Bachelorarbeit, 2011
37 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Die Literatur der Jahrhundertwende
2.1. Von der frühen zur klassischen Moderne
2.2. Das Subjekt in der Krise
3. Die Wiener Moderne
3.1. Hermann Bahr und der Beginn der Wiener Moderne
3.2. Hugo von Hofmannsthal und der Kreis des Jungen Wien
3.3. Hugo von Hofmannsthal: Ein Brief - Die Sprachkrise des Lord Chandos
4. Das deutsche Kunstmärchen
4.1. Das Kunstmärchen in der Romantik
4.2. Orientalische Tradition: Geschichten aus Tausendundeiner Nacht
4.3. Die Wiederbelebung des Kunstmärchens in der Wiener Moderne
5. Das Märchen der 672. Nacht und Die Frau ohne Schatten: Zwei moderne Märchen?
6. Hugo von Hofmannsthals Das Märchen der 672. Nacht
6.1. Intertextuelle Bezüge
6.2. Typische Märchenelemente
6.3. Atypische Märchenelemente
7. Die Frau ohne Schatten
7.1. Intertextuelle Bezüge
7.2. Typische Märchenelemente
7.3. Atypische Märchenelemente
8. Das Kunstmärchen am Ende
9. Fazit
10. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Kunstmärchens zur Zeit der Jahrhundertwende und analysiert, wie Hugo von Hofmannsthal in seinen Erzählungen Das Märchen der 672. Nacht und Die Frau ohne Schatten traditionelle märchenhafte Strukturen mit den literarischen Tendenzen der Moderne verbindet.
4.1. Das Kunstmärchen in der Romantik
Mit der Literatur und der Anschauung der Romantik beschäftigte sich Hugo von Hofmannsthal in den Zeiten seiner literarischen Produktion. Und sie gilt bei vielen Lesern als Epoche der Märchen, da zu dieser Zeit ebendiese in einer großen Zahl gedichtet, geschrieben und veröffentlicht wurden. Jedoch betrachtete Hofmannsthal die Romantik eher als ästhetische Konzeption und weniger als eine historische Epoche.
In der Romantik wurde das Märchen nicht als eigenständige Gattung verstanden, sondern als „Prinzip der Phantasie“, welches alle literarischen Formen prägen kann. Das zeigt auch ihre Einbettung in Romane (wie den Unterhaltungsroman) deren Funktion darin bestand, die Gesellschaft zu kritisieren. Dieser entweder offene oder verschlüsselte Bezug auf die zeitgenössische Realität zeigt sich in dem zentralen Thema vieler romantischer Kunstmärchen: nichtentfremdete Weltverhältnisse zu versinnbildlichen und mit Hilfe wiedererlangter Unschuld aufzuheben. Diese ambivalente Verhältnis zur Gesellschaft drückt sich in der Mischform 'Wirklichkeitsmärchen' aus, zu denen auch Hugo von Hofmannsthals Märchen gezählt werden. Darüber hinaus verstand sich dieser als Fortsetzer romantischer Positionen und orientierte sich dabei vor allem an dem romantischen Dichter Novalis. Er würdigte ihn als „individuellen Dichter und Denker“. Von ihm übernahm er Motive und Ideen des frühromantischen Kunstmärchens.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Problematik des Kunstmärchens zur Jahrhundertwende und stellt die Forschungsfragen bezüglich der modernen Ausgestaltung dieser Erzählform bei Hofmannsthal.
2. Die Literatur der Jahrhundertwende: Dieses Kapitel erläutert den zeithistorischen Kontext der Moderne und thematisiert die zunehmende Entfremdung des Subjekts.
3. Die Wiener Moderne: Hier werden der Kreis um das "Junge Wien" sowie Hermann Bahrs theoretische Ansätze und Hofmannsthals Sprachkritik im Chandos-Brief untersucht.
4. Das deutsche Kunstmärchen: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über die Tradition des Märchens, von der Romantik bis hin zur spezifischen Rezeption in der Wiener Moderne.
5. Das Märchen der 672. Nacht und Die Frau ohne Schatten: Zwei moderne Märchen?: Es wird die Frage aufgeworfen, inwiefern diese Erzählungen tatsächlich als moderne Märchen zu kategorisieren sind.
6. Hugo von Hofmannsthals Das Märchen der 672. Nacht: Analyse der intertextuellen Bezüge sowie der traditionellen und atypischen Märchenmotive in diesem spezifischen Werk.
7. Die Frau ohne Schatten: Untersuchung der Struktur, der Symbolik und der modernen Transformation märchenhafter Elemente in diesem erzählerischen Werk.
8. Das Kunstmärchen am Ende: Ein Ausblick auf die Entwicklung und Bedeutung der Gattung nach der Jahrhundertwende.
9. Fazit: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und Reflexion über die Ambivalenz von Hofmannsthals Erzählungen.
10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Jahrhundertwende, Wiener Moderne, Hugo von Hofmannsthal, Kunstmärchen, Das Märchen der 672. Nacht, Die Frau ohne Schatten, Sprachkrise, Subjektkrise, Intertextualität, Moderne, Dekadenz, Romantik, Novalis, Hermann Bahr, Wirklichkeitsmärchen.
Die Arbeit untersucht die Transformation des Kunstmärchens in der literarischen Epoche der Jahrhundertwende unter besonderer Berücksichtigung zweier Werke von Hugo von Hofmannsthal.
Die zentralen Felder sind die Wiener Moderne, die Sprach- und Identitätskrise der Zeit sowie die Anpassung traditioneller Märchenmotive an moderne ästhetische Konzepte.
Die Arbeit geht der Frage nach, wie und warum Hofmannsthal in einer Zeit des literarischen und kulturellen Umbruchs auf die Form des Märchens zurückgreift und wie er diese modifiziert.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die intertextuelle Vergleiche und die Untersuchung motivgeschichtlicher Strukturen nutzt.
Im Hauptteil werden zunächst der historische Kontext (Wiener Moderne) und die Entwicklung des Kunstmärchens erörtert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Erzählungen Das Märchen der 672. Nacht und Die Frau ohne Schatten.
Typische Begriffe sind Jahrhundertwende, Moderne, Identitätskrise, Kunstmärchen, Hofmannsthal und Intertextualität.
Der 'Chandos-Brief' dient als Schlüsseltext, um Hofmannsthals Sprachkrise und das Zerfallen der Welt in Einzelteile zu verstehen, was sich auch in seiner Märchenprosa widerspiegelt.
Der Begriff beschreibt die Mischform aus traditionellem Märchen und den Anforderungen der Moderne, bei der die Realität nicht mehr durch klassische, sondern durch moderne, oft subjektive Formen verarbeitet wird.
Während in der erstgenannten Erzählung die Erlösung und eine positive Entwicklung im Vordergrund stehen, zeichnet sich das 'Märchen der 672. Nacht' durch eine stärkere Auseinandersetzung mit Dekadenz, Ziellosigkeit und dem Untergang des Protagonisten aus.
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