Bachelorarbeit, 2011
54 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1. Arbeitsgedächtnis
2.1.1 Phonologische Schleife
2.1.2 Visuospatialer Skizzenblock
2.1.3 Methodiken zur Überprüfung des Arbeitsgedächtnisses
2.1.3.1 Delayed-Matching-to-Sample-Aufgaben
2.1.3.2 Dual-Task-Paradigma
2.2 Kategorienlernen
2.2.1 Regelbasiertes Kategorienlernen
2.2.2 Informations-Integrations-Kategorienlernen
2.2.3 COVIS-Theorie
2.2.4 Theorie des verbalen und nonverbalen Kategorienlernens
2.3 Hypothesenbildung
3 Materialien und Methode
3.1 Aufgabe
3.2 Probandenkollektiv
3.3 Materialien
3.4 Pilotstudie
3.5 Design
3.6 Prozedur
3.7 Statistische Analyse
4 Ergebnisse
4.1 Pilotstudie
4.2 Arbeitsgedächtnisaufgabe
4.3 Kategorisierungsaufgabe
5 Diskussion
5.1 Interpretation der Ergebnisse
5.2 Kritik an der Studie
5.2.1 Stärken
5.2.2 Schwächen
5.3 Zusammenfassende Diskussion
5.4 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis der Theorie von Minda und Miles (2010), inwieweit das visuell-räumliche Arbeitsgedächtnis in den Lernprozess von Informations-Integrations-Kategorien involviert ist, wobei insbesondere die Rolle dieses Systems im Vergleich zum verbalen Arbeitsgedächtnis mittels eines Dual-Task-Paradigmas ohne Feedback-Unterstützung analysiert wird.
2.1.2 Visuospatialer Skizzenblock
Der Visuospatiale Skizzenblock stellt das visuell-räumliche Subsystem im Arbeitsgedächtnismodell von Baddeley und Hitch (1974) dar, dessen Speicherkapazität bei etwa drei bis vier (komplexen) Objekten liegt, die wiederum mehrere Merkmale, wie z.B. Farbe, Größe und Form umfassen können (Luck & Vogel, 1997). Dies spricht dafür, dass das visuell-räumliche Arbeitsgedächtnis die Eigenschaften komplexer Objekte in ähnlicher Weise zusammenfasst, wie das verbale Arbeitsgedächtnis Buchstaben zu einem Wort. Ursprünglich wurde das System als einheitlicher Speicher für visuelle und räumliche Informationen konzipiert, ohne dass eine genauere Differenzierung vorgenommen wurde.
Logie (1995) schlug analog zur phonologischen Schleife ein detaillierteres Modell des Skizzenblocks vor, in dem zwischen einem passiven visuellen Speicher und einer aktiven Komponente, dem inneren Skizzieren unterschieden wird. Während im visuellen Speicher Informationen über die visuelle Erscheinung eines Reizes, wie z.B. Farbe, Form oder Struktur, gespeichert werden, dient das innere Skizzieren als Rehearsal für räumliche Informationen und ermöglicht das Aufrechterhalten der Informationen im visuellen Speicher (Rudkin, Pearson & Logie, 2007). Dazu werden dynamische Informationen wie die Bewegung zwischen den Stimuluspositionen wiederholt.
Dieser aktive Prozess bedarf im Gegensatz zum passiven Speicher einer starken Aufmerksamkeitskontrolle (Logie, 2003). Der Prozess des artikulatorischen Rehearsals spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für das Memorieren von Reizen im Visuospatialen Skizzenblock. Indem visuelle und räumliche Informationen in verbale Informationen umgewandelt werden, wie z.B. „blaues Quadrat links oben“ (Wynn & Coolidge, 2010), können sie zusätzlich in der phonologischen Schleife gespeichert werden. Daher werden idealerweise nicht-verbalisierbare visuelle und räumliche Reize als Stimuli verwendet, um eine Kontamination der Resultate durch verbale Ersatzstrategien zu vermeiden. Alternativ kann auch über die artikulatorische Unterdrückung eine Verbalisierung des Materials verhindert werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Kategorienlernens ein und erläutert die zentrale Fragestellung zur Rolle des Arbeitsgedächtnisses innerhalb der Theorie von Minda und Miles.
2 Theoretischer Hintergrund: Hier werden das Mehrkomponenten-Modell des Arbeitsgedächtnisses sowie verschiedene Theorien zum Kategorienlernen (regelbasiert vs. Informations-Integration, COVIS-Theorie) detailliert dargestellt.
3 Materialien und Methode: Dieses Kapitel beschreibt das experimentelle Design, die Auswahl der Probanden, das verwendete Stimulusmaterial sowie das gewählte Dual-Task-Paradigma zur Untersuchung der Hypothesen.
4 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die statistische Auswertung der Pilotstudie, der Arbeitsgedächtnisaufgabe sowie der Kategorisierungsaufgabe zur Prüfung der Haupthypothese.
5 Diskussion: Im letzten Abschnitt werden die Ergebnisse interpretiert, kritisch gewürdigt und in den Kontext bestehender Theorien eingeordnet sowie Anregungen für zukünftige Forschung gegeben.
Arbeitsgedächtnis, Kategorienlernen, Informations-Integration, Dual-Task-Paradigma, Visuospatialer Skizzenblock, Phonologische Schleife, Mehrkomponenten-Modell, kognitive Ressourcen, perzeptuelles Lernen, Minda und Miles, COVIS-Theorie, Beobachtungslernen, Dissoziation, Entscheidungsgrenzen, mentale Repräsentation.
Die Arbeit untersucht, wie verschiedene Komponenten des Arbeitsgedächtnisses – insbesondere das verbale und das visuell-räumliche System – das Lernen neuer Kategorien beeinflussen.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Schnittstelle zwischen Arbeitsgedächtnismodellen (nach Baddeley) und Theorien zum perzeptuellen Kategorienlernen, speziell bei Aufgaben, bei denen eine explizite Regelerstellung schwierig ist.
Ziel ist es zu überprüfen, ob das visuell-räumliche Arbeitsgedächtnis eine zentrale Rolle beim Lernen von Informations-Integrations-Kategorien spielt, wie es die Theorie von Minda und Miles (2010) postuliert.
Es wurde ein Dual-Task-Paradigma angewandt, bei dem Probanden neben einer Kategorisierungsaufgabe simultan eine verbale oder visuell-räumliche Zweitaufgabe bearbeiten mussten, um deren interferierenden Einfluss zu messen.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Konzepte, die detaillierte Beschreibung des methodischen Aufbaus mit den drei Versuchsbedingungen sowie die statistische Auswertung der erzielten Lernleistungen.
Wichtige Begriffe sind Arbeitsgedächtnis, Kategorienlernen, Informations-Integration, Dual-Task-Paradigma und visuospatialer Skizzenblock.
Der Verzicht auf Feedback diente dazu, ein assoziatives Lernen zwischen Stimulus und Reaktion zu unterbinden und sicherzustellen, dass die Probanden die Kategorien durch reine Beobachtung erlernen.
Die Studie konnte zeigen, dass die Lernleistung bei einer simultanen visuell-räumlichen Zusatzaufgabe signifikant schlechter ausfiel als bei einer verbalen Aufgabe, was für eine spezifische Involvierung des visuell-räumlichen Arbeitsgedächtnisses beim Informations-Integrations-Lernen spricht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

