Diplomarbeit, 1982
155 Seiten, Note: 1,0
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1. Probleme der Alkoholismusforschung
1.1. Prävalenz des Alkoholkonsums in der BRD
1.2. Implikationen des Alkoholkonsums
2. Theorien des Alkoholmißbrauchs
2.1. Die Psychogenetische Perspektive
2.1.1. Psychoanalytische Ansätze
2.1.2. Der lerntheoretische Ansatz
2.1.2.1. Originäre Ansprüche der Lerntheorie
2.1.2.2. Der lerntheoretische Erklärungsansatz bei Alkoholismus
2.2. Lerntheorie und Verhaltenstherapie des exzessiven Trinkens
2.2.1. Verhaltenstheorien in der Ätiologie des exzessiven Trinkens
2.2.2. Effektive Coping-Strategien in der verhaltenstherapeutisch orientierten Therapie
2.3. Zusammenfassung und Diskussion
3. Neuere Stresskonzeptionen und die Life-Event-Forschung als mögliche Erklärungsansätze für exzessiven Alkoholkonsum
3.1. Taxonomie und Klassifikation der Stress- und Life-Event-Forschung
3.1.1. Probleme der Life-Event-Forschung am Beispiel der Social Readjustment Rating Scale (SRRS)
3.1.2. Zur Problematik der Einschätzung von Life-Events und Illness Onset
3.2. Konzeptuelle Entwicklung der Stressforschung
3.2.1. Neuere Ansätze in der Stressforschung
3.2.1.1. Integrative Weiterentwicklung von Leistungsmotivation und Stress
3.2.2. Die transaktionale Stresskonzeption
3.2.3. Der interaktionistische Ansatz
3.2.4. Multiple Analyseebenen in Stressmodellen
3.3. Stress und Alkohol
3.3.1. Experimentelle Untersuchungen zu exzessivem Trinken und Stress
3.4. Kritische Lebensereignis als auslösende Bedingungen für problematischen Alkoholkonsum
3.5. Zusammenfassung und Diskussion
4. Copingstrategien bei exzessivem Trinken
4.1. Konzepte und Theorienbildung in der psychologischen Copingforschung
4.2. Zur Problematik von Konzepten in der Copingforschung
4.3. Kognition und Bewältigung
4.3.1. Kognitive Bewertung und intrapsychische Bewältigung
4.3.2. Formen der Einschätzung im Paradigma von Kognition und Emotion
4.3.2.1. Primäre Einschätzung
4.3.2.2. Sekundäre Einschätzung
4.3.2.3. Neueinschätzung
4.3.3. Klassifikation und Wahl von Bewältigungsprozessen
4.3.3.1. Kontrollierbarkeit und Vorhersagbarkeit von Belastungssituationen als Determinanten von Copingprozessen
4.4. Copingstrategien zur Bewältigung exzessiven Trinkens
4.4.1. Programme für Alkoholiker als Trainingseinheiten von Coping-Skills
4.4.2. Selbstkontrollstrategien bei Trinktendenzen
4.5. Zusammenfassung und Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und therapeutischen Ansätze bei exzessivem Alkoholkonsum, wobei ein besonderer Fokus auf die Rolle von Stress, kritischen Lebensereignissen (Life-Events) und individuellen Bewältigungsstrategien (Coping) gelegt wird. Ziel ist es, die lerntheoretische Perspektive kritisch zu beleuchten und Ansätze für eine effektive Verhaltensmodifikation bei Alkoholproblemen aufzuzeigen.
Die transaktionale Stresskonzeption
Trotz der Vielzahl theoretischer Ansätze in der psychologischen Stressforschung hat die Konzeption von R.S. Lazarus (1966) über Jahre ihre Dominanz bewiesen. Dabei hat Lazarus seine Theorie unter Mitarbeit anderer Wissenschaftler laufend erweitert und Vorschläge für eine konzeptuelle und methodische Neuorientierung der Stressforschung gemacht, die teilweise aus der kritischen Sichtung konventioneller Ansätze hervorgegangen sind (Laux & Vossel, 1979).
In diesem Sinne ordnet Lazarus (1981) seiner Theorie vier Grundannahmen zu:
1. Die naturalistische Perspektive
2. Transaktion und Prozeß
3. Multiple Analyseebenen
4. Die ipsativ-normative Forschungsstrategie.
Für unsere Arbeit sind primär die Punkte 2 und 3 von entscheidender Relevanz, wobei jedoch eine Schwierigkeit in der formellen Darstellung nicht außer Acht gelassen werden darf: das Stresskonzept und Coping sind untrennbar miteinander verknüpft.
Probleme der Alkoholismusforschung: Einleitende Analyse zur therapeutischen Effizienz und den Mängeln aktueller präventiver Ansätze in der Alkoholforschung.
Theorien des Alkoholmißbrauchs: Gegenüberstellung psychogenetischer und lerntheoretischer Modelle zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Alkoholismus.
Neuere Stresskonzeptionen und die Life-Event-Forschung als mögliche Erklärungsansätze für exzessiven Alkoholkonsum: Diskussion von Stress-Modellen und dem Einfluss kritischer Lebensereignisse auf das Trinkverhalten.
Copingstrategien bei exzessivem Trinken: Detaillierte Untersuchung von Bewältigungsmechanismen sowie Evaluation von Trainingsprogrammen zur Selbstkontrolle bei Alkoholproblemen.
Alkoholismusforschung, Lerntheorie, Verhaltenstherapie, Stressforschung, Life-Event-Forschung, Coping-Strategien, Stressbewältigung, Kognitive Bewertung, Selbstkontrolle, Transaktionales Stressmodell, Trinkverhalten, Suchtprävention, Interaktionistischer Ansatz, Psychogenetische Perspektive, Bewältigungsprozesse.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von exzessivem Alkoholkonsum aus verhaltenstheoretischer und psychologischer Sicht, insbesondere unter Einbeziehung moderner Stresskonzepte.
Zentrale Themen sind die theoretischen Erklärungsmodelle für Alkoholismus, die Bedeutung von Stress als Auslöser sowie die Entwicklung und Effektivität von Bewältigungsstrategien (Coping).
Ziel ist die theoretische Aufarbeitung von Coping-Ansätzen, um die Möglichkeiten und Grenzen der Verhaltensmodifikation bei chronisch alkoholabhängigen Personen zu evaluieren.
Es wird eine umfassende Literaturanalyse durchgeführt, die interaktionistische und transaktionale Ansätze der Stressforschung sowie empirische Befunde zur Wirksamkeit von Verhaltenstherapie kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Auseinandersetzung mit lerntheoretischen Ansätzen, eine Diskussion der Stressforschung (einschließlich der Life-Event-Forschung) und eine detaillierte Darstellung von Coping-Strategien.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Alkoholforschung, Lerntheorie, Coping, Stress, kognitive Bewertung und Selbstkontrolle definieren.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Resultate vieler Coping-Skills-Programme gemischt sind, da das hohe Abstraktionsniveau der Trainingseinheiten die praktische Anwendung in Krisensituationen bei vielen Betroffenen erschwert.
Kognitive Umstrukturierung ist entscheidend, um die individuellen Interpretationen von belastenden Situationen zu verändern und somit destruktive Trinkimpulse durch alternative, konstruktive Handlungsweisen zu ersetzen.
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