Bachelorarbeit, 2012
79 Seiten, Note: 17,0
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
I. RASSISMUS – EINE BEGRIFFSBESTIMMUNG
II. DIE 1970ER JAHRE: RASSISMUS – EIN VERNACHLÄSSIGTES PHÄNOMEN?
II.1. EINE ZEIT DES WANDELS
II.2. WAHRNEHMUNG UND MANIFESTATIONEN DES RASSISMUS
II.2.1. Die Situation schwarzer Arbeiter
II.2.2. Antisemitismus
III. 1980 BIS 1996: EINE ZUNAHME RASSISTISCHER PHÄNOMENE ODER VERSTÄRKTE SENSIBILISIERUNG?
III.1. RASSISMUS UND RECHTSEXTREMISMUS
III.1.1. Die FELES als rassistische Vereinigung?
III.1.2. Der rassistische Diskurs bei der Gréng National Bewegung und der Eislécker Fräiheetsbewegung
III.2. RASSISMUS IN DER GESELLSCHAFT
III.2.1. Die natalistischen Thesen
III.2.2. Rassismus gegenüber der schwarzen Bevölkerung
III.2.3. Antisemitismus
III.2.4. Die Polemik über das Luxemburger Wörterbuch
III.3. ANTIRASSISMUS IN DER GESELLSCHAFT
III.3.1. Action contre le racisme – Parabel vom Scheitern?
III.4. GESETZLICHE MAßNAHMEN GEGEN RASSISMUS
III.5. ZWISCHENFAZIT
IV. 1997-2011: DAS EUROPÄISCHE JAHR GEGEN RASSISMUS UND DIE ZEIT DANACH
IV.1. 1997. DAS EUROPÄISCHE ANTIRASSISMUSJAHR
IV.2. STAATLICHES ENGAGEMENT IM KAMPF GEGEN RASSISMUS
IV.2.1. Das Gesetz vom 19. Juli 1997
IV.2.2. Das Gesetz vom 28. November 2006
IV.2.3. Institutionalisierung
IV.3. EINE RASSISTISCHE GESELLSCHAFT?
IV.3.1. Antisemitismus
IV.3.2. Islamophobie
IV.3.3. Sinti und Roma
IV.3.4. Rassismus gegenüber der dunkelhäutigen Bevölkerung
IV.3.5. Der Versuch, (latenten) Rassismus zu messen
IV.3.6. Die Selbstverbrennung der Maggy Delvaux-Mufu
IV.4. RASSISMUS IN DEN (NEUEN) MEDIEN
IV.4.1. Die Biermann-Affäre
SCHLUSS UND AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht die Manifestationen von Rassismus in Luxemburg sowie die Entwicklung antirassistischer Bestrebungen auf gesellschaftlicher und politischer Ebene im Zeitraum von 1970 bis 2011. Ziel ist es, Kontinuitäten und Zäsuren aufzuzeigen, wobei insbesondere die Rolle staatlicher Maßnahmen, rechtsextremistischer Diskurse und die gesellschaftliche Wahrnehmung verschiedener rassistischer Phänomene analysiert werden.
II.2.1. Die Situation schwarzer Arbeiter
Auch wenn die Informationsdichte für die 70er Jahre sehr dünn ist, bedeutet dies nicht, dass es keine rassistischen Phänomene in Luxemburg gab, wie der Artikel „Le racisme, un problème au Luxembourg?“ zeigt, der am 21. Juli 1972 im d’Letzeburger Land, einer politisch unabhängigen Wochenzeitung, veröffentlicht worden ist. Darin schreibt Michel Delvaux, dass die „schwarzen“ Arbeiter in Luxemburg am meisten vom Rassismus betroffen seien, obwohl man ihre genaue Zahl nicht kenne:
„Comme la Junte portugaise pratique une politique d’assimilation complète entre les ressortissants de ses „provinces d’Outre-Mer“ et la métropole, il est impossible, à moins d’établir des statistiques fondées sur la race, de savoir combien de travailleurs de couleur se trouvent parmi les 6.300 Portugais. Et c’est eux que menace le plus insidieusement le racisme.“
In der Tat fehlt eine Statistik über die Anzahl der „schwarzen“ Arbeiter, was eventuell an zwei Ursachen liegen könnte: neben der ethischen Frage würde es schon an den objektiven Kriterien scheitern, da es zwischen ‚schwarz’ und ‚weiß’ unzählige Zwischenstufen gibt, die eine klare Trennung unmöglich machen. Wer als ‚schwarz’ angesehen wird, ist Resultat einer persönlichen oder gesellschaftlichen Zuschreibung.
I. RASSISMUS – EINE BEGRIFFSBESTIMMUNG: Dieses Kapitel erörtert die theoretische Schwierigkeit, Rassismus allgemeingültig zu definieren, und betont, dass Rassismus neben biologisch begründeten Theorien auch diskriminierendes Verhalten und voreingenommene Haltungen umfasst.
II. DIE 1970ER JAHRE: RASSISMUS – EIN VERNACHLÄSSIGTES PHÄNOMEN?: Das Kapitel beschreibt ein Jahrzehnt des gesellschaftlichen Wandels in Luxemburg, in dem rassistische Phänomene kaum dokumentiert waren, obwohl erste Anzeichen von Diskriminierung gegenüber ausländischen Arbeitern sichtbar wurden.
III. 1980 BIS 1996: EINE ZUNAHME RASSISTISCHER PHÄNOMENE ODER VERSTÄRKTE SENSIBILISIERUNG?: Dieser Abschnitt analysiert das Aufkommen rechtsextremer Parteien und eine gleichzeitig einsetzende Institutionalisierung des Antirassismus sowie kontroverse gesellschaftliche Debatten.
IV. 1997-2011: DAS EUROPÄISCHE JAHR GEGEN RASSISMUS UND DIE ZEIT DANACH: Das Kapitel beleuchtet eine Phase der intensiven staatlichen Gesetzgebung und der Etablierung spezialisierter Institutionen bei gleichzeitigem Fortbestand latenter rassistischer Tendenzen und neuer Herausforderungen wie Islamophobie.
Rassismus, Antirassismus, Luxemburg, Diskriminierung, Xenophobie, Rechtsextremismus, Migration, Antisemitismus, Islamophobie, nationale Identität, Gesetzgebung, Integration, Menschenrechte, gesellschaftlicher Wandel, Minderheiten.
Die Arbeit untersucht die Geschichte und Entwicklung von Rassismus und Antirassismus im Großherzogtum Luxemburg über einen Zeitraum von vierzig Jahren (1970 bis 2011).
Zentrale Themen sind die Manifestationen von Rassismus (etwa Antisemitismus oder Rassismus gegenüber Schwarzen), die Entwicklung rechtsextremer Strömungen sowie die staatlichen und gesellschaftlichen Maßnahmen zum Schutz vor Diskriminierung.
Das Ziel ist die Analyse von Kontinuitäten und Zäsuren in der Entwicklung rassistischer Phänomene und der damit verbundenen politischen sowie gesellschaftlichen Reaktion in Luxemburg.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Analyse von Literatur, Studien, Zeitungsartikeln, offiziellen Berichten und gesetzlichen Dokumenten, um die Entwicklung kohärent nachzuzeichnen.
Der Hauptteil ist chronologisch gegliedert und behandelt die Zeiträume 1970–1979, 1980–1996 sowie 1997–2011, wobei jeweils spezifische gesellschaftliche Entwicklungen und gesetzliche Neuerungen detailliert analysiert werden.
Wichtige Begriffe sind Rassismus, Antirassismus, Diskriminierung, Xenophobie, Integration, Rechtsextremismus und die rechtliche Aufarbeitung durch den luxemburgischen Staat.
Das Wörterbuch war Gegenstand heftiger Kritik durch das jüdische Konsistorium, da es antijüdische Begriffe und Sprichwörter enthielt, die als pejorativ empfunden wurden und eine Debatte über freie Meinungsäußerung gegenüber Diskriminierung auslösten.
Die Arbeit beschreibt Islamophobie als ein Phänomen, das durch die internationale politische Lage (insbesondere nach dem 11. September) und Stereotype verstärkt wurde, was sich beispielsweise in kontroversen polizeilichen Hausdurchsuchungen manifestierte.
Der Autor sieht in der Affäre ein Paradebeispiel für die juristische Grauzone zwischen legitimer Kritik an der israelischen Politik und einem antisemitischen Unterton, die die Schwierigkeit verdeutlicht, Rassismus in der freien Meinungsäußerung abzugrenzen.
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