Auf dem Markt werden zwei Wertpapiere gehandelt, ein risikobehaftetes sowie ein risikofreies und es herrscht vollständiger Wettbewerb. Das heißt, alle Akteure sind Preisnehmer. Jeder Anteil des risikobehafteten Wertpapiers erbringt einen normalverteilten Ertrag in Höhe von P1, wobei der Ertrag des riskanten Wertpapiers gleichzeitig auch seinem Preis im Zeitpunkt t1 entspricht.
Noch vor dem Zeitpunkt t0 erhält jeder Marktteilnehmer unterschiedliche, nicht-öffentliche Informationen über den Ertrag des riskanten Wertpapiers im Zeitpunkt t1. Auf Grundlage dieser Informationen entscheidet anschließend jeder Trader i, wie er sein Anfangsvermögen in Höhe von W0i auf das risikobehaftete und das risikofreie Wertpapier aufteilt. Dadurch ergibt sich der Preis des riskanten Wertpapiers im Zeitpunkt t0, welcher somit von den erhaltenen Informationen aller Marktteilnehmer bestimmt und als P0 bezeichnet wird. Das Vermögen des Traders i im Zeitpunkt t1 ergibt sich aus seinen Wertpapierbeständen zum Zeitpunkt t0 zuzüglich den Rückflüssen seiner Wertpapiere in t1. Kreditaufnahmen sind nicht zugelassen.
Im Zeitpunkt t0 ist den Akteuren der Preis des riskanten Wertpapiers in t1, der mit P1 bezeichnet wird, nicht bekannt. Der i-te Trader beobachtet allerdings yi, welches sich als yi = P1 + εi ergibt. Dabei stellt P1 eine Ausprägung der Zufallsvariable P1 dar und εi ist ein sogenannter Noiseterm. Dieser verhindert, dass einer der Marktteilnehmer den wahren Wert von P1 erlernt. Somit erzeugt die Kombination aus der zwar fixen, jedoch ex ante unbekannten, Realisation von P1 und dem Rauschterm εi das beobachtete yi.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Preissystem-Problematik nach Hayek ein und erläutert das Informationsparadoxon von Grossman/Stiglitz sowie das No-Trade-Theorem als Ausgangspunkt der Arbeit.
2 Grundlegende Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Kapitalmarkteffizienz, Informationseffizienz, Information und Noise, um ein einheitliches Verständnis für die nachfolgende Analyse zu schaffen.
3 Das Informationsparadoxon von Sanford GROSSMAN und Joseph STIGLITZ: Es werden die drei zentralen Aufsätze von Grossman und Stiglitz (1976, 1976, 1980) chronologisch analysiert, um den Konflikt zwischen Informationseffizienz und Informationsbeschaffungsanreizen zu verdeutlichen.
4 Reaktionen auf das Informationsparadoxon von GROSSMAN und STIGLITZ: Dieses Kapitel stellt vier in der Literatur häufig zitierte Modelle (Hellwig, Cornell/Roll, Verrecchia, Kyle) vor, welche als Reaktion auf die Analyse von Grossman und Stiglitz entstanden sind.
5 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer knappen Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse der vorgestellten Modelle sowie einer komprimierten Darstellung der aktuellen wissenschaftlichen Einschätzung zum Thema.
Informationsparadoxon, Informationseffizienz, Kapitalmarkteffizienz, Grossman, Stiglitz, Noise, Marktgleichgewicht, Rationale Erwartungen, Informationsbeschaffungskosten, Arbitrage, Hellwig, Verrecchia, Kyle, Wertpapierhandel, Preisbildung
Die Arbeit untersucht das sogenannte Informationsparadoxon von Grossman und Stiglitz. Es beschreibt den fundamentalen Widerspruch, dass in einem vollkommen informationseffizienten Markt keine Anreize für Marktteilnehmer bestehen, Geld für Informationen auszugeben, da diese bereits vollständig im Preis enthalten sind.
Die zentralen Themen umfassen die Definitionen von Markteffizienz, die Rolle von Noise (Rauschen) auf Finanzmärkten, die Analyse der klassischen Modelle von Grossman und Stiglitz sowie weiterführende theoretische Ansätze zur Lösung des Paradoxons.
Das Ziel ist die detaillierte Beschreibung des Informationsparadoxons bei Informationskosten größer null sowie die systematische Darstellung der Reaktionen der wissenschaftlichen Literatur auf die Thesen von Grossman und Stiglitz.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der chronologischen, modelltheoretischen Untersuchung relevanter wissenschaftlicher Aufsätze zur Informationseffizienz und zu Modellen rationaler Erwartungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die intensive Auseinandersetzung mit den drei grundlegenden Aufsätzen von Grossman und Stiglitz sowie die anschließende Diskussion von Reaktionen und alternativen Modellierungen durch andere Wissenschaftler wie Hellwig oder Kyle.
Wichtige Begriffe sind Informationsparadoxon, Informationseffizienz, Noise, Marktgleichgewicht, rationale Erwartungen und Informationsbeschaffungskosten.
Sie zeigen, dass Preise die Informationen der Marktteilnehmer nur teilweise reflektieren. Dadurch verbleibt ein gewisser Grad an Ineffizienz, der den informierten Marktteilnehmern ermöglicht, die Kosten für ihre Informationsbeschaffung durch einen entsprechenden Ertrag auszugleichen.
Kyle ersetzt die Annahme des vollständigen Wettbewerbs durch unvollkommenen Wettbewerb. Er argumentiert, dass informierte Spekulanten ihre Handelsstrategien so wählen, dass sie ihren Einfluss auf den Preis berücksichtigen, was die schizophrenen Verhaltensannahmen früherer Modelle vermeidet.
Ohne Noise würden Preise bei Kostentragung für Informationen sofort vollkommen informativ werden. Da dies den Anreiz für Informationsbeschaffung vernichten würde, bricht der Markt in kompetitiven Modellen zusammen. Noise fungiert hier als Störfaktor, der den Informationsgehalt des Preises "verrauscht" und somit Spielraum für informierte Akteure erhält.
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