Bachelorarbeit, 2011
45 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
2. Die deutsch-französischen Beziehungen von 1945 – 1989
3. Wiedervereinigung
3.1 Vor dem Mauerfall
3.2 Der Mauerfall
3.3 Der Prozess der Wiedervereinigung nach dem Mauerfall
3.3.1 Mitterrand und die Wiedervereinigung
3.3.2 Das Zehn-Punkte-Programm
3.3.3 Der EG-Gipfel Dezember 1989
3.3.4 Entspannung
3.3.5 Die Zwei-Plus-Vier-Verhandlungen
3.4 Bilanz
4. Der Vertrag von Maastricht
4.1 Gemeinsame Initiativen in der Europapolitik – Der Weg zu Maastricht
4.2 Abschluss des Maastrichter Vertrags
4.3 Bilanz
5. Die Wirtschafts- und Währungsunion im Rahmen des Vertrags von Maastricht
5.1 Vorgeschichte – Der Weg zur WWU
5.2 Beginn der Vorbereitungen zur WWU
5.3 Die Verhandlungen zur WWU
5.3.1 Frankreichs Vorstellung
5.3.2 Deutschlands Vorstellung
5.3.3 Fazit
5.4 Die Regelungen zur WWU im Maastrichter Vertrag
5.4.1 Die Währungsunion
5.4.2 Die Wirtschaftsunion
5.5 Bilanz
6. Schluss
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der deutsch-französischen Beziehungen zwischen 1989 und 1993, um die These zu prüfen, dass die deutsche Wiedervereinigung den europäischen Integrationsprozess, insbesondere die Verwirklichung des Maastrichter Vertrags und der Wirtschafts- und Währungsunion, beschleunigt hat.
3.3.1 Mitterrand und die Wiedervereinigung
Auch Präsident Mitterrand war ob der Umwälzungen in Osteuropa und der Öffnung der Berliner Mauer verunsichert. Wie Mitterrand nun aber tatsächlich zur deutschen Wiedervereinigung stand ist umstritten. Gisela Müller-Brandeck-Bocquet schreibt in ihrem Buch zur französischen Europapolitik, dass Mitterrand die Wiedervereinigung „möglichst verhindern oder zumindest verlangsamen“ wollte. Auch einer seiner damaligen Berater, Jaques Attali, behauptet, Mitterrand hätte der Wiedervereinigung zunächst ablehnend gegenüber gestanden. Mitterrand selbst distanzierte sich jedoch von dieser Aussage und wird darin von anderen seiner Mitarbeiter unterstützt, die hervorhoben, dass er die Wiedervereinigung Deutschlands nicht grundsätzlich ablehnte. Auch Helmut Kohl empfand die Rolle Mitterrands in dieser Zeit als „undurchsichtig“.
Ob Mitterrand nun die deutsche Einigung verhindern oder verlangsamen wollte, ist nicht geklärt. Anfangs ging er aber offenbar noch davon aus, dass eine deutsche Wiedervereinigung in jedem Fall an Gorbatschows Widerstand scheitern würde, da dieser sicher gegen eine deutsche Wiedervereinigung sein und einer Zugehörigkeit Gesamtdeutschlands zur NATO niemals zustimmen würde. Als Mitterand im Dezember 1989 Gorbatschow einen Besuch abstattet, wird ihm jedoch klar, dass von diesem kein großer Widerstand zu erwarten ist.
Außer Frage steht aber, dass Mitterrand versuchte Einfluss auf den Prozess der Wiedervereinigung zu nehmen und französische Interessen durchsetzen wollte. So reiste er im Dezember 1989 in die DDR und sprach dort von seiner Idee einer Föderation oder Konföderation beider deutscher Staaten, die in eine europäische Konföderation eingebunden sein sollte. Mit seinem Besuch wollte Mitterrand die Wichtigkeit eines europäischen Gleichgewichts herausstellen und sicherstellen, dass der Wiedervereinigungsprozess im Rahmen der europäischen Integration ablief. Dies führte allerdings zu einer Verschlechterung des deutsch-französischen Verhältnisses. Kanzler Kohl zeigte sich verstimmt, sah er doch in dem offiziellen Besuch eine Behinderung für den „Prozess der radikalen Veränderungen in der DDR“. Kohl erwartete, dass dieser Besuch die neue SED-Führung international aufwerten würde. Dies wollte er verhindern und kam darum Mitterrand zuvor und verabredete mit Ost-Berlin, ein Treffen, das zeitlich kurz vor dem Staatsbesuch Mitterrands lag.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Entwicklung der deutsch-französischen Beziehungen und führt in die zentrale These der beschleunigenden Wirkung der Wiedervereinigung auf die europäische Integration ein.
2. Die deutsch-französischen Beziehungen von 1945 – 1989: Dieses Kapitel behandelt die historische Einbettung der bilateralen Beziehungen im Rahmen des Kalten Krieges und des europäischen Einigungsprozesses.
3. Wiedervereinigung: Hier werden die Ereignisse vom Fall der Mauer bis zur formalen Wiedervereinigung analysiert, mit besonderem Fokus auf die wechselseitigen Reaktionen von Kohl und Mitterrand.
4. Der Vertrag von Maastricht: Das Kapitel untersucht die Verhandlungen zur Gründung der Europäischen Union, wobei die unterschiedlichen Konzepte der beiden Länder im Vordergrund stehen.
5. Die Wirtschafts- und Währungsunion im Rahmen des Vertrags von Maastricht: Hier wird der Prozess der WWU-Verhandlungen detailliert beleuchtet, einschließlich der nationalen Vorstellungen und der daraus resultierenden Kompromisse.
6. Schluss: Das abschließende Kapitel fasst die Analyse zusammen und bestätigt die These, dass die Wiedervereinigung den Integrationsdruck in Europa maßgeblich erhöht hat.
Deutsch-französische Beziehungen, Wiedervereinigung, Maastrichter Vertrag, Europäische Union, Helmut Kohl, François Mitterrand, Wirtschafts- und Währungsunion, Integration, Euro, Europäische Zentralbank, Zwei-Plus-Vier-Verhandlungen, Souveränität, Stabilität, Konvergenz, Europäische Gemeinschaft.
Die Arbeit analysiert die deutsch-französischen Beziehungen in der Zeit der deutschen Wiedervereinigung und des Entstehungsprozesses des Maastrichter Vertrags.
Die Schwerpunkte liegen auf den politischen Interaktionen zwischen Helmut Kohl und François Mitterrand, den Verhandlungen zur deutschen Einheit sowie der Gründung der Europäischen Union und der Wirtschafts- und Währungsunion.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu belegen, dass die deutsche Wiedervereinigung den europäischen Integrationsprozess beschleunigt hat, da Deutschland sein europäisches Engagement durch konkrete Initiativen unter Beweis stellen musste.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse unter Einbeziehung von Fachbüchern, politischen Beiträgen sowie den persönlichen Erinnerungen der zentralen Akteure Kohl und Mitterrand.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Wiedervereinigungsprozesse, die Entstehung des Maastrichter Vertrags mit Fokus auf die politische Union sowie die spezifischen Verhandlungen zur WWU.
Wesentliche Begriffe sind die deutsch-französische Freundschaft, der Maastrichter Vertrag, die Wiedervereinigung sowie die Wirtschafts- und Währungsunion.
Der Plan löste Irritationen aus, da Kohl ihn ohne vorherige Absprache mit Mitterrand präsentierte, was das Misstrauen in der französischen Regierung kurzzeitig verstärkte.
Der Autor sieht das Ergebnis als einen Kompromiss, bei dem sich deutsche Stabilitätsvorstellungen weitgehend durchsetzten, während die politische Union in ihrer Ausgestaltung unvollständig blieb.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

