Bachelorarbeit, 2012
37 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
2 Definition, Methodik und Theorieansatz
2.1 Begriffsbestimmung: Kirche
2.2 Begriffsbestimmung: Einfluss
2.3 Methodik
2.4 Theoretischer Ansatz
3 Geschichtlicher Überblick
3.1 Die Geburtsstunde des christlichen Polens
3.2 Die I. Republik und die 3 Teilungen
3.2.1 Der Teilungsvertrag von Sankt Petersburg
3.2.2 Das Diktat der Stummen Sitzung
3.2.3 Das Ende der Adelsrepublik
3.3 Die II. Republik
3.4 Die III. Republik
3.5 Der Beitritt zur Europäischen Union
3.6 Die Haltung der katholischen Kirche zum EU-Beitritt
4 Der Einfluss der Kirche auf die Politik
4.1 Am Beispiel des Abtreibungsrechts
4.1.1 Untersuchung auf Veränderungen im Abstimmungsverhalten
4.1.2 Bewertung
4.2 Am Beispiel der Kreuz-Debatte
4.2.1 Untersuchung auf Veränderung der politischen Reaktion
4.2.2 Beurteilung
5 Der Einfluss der Kirche auf die Gesellschaft
5.1 Empirische Erhebung
5.2 Interpretation der Ergebnisse
6 Fazit und Ausblick in die Zukunft
Diese Arbeit untersucht, wie sich der Einfluss der katholischen Kirche auf die Bevölkerung und Politik Polens nach dem EU-Beitritt im Jahr 2004 verändert hat. Dabei wird analysiert, ob die befürchtete Säkularisierung eingetreten ist und inwieweit politische Ereignisse wie die Abtreibungsdebatte oder die Kreuz-Debatte als Einflusskanäle fungieren.
Die I. Republik und die 3 Teilungen
Der zahlenmäßig gut vertretene polnische Landadel nutzte die Wirrungen während der Reformation und setzte 1505 die Verfassung „Nihil Novi“ (Nichts Neues) durch, die ihm umfangreiche Rechte bescherte. Um seine Ziele zu erreichen nutze er dabei den Calvinismus, denn dieser entsprach aufgrund seiner republikanischen Elemente eher den Anforderungen des Adels. Anders als in anderen Teilen Europas wurde dies vom Volk nicht akzeptiert, die deshalb weiterhin die katholischen Traditionen pflegten. Auch die Elite war nicht an einer Neuordnung der Religion interessiert, denn der Calvinismus diente lediglich als Mittel zum Zweck bei der Durchsetzung ihrer Forderungen und so ist es nicht verwunderlich, dass er nach kurzer Zeit wieder aus der polnischen Realität verschwand. 1569 ging das Land im Bündnis mit Litauen auf, welches in der Lubliner Union beschlossen wurde. Damit stieg Polen Litauen zur Großmacht auf und hatte dennoch einen entscheidenden Schwachpunkt, der zu den 3 Teilungen führte. Gleichwohl konnte die katholische Kirche ihre Verbreitung im einstmals orthodoxen Litauen entscheidend vorantreiben.
Das in der Verfassung verankerte Liberum veto (Einstimmigkeitsprinzip) animierte die Adligen zur Bestechlichkeit, denn bereits eine Gegenstimme konnte das Land entscheidungsunfähig machen. Gerade im Hinblick auf die geografische Lage des Bündnisses wird deutlich, dass vor allem die angrenzenden Mächte, also das Russische Zarenreich, das aufstrebende Preußen und das Kaiserreich Österreich Ungarn, ein erhebliches Interesse an einer solchen Entwicklung hatten.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den EU-Beitritt Polens und die damit verbundenen Ängste des Episkopats vor einem moralischen Verfall und dem Verlust politischer Einflussnahme.
2 Definition, Methodik und Theorieansatz: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Kirche und Einfluss im Kontext der Verbändeforschung und legt die methodische Vorgehensweise sowie die Forschungshypothese fest.
3 Geschichtlicher Überblick: Es erfolgt eine historische Einordnung der Rolle der Kirche von den Anfängen des christlichen Polens bis zum EU-Beitritt, um das heutige Selbstverständnis der Institution zu erläutern.
4 Der Einfluss der Kirche auf die Politik: Anhand der Beispiele Abtreibungsrecht und Kreuz-Debatte wird untersucht, wie der Episkopat versucht, politische Prozesse zu beeinflussen und ob sich hierbei Veränderungen seit 2004 zeigen.
5 Der Einfluss der Kirche auf die Gesellschaft: Dieses Kapitel wertet empirische Daten zur Religiosität und zur Bewertung der Arbeit der Kirche durch die polnische Bevölkerung aus.
6 Fazit und Ausblick in die Zukunft: Das Fazit zieht den Schluss, dass der Einfluss der Kirche nicht primär durch den EU-Beitritt, sondern durch kircheninterne Probleme und zögerliches Handeln unter Druck geraten ist.
Katholische Kirche, Polen, EU-Beitritt, Episkopat, politischer Einfluss, Säkularisierung, Verbändeforschung, Abtreibungsrecht, Kreuz-Debatte, Religiöse Praxis, Sekundärdaten, Lobbying, Geschichte Polens, gesellschaftlicher Wandel, Kirchendistanz
Die Arbeit analysiert den Einfluss der katholischen Kirche in Polen unter den veränderten Bedingungen nach dem EU-Beitritt im Jahr 2004.
Die zentralen Felder sind die politische Einflussnahme der Kirche, ihre Rolle in der Gesellschaft sowie die historische Entwicklung ihrer Bedeutung als nationales Identitätssymbol.
Das Ziel ist festzustellen, ob der EU-Beitritt und eine damit verbundene Säkularisierung den Einfluss der katholischen Kirche auf Bevölkerung und Politik tatsächlich geschwächt haben.
Die Arbeit verwendet eine methodische Analyse auf Basis von Sekundärdaten, um kirchenpolitische Entwicklungen anhand konkreter Ereignisse und empirischer Erhebungen zu testen.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung, die spezifische politische Lobbyarbeit der Kirche anhand von Fallbeispielen und die empirische Auswertung gesellschaftlicher Daten.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Katholische Kirche, EU-Beitritt, politischer Einfluss, Säkularisierung, Abtreibungsrecht und Verbändeforschung.
Die Kirche tat sich mit dem Übergang zur Demokratie schwer, da sie aus ihrem hierarchischen Selbstverständnis heraus zunächst keine Erfahrung im demokratischen Dialog hatte und auf interne Angriffe der Gläubigen reagieren musste.
Die Debatte offenbarte eine zunehmende Politisierung, durch die die Kirche als zögerlicher Akteur wahrgenommen wurde, was ihr Ansehen vor allem bei der urbanen Jugend schwächte.
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