Magisterarbeit, 2007
117 Seiten, Note: 1,3
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1 Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.2 Ziele der Arbeit
2 Deutsche Entlehnungen in der russischen Sprache
2.1 Begriffsklärung
2.1.1 Entlehnung
2.1.2 Fremdwort
2.1.3 Lehnwort
2.1.4 Germanismus
2.2 Historischer Überblick
2.2.1 Entlehnungsbahnen der Germanismen
2.2.2 Zeiträume
2.2.2.1 Vorpetrinische deutsche Lehnwörter
2.2.2.2 Entlehnungen aus der Regierungszeit Peter des Großen
2.2.2.3 Germanismen in russischer Sprache der nachpetrinischen Epoche
3 Eingliederung deutscher Lehnwörter in die russische Sprache
3.1 Russische Schreibweise deutscher Lehnwörter
3.2 Grammatische Veränderungen
3.2.1 Genuswechsel
3.2.2 Veränderung des Kasus
3.2.3 Veränderung der Wortklasse
3.3 Bedeutungswandel und semantische Veränderungen der Entlehnungen
3.4 Wortbildung
3.4.1 Ableitung von Substantiven durch Suffigierung
4 Russischer Jungendslang
4.1 Terminologische Diskussion: Argot, Jargon, Slang
4.2 Jugendslang im Russischen
4.2.1 Jugend
4.2.2 Jugendslang
4.2.3 Entwicklung des modernen Jungendslangs in Russland
4.2.4 Untersuchungen im Bereich der nichtstandardsprachlichen Varietäten in Russland
4.3 Psycholinguistische Charakteristika des Jungendslangs
4.3.1 Emotionalität und Expressivität
4.3.2 Gruppenerlebnis
4.3.3 Emanzipationsstreben
4.3.4 Individuelle Originalität und Intragruppenprestige
4.4 Themen des Jungendslangs
4.4.1 Bildungssystem (Schule, Universität)
4.4.2 Geld
4.4.3 Personen
4.4.4 Körperteile
4.4 5 Sexualität und sexuelle Beziehungen
5 Germanismen im russischen Jungendslang – Methoden der Untersuchung und Korpus
5.1 Vorstellung der Wörterbücher
5.1.1 Molodežnyj sleng: Tolkovyj slovar'
5.1.2 Slovar' inostrannyh slov, vošedših v russkij jazyk v pohu Petra Velikago
5.1.3 Tolkovyj slovar' russkogo jazyka
5.1.4 Slovar' novyh inostrannyh slov: S perevodom, timologiej i tolkovaniem
5.1.5 Slovar' inostrannyh slov: aktual'naja leksika, tolkovanija, timologija
5.2 Methoden der Arbeit
5.2.1 Erstellung der Tabelle
5.2.1.1 Aufbau der Tabelle
5.2.2 Transliteration russischer Lexeme
6 Ergebnisse der Untersuchung
6.1 Auswertung des Korpus
6.1.1 Entlehnungen und ihre Ableitungen
6.1.2 Diskussionsgruppe
6.1.3 Innersprachlicher Wandel und direkte Entlehnungen im Jugendslang
6.1.3.1 Innersprachlicher Wandel – Übergang der Entlehnungen aus der Standardsprache in den Jugendslang
6.1.3.2 Direkte Entlehnungen im russischen Jugendslang
6.2 Themenbereiche
6.3 Wortbildungsverfahren im Jugendslang
6.3.1 Derivation
6.3.2 Komposition
6.3.3 Konversion
6.3.4 Abkürzungen
6.3.5 Kombinierte Typen
6.4 Semantische Derivation
6.5.Quantitative Zusammenfassung
7 Schlusswort
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht den lexikalischen Einfluss des Deutschen auf das Russische, mit einem speziellen Fokus auf die Varietät des russischen Jugendslangs. Ziel der Arbeit ist es, durch die korpuslinguistische Analyse eines Slangwörterbuchs zu verifizieren, ob es sich bei Germanismen im modernen Jugendslang um direkte Neuentlehnungen oder um innersprachliche Wandlungsprozesse von Lehnwörtern aus früheren Epochen handelt.
2.1.1 Entlehnung
In seiner Sprachgeschichte hat das Russische wechselnde Kontaktrollen als Subjekt und Objekt übernommen. Zum einen handelt es sich um Kontakte des Russischen zu anderen Sprachen, wobei Fremdeinflüsse von diesen Gebersprachen auf das Russische als Rezipienten gerichtet sind. Zum anderen hat das Russische selbst die Rolle der Gebersprache gespielt. Über zahlreiche Sprachkontakte hat die russische Sprache seit ihren Anfängen ständig fremde Wörter aufgenommen und integriert, und sie wird es auch weiterhin tun. Die auf Sprachkontakt beruhenden Beeinflussungen basieren auf verschiedenen politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder kulturellen Entwicklungen. In der vorliegenden Arbeit wird das Russische als rezipierende Sprache untersucht.
Überführung oder Übernahme eines Zeichens aus einer Sprache in eine andere, Bereicherung des Wortbestands einer Sprache, eines Dialekts oder Idiolekts durch den Wortbestand einer anderen Sprache, eines anderen Dialekts oder Idiolekts oder Transfer lexikalischen Materials oder grammatischen Konstruktionen – diese Vorgänge werden Entlehnung genannt. Die Entlehnung findet meist in solchen Fällen statt, in denen es in der eigenen Sprache keine Bezeichnung für neu entstandene bzw. übernommene Sachen (Gegenstände) oder Sachverhalte gibt. Es werden nicht nur Benennungen für die neu eingeführten Gegenstände, Einstellungen, Erkenntnisse in Wissenschaft, Technik usw. entlehnt, sondern es können auch Dubletten schon vorhandener Beziehungen erscheinen, die diese konnotativ modifizieren oder expressiv spezifizieren. Im Laufe der russischen Sprachgeschichte lassen sich Epochen unterschiedlicher Entlehnungsaktivität beobachten, wie es in dem folgenden Kapitel 2.1.2.1 gezeigt wird. Dabei handelt es sich meist um lexikalische Entlehnungen.
1 Einleitung: Stellt den historischen Hintergrund des deutschen Einflusses auf das Russische dar und formuliert das Ziel der Arbeit, Germanismen im modernen Jugendslang zu untersuchen.
2 Deutsche Entlehnungen in der russischen Sprache: Definiert linguistische Kernbegriffe und gibt einen historischen Abriss der Entlehnungsperioden, von der vorpetrinischen Zeit bis zur Gegenwart.
3 Eingliederung deutscher Lehnwörter in die russische Sprache: Analysiert die Anpassung deutscher Wörter an das russische Schriftsystem sowie grammatische und semantische Veränderungen.
4 Russischer Jungendslang: Erörtert die terminologische Komplexität von Argot, Jargon und Slang sowie die psycholinguistischen und thematischen Charakteristika des modernen russischen Jugendslangs.
5 Germanismen im russischen Jungendslang – Methoden der Untersuchung und Korpus: Beschreibt die methodische Vorgehensweise, die Auswahl der Wörterbücher und den Aufbau der Analyse-Tabelle.
6 Ergebnisse der Untersuchung: Präsentiert die Auswertung des Korpus hinsichtlich der Entlehnungsarten, Wortbildungsverfahren und liefert eine quantitative Zusammenfassung der Ergebnisse.
7 Schlusswort: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Hypothese über den Ursprung der Germanismen im Jugendslang.
Germanismen, Russischer Jugendslang, Entlehnung, Lehnwort, Fremdwort, Sprachkontakt, Korpusanalyse, Wortbildung, Petrinische Epoche, Jugendsprache, Semantischer Wandel, Sprachgeschichte, Interferenz, Lexikologie.
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Deutschen auf die russische Sprache, mit einem speziellen Fokus auf die Verwendung deutscher Entlehnungen im modernen russischen Jugendslang.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Germanismen im Russischen, die linguistische Eingliederung dieser Wörter, die Charakteristika des russischen Jugendslangs sowie die Analyse von Slangwörtern in Bezug auf Herkunft und Bedeutung.
Das Ziel ist festzustellen, wie stark der Einfluss des Deutschen im heutigen russischen Jugendslang ist und ob es sich dabei primär um direkte Neuentlehnungen oder um innersprachliche Wandlungen älterer Lehnwörter handelt.
Die Autorin verwendet eine korpuslinguistische Methode. Sie stützt sich dabei auf ein Jugendslang-Wörterbuch sowie ergänzende historische Fremdwörterbücher, um ein Arbeitskorpus zu erstellen und auszuwerten.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Entlehnung und der historische Überblick behandelt, gefolgt von der Analyse der grammatischen Eingliederung, der Terminologie des Jugendslangs und der ausführlichen Vorstellung der Untersuchungsmethodik und Ergebnisse.
Wichtige Schlagworte sind unter anderem Germanismen, Jugendslang, Sprachkontakt, Entlehnung, Wortbildung, Korpusanalyse und historische Sprachwissenschaft.
Da die petrinische Epoche (Regierungszeit Peter des Großen) eine enorme Westorientierung und damit eine massive Welle an Entlehnungen – vor allem aus dem Deutschen – mit sich brachte, bildet sie die historische Basis für viele heute im Jugendslang vorkommende Wörter.
Diese werden als eine eigene Diskussionsgruppe betrachtet. Die Arbeit analysiert, ob diese Begriffe als Gattungsnamen oder Eigennamen fungieren und wie sie sich im Jugendslang morphologisch und semantisch verändert haben.
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