Bachelorarbeit, 2012
40 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung/Zielsetzung
2. Das Lautsphärenmodell nach Murray Schafer
3. Die filmische Lautsphäre
4. Das Unidentifizierbare Klangobjekt
5. Die Lautsphäre im pseudo-dokumentarischen Horrorfilm
6. Klangliche Möglichkeiten des Horrorfilms
7. Blair Witch Project
7.1 Der Klang der Zivilisation – Die Exposition
7.2 Waldspaziergang – Die Fortsetzung der Exposition mit anderen Mitteln
7.3 Nachts im Wald – Unidentifizierbare Klangobjekte
7.4 Körperlaute
7.5 Wasser, Wind, Vögel – Naturlaute
8. [REC]
8.1 Reine Routine – Die Exposition
8.2 Der Einsatz – Akustischer Kontrollverlust
8.3 Klangattacken – Akustische Schockmomente
8.4 Unidentifizierbare Klangobjekte
8.5 Klangtapetenwechsel – Der Showdown
8.6 Körperlaute
9. Klangschaften des Horrors - Schlussbetrachtung
10. Filmographie/Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Strategien des Sound Designs in pseudo-dokumentarischen Horrorfilmen, um die Wirksamkeit von Klang in einem Genre zu analysieren, das seinen Authentizitätsanspruch durch eine reduzierte oder realitätsnahe Tonspur zu wahren versucht.
4. Das Unidentifizierbare Klangobjekt
Im klassischen Hollywood-Kino waren die Klangobjekte auf der Tonspur aufgereiht. Es fanden wenige Überschneidungen statt und das Hauptaugenmerk galt der Sprachverständlichkeit. Ambivalente und nicht problemlos zu identifizierende Klänge wurden ausgespart; es galt gemeinhin die Regel: „See a dog – hear a dog“. Alberto Cavalcanti wies indessen schon 1939 auf das Potential hin, das aus dem Zusammenhang mit ihrer Quelle gelöste Klänge entfalten können. Er wies dabei darauf hin, dass Klänge unklaren Ursprungs schon bei Kleinkindern instinktive Reflexe auslösen. Während ihrer Arbeit an „Sound Design“ stieß Barbara Flückiger auf eine Art von Klangobjekt, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass sie keiner Quelle zuzuordnen ist und dies auch gar nicht ohne Weiteres sein soll. Das Unidentifizierbare Klangobjekt, im Folgenden auch UKO, zeichnet sich Flückiger zufolge durch hohe Ambiguität aus und verweigert dem Zuschauer Hinweise auf seine Quelle oder Bedeutung.
„Das UKO kann man als offenes, undeterminiertes Zeichen verstehen,dessen Vagheit verwundbare Offenheit und gleichzeitig neugierige Spannung erzeugt. Als Leerstelle im Text ist es wie eine Projektionsfläche für die individuelle, subjektive Bedeutungserzeugung des Zuschauers. Das nicht eindeutige Klangobjekt stellt eine Frage, und der Zuschauer wird versuchen, das Rätsel durch Interpretation zu lösen.“
1. Einleitung/Zielsetzung: Einführung in die Bedeutung von Sound im Horrorfilm und Zielsetzung der Analyse von BLAIR WITCH PROJECT und [REC].
2. Das Lautsphärenmodell nach Murray Schafer: Erläuterung der theoretischen Basis durch die Unterteilung von Lautsphären in Grundtöne, Signallaute und Orientierungslaute.
3. Die filmische Lautsphäre: Übertragung von Schafers Modell auf den Film und Diskussion der Herausforderungen bei der Analyse diegetischer Klänge.
4. Das Unidentifizierbare Klangobjekt: Definition des UKO als ambivalentes Mittel zur Erzeugung von Verunsicherung und Machtgefällen durch ungeklärte akustische Quellen.
5. Die Lautsphäre im pseudo-dokumentarischen Horrorfilm: Analyse der Einschränkungen für das Sound Design durch den authentischen Anspruch des Genres.
6. Klangliche Möglichkeiten des Horrorfilms: Erläuterung der psychologischen Wirkung von Klängen, die als Gefahr assoziiert werden.
7. Blair Witch Project: Detaillierte Fallstudie zu Sound-Design-Strategien in verschiedenen Settings des Films.
8. [REC]: Analyse der spezifischen Tonspurgestaltung im urbanen Setting des spanischen Horrorfilms.
9. Klangschaften des Horrors - Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Erkenntnisse zur Manipulation der Lautsphäre zur bewussten Brechung des Realitätsanspruchs.
10. Filmographie/Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Medien und wissenschaftlichen Quellen.
Sound Design, Horrorfilm, Pseudo-Dokumentarfilm, Lautsphäre, Unidentifizierbares Klangobjekt, UKO, Murray Schafer, Blair Witch Project, [REC], Authentizität, akustische Manipulation, Spannungssteigerung, Körperlaute, Found-Footage, Rezipientenwirkung.
Die Arbeit analysiert, wie Sound Design in pseudo-dokumentarischen Horrorfilmen gezielt eingesetzt wird, um trotz des Anspruchs auf Authentizität Angst und Unbehagen beim Zuschauer zu erzeugen.
Die Themen umfassen die akustische Gestaltung von Räumen, die psychologische Wirkung unidentifizierbarer Klänge und die spezifische Manipulation der Tonspur in Found-Footage-Filmen.
Ziel ist es herauszuarbeiten, welche Strategien das Sound Design nutzt, um den Wahrheitsanspruch pseudo-dokumentarischer Filme zu stützen oder gezielt zu unterwandern, um filmische Wirkung zu erzielen.
Es wird eine filmwissenschaftliche Analyse angewandt, die auf dem Lautsphärenmodell von Murray Schafer basiert und die Tonspuren ausgewählter Beispielsequenzen detailliert untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Lautsphäre und eine detaillierte praktische Analyse der Filme BLAIR WITCH PROJECT und [REC].
Wichtige Begriffe sind Sound Design, UKO (Unidentifizierbares Klangobjekt), Authentizität, Lautsphäre, Spannungsaufbau und pseudo-dokumentarische Ästhetik.
Körperlaute dienen als wesentliche Marker für den emotionalen Zustand der Figuren und helfen dabei, dem Zuschauer ein Gefühl für deren unmittelbare Bedrohung und Verfassung zu vermitteln.
Diese Filme sind paradigmatisch für das Genre des pseudo-dokumentarischen Horrorfilms und nutzen ihre jeweilige Umgebung (Wald vs. städtisches Gebäude) sehr unterschiedlich, um das Sound Design zur Verunsicherung des Rezipienten einzusetzen.
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