Diplomarbeit, 2012
132 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Annäherung an den Untersuchungsgegenstand Schulverweigerung
2.1 Schulpflicht und Schulzwang in Deutschland
2.2 Schulpflicht nach dem Bayerischen Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen
2.3 Maßnahmen zur Durchführung der Schulpflicht
3 Schulverweigerung - Begriffsbestimmung
3.1 Begriffsvielfalt - Definitionsversuch
3.2 Begriffskategorisierung
4 Gesellschaftliches Problem Schulverweigerung – Ursachen, Ausprägungen und Konsequenzen
4.1 Ausprägung des Phänomens
4.1.1 Altersverteilung
4.1.2 Geschlechterverteilung
4.1.3 Risikogruppen
4.1.4 Schultyp/Schulformen
4.1.5 Ausmaß und Reichweite
4.2 Ursachen und Anreize für Schulverweigerung
4.2.1 Mögliche, schulinterne Faktoren
4.2.2 Mögliche, schulexterne Faktoren
4.3 Entwicklungsrisiken und Konsequenzen
5 Schulsozialarbeit – Kooperation von Jugendhilfe und Schule „unter einem Dach“
5.1 Begriffsklärung Schulsozialarbeit
5.1.1 Begriffsverständigung
5.1.2 Begriffsdefinition
5.2 Kooperation von Jugendhilfe und Schule
5.2.1 Begriffsbestimmung der Kooperationspartner
5.2.2 Prinzipien der Kooperation und Datenschutzbestimmungen
5.2.3 Allgemeine und strukturelle Besonderheiten und Gegensätze der beiden Systeme
5.2.4 Voraussetzungen einer gelingenden Kooperation
6 Jugendsozialarbeit an Schulen „JaS“ – in Bayern
6.1 Begriffsbestimmung und Profil
6.1.1 Definition und Abgrenzung
6.1.2 Zielgruppen und Zielformulierung
6.1.3 Pädagogische Arbeitsweisen
6.1.4 Qualitätsaspekte
6.2 „JaS“ – in Kooperation mit Schulen in Bayern
6.2.1 Rechtliche Grundlagen
6.2.2 Förderprogramm und Kooperationsvereinbarung
7 Pädagogische Handlungsoptionen – Kooperation von „JaS“ und Schule im Problemfeld Schulverweigerung
7.1 Pädagogische Handlungsoptionen
7.1.1 Präventive Maßnahmen
7.1.2 Intervenierende Maßnahmen
7.1.3 Sozialarbeiterische Hilfsmaßnahmen
7.2 Kooperation von „JaS“ und Schule bei Schulverweigerung
7.2.1 Chancen und Möglichkeiten
7.2.2 Hemnisse, Risiken und Grenzen
8 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Schulverweigerung, beleuchtet dessen Ursachen sowie Hintergründe und erarbeitet pädagogische Handlungsoptionen, insbesondere unter Berücksichtigung der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) in Bayern. Das zentrale Ziel ist es, die Kooperation von Jugendhilfe und Schule im Hinblick auf ihre Wirksamkeit im Problemfeld Schulverweigerung zu analysieren und Chancen sowie Grenzen dieser Zusammenarbeit aufzuzeigen.
Mögliche, schulexterne Faktoren
Die Familie als primäre Sozialisationsinstanz, ausgehend vom Normfall eines Lebensverlaufes, kann vor allen anderen Instanzen auf die psychische und soziale Entwicklung von Kindern Einfluss nehmen, indem sie auf die Quantität und die Qualität von Lern- und Sozialerfahrungen einwirkt. Innerhalb der Familie wird deswegen der Grundstein für den weiteren Verlauf und für die zukünftige Gestaltung des Lebens von Kindern und Jugendlichen gelegt (vgl. Kracke 2009, S. 77).
In der Regel bemühen sich Eltern aller Bevölkerungsschichten, ihrem Kind/ihren Kindern zu einer guten Startplatzierung im Leben zu verhelfen. Dabei spielen Unterstützungssysteme eine ebenso erhebliche Rolle, wie die familialen Verhältnisse. Schaffen es die Zöglinge nicht von alleine, der elterlichen Erwartungshaltung gerecht zu werden, wird mit Nachhilfeunterricht und/oder Hausaufgabenhilfen nachgebessert. Die Einstellungen von Eltern, dass es ihr Kind in der Schule zu etwas Großem bringen müsse, spielen nach wie vor eine generell sehr dominante Rolle im Hinblick auf das Eltern-Kind-Verhältnis, sowie auf die Kommunikation innerhalb der Familie (vgl. Thimm 2000, S. 216).
Bereits zu einem frühen Zeitpunkt familialer Sozialisation bauen Kinder und Jugendliche generelle Haltungen gegenüber schulischem Lernen, sowie der Institution Schule auf. Allerdings überwiegen schlechte Noten, verbreitete Schul- und Lernunlust, Klassenwiederholungen, Aggressivität, Schulschwänzen, Misserfolgs- und Angsterfahrungen, Widerstand gegen Disziplinerwartungen seitens der Schule, als auch nicht erzielte Schulabschlüsse besonders verstärkt in bildungsfernen Bevölkerungsgruppen (vgl. ebd., S. 217).
Grundsätzlich kommt das Phänomen Schulverweigerung in allen familialen Konstellationen und sozialen Schichten vor. Probleme im Haus der Eltern können schulische Probleme begünstigen und das unabhängig von der Form der Familie. Allerdings begünstigen Konflikte in Elternhäusern sozial benachteiligter Schichten/Milieus eine Abwendung und Abkehr von der Institution Schule. Folglich kommen schulabsente Neigungen besonders oft in sozial schwachen Familien vor (vgl. Ricking 2003, S. 140ff.).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Schulverweigerung ein, erläutert die gesellschaftliche Relevanz und definiert die Forschungsfragen sowie den thematischen Aufbau der Diplomarbeit.
2 Annäherung an den Untersuchungsgegenstand Schulverweigerung: In diesem Kapitel wird die Schulpflicht und der Schulzwang in Deutschland historisch und rechtlich analysiert, mit besonderem Fokus auf das bayerische Schulrecht.
3 Schulverweigerung - Begriffsbestimmung: Hier erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Begriffsvielfalt im Bereich Schulabwesenheit, ergänzt durch eine strukturierte Kategorisierung von Karlheinz Thimm.
4 Gesellschaftliches Problem Schulverweigerung – Ursachen, Ausprägungen und Konsequenzen: Dieses Kapitel betrachtet das Phänomen umfassend, analysiert Alters-, Geschlechts- und schulspezifische Risikogruppen sowie die vielfältigen Ursachen und gravierenden Folgen.
5 Schulsozialarbeit – Kooperation von Jugendhilfe und Schule „unter einem Dach“: Das Kapitel widmet sich der theoretischen Basis der Schulsozialarbeit, definiert den Begriff und beleuchtet die strukturellen Voraussetzungen und Herausforderungen der Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule.
6 Jugendsozialarbeit an Schulen „JaS“ – in Bayern: Hier wird das spezifische Regelförderprogramm „JaS“ in Bayern detailliert vorgestellt, von der Zielgruppenbestimmung über pädagogische Arbeitsweisen bis hin zur rechtlichen Kooperationsbasis.
7 Pädagogische Handlungsoptionen – Kooperation von „JaS“ und Schule im Problemfeld Schulverweigerung: Dieses Kapitel führt die bisherigen Erkenntnisse zusammen und stellt konkrete pädagogische Maßnahmen (Prävention, Intervention, Sozialarbeit) sowie die praktischen Chancen und Grenzen der Zusammenarbeit dar.
8 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die notwendige Weiterentwicklung effektiver Hilfesysteme.
Schulverweigerung, Schulabsentismus, Jugendsozialarbeit an Schulen, JaS, Kooperation, Jugendhilfe, Schulpflicht, Prävention, Intervention, Schulsozialarbeit, Schulerfolg, Bildungschancen, Sozialpädagogik, Erziehung, Schulabbruch.
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Schulverweigerung bei Kindern und Jugendlichen und untersucht, wie Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) dazu beitragen kann, dieser Entwicklung präventiv und intervenierend entgegenzuwirken.
Die Arbeit umfasst die rechtlichen Rahmenbedingungen der Schulpflicht, eine begriffliche Einordnung der Schulverweigerung, die Analyse von Ursachen und Risikofaktoren sowie die detaillierte Darstellung des Kooperationsmodells zwischen Schule und Jugendhilfe.
Ziel ist es, die Kooperation von Schule und Jugendhilfe zu analysieren, um aufzuzeigen, wie durch eine gelungene Zusammenarbeit (insbesondere am Beispiel des bayerischen JaS-Programms) die soziale Integration und die schulische Laufbahn von gefährdeten Kindern und Jugendlichen gesichert werden kann.
Die Diplomarbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, um den theoretischen Rahmen und den aktuellen fachlichen Diskurs zur Schulsozialarbeit sowie zu den pädagogischen Handlungsoptionen bei Schulabsentismus darzulegen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Auseinandersetzung mit den Ursachen und Ausprägungen der Schulverweigerung, die theoretische Verortung der Schulsozialarbeit und eine praxisnahe Darstellung des bayerischen Modells der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) als zentrale Interventionsinstanz.
Zu den zentralen Begriffen zählen Schulverweigerung, Jugendsozialarbeit, Kooperation von Jugendhilfe und Schule, Schulpflicht, Prävention sowie Intervention.
Das JaS-Programm wird als ein richtungsweisender Ansatz dargestellt, der durch einheitliche Qualitätsstandards und eine enge institutionelle Verzahnung zwischen Jugendhilfe und Schule in der Lage ist, frühzeitig auf Gefährdungslagen zu reagieren.
Die Autorin identifiziert insbesondere strukturelle Macht- und Hierarchieunterschiede zwischen den Professionen, unzureichende gegenseitige Information, Vorurteile sowie mangelnde Ressourcen (Zeit, Personal) als wesentliche Hemmnisse für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
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