Bachelorarbeit, 2012
60 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Problemstellung und Ziel der Untersuchung
3. Zur Einführung – was sind Rituale?
3.1 Begriffsklärung
3.2 Abgrenzung des Begriffs zu anderen Termini
3.3 Victor Turners Ritualtheorie
3.4 Zur Aktualität des Ritualbegriffs – Forschungsstand
4. Rituale im schulischen Kontext
4.1 Über die Einführung von Ritualen
4.2 Eigenschaften schulischer Rituale
4.3 Problemstellen beim Einsatz von Ritualen
5. Potenzial des Ritualhandelns im inklusiven Unterricht
5.1 Anforderungen an den inklusiven Unterricht
5.2 Rituale im inklusiven Unterricht – eine Fallstudie
5.2.1 Hospitation an der Schule Dempwolffstraße
5.2.2 Methodisches Vorgehen und Ziel der Untersuchung
5.2.3 Beobachtungssituation: Rituale der Klasse 1c
5.2.4 Resümee der Lehrerinterviews
6. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Ritualhandelns zur Unterstützung des inklusiven Unterrichts, insbesondere in der Schuleingangsphase, und prüft, inwieweit Rituale zu einem positiven Schulklima und zur Etablierung eines inklusiven Charakters in allgemeinbildenden Schulen beitragen können.
3. Zur Einführung – was sind Rituale?
In fast allen Lebensbereichen lassen sich Rituale finden, unser Alltag steckt voll von ihnen und doch lässt sich die Frage nach dem was ein Ritual ist nur schwer beantworten. Der Begriff Ritual impliziert vielfältige Auslegungsspielräume, möchte man sich allerdings tiefer gehend mit Ritualen beschäftigen, reichen Alltagsdefinitionen meist nicht aus, da sie unklar formuliert, diffus und in ihrer Bedeutung unbestimmt sind. Der Begriff Ritual ist in einem solch hohem Maß (themen-) übergreifend und vielseitig, dass es Schwierigkeiten bereitet, ihn auf eine Definitionseinheit zu reduzieren, beziehungsweise Deutungsmuster zu einem Dogma zu erheben. Wichtig erscheint das Bezugssystem, unter dem Rituale betrachtet werden.
3.1 Begriffsklärung
Laut Duden lässt sich der Begriff Ritual auf das lateinische Wort „ritualis“ zurückführen. Übersetzt bedeutet dies den Ritus, eine religiöse Vorschrift, betreffend (vgl. DUDEN 2012, Suchbegriff: Ritual). Weiterführend beschreibt der Duden Rituale als ein „wiederholtes, immer gleichbleibendes, regelmäßiges Vorgehen nach einer festen Ordnung“ (ebd. 2012). Daran wird deutlich, dass der Begriff heutzutage nicht ausschließlich im religiösen Zusammenhang benutzt wird, sondern weitaus allgemeiner, wobei die Akzente der Definitionsansätze in der Fachliteratur unterschiedlich gesetzt werden. Zugleich sei damit angesprochen, dass der Terminus Ritual seit geraumer Zeit Einzug in verschiedene wissenschaftliche Disziplinen erhält und an Bedeutung gewinnt (siehe Kapitel 3.4).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Umgestaltungsphase des deutschen Bildungssystems ein und begründet das Forschungsinteresse am Potenzial von Ritualen im inklusiven Unterricht der Schuleingangsphase.
2. Problemstellung und Ziel der Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der UN-Behindertenrechtskonvention für das deutsche Bildungssystem und definiert das Ziel, den Beitrag von Ritualen zur Etablierung eines inklusiven Charakters in Schulen zu prüfen.
3. Zur Einführung – was sind Rituale?: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung des Ritualbegriffs durch Begriffsdefinitionen, eine Abgrenzung zu verwandten Termini, die Vorstellung der Ritualtheorie von Victor Turner sowie einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand.
4. Rituale im schulischen Kontext: Dieser Abschnitt erarbeitet Kriterien für die Einführung ritueller Handlungen, beleuchtet deren Funktionen für Rhythmisierung und soziale Integration, diskutiert jedoch auch kritisch die möglichen Problemstellen bei deren Anwendung.
5. Potenzial des Ritualhandelns im inklusiven Unterricht: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Anforderungen an Inklusion mit einer Fallstudie an der Schule Dempwolffstraße, in der Beobachtungen und Interviews die praktische Anwendung und Wirkung von Ritualen in einer ersten Klasse analysieren.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Chancen und Risiken zusammen, ordnet Rituale als wertvolle didaktische Werkzeuge im Inklusionsprozess ein und formuliert notwendige Rahmenbedingungen für deren erfolgreiche Anwendung in der Schule.
Rituale, Inklusion, inklusiver Unterricht, Schuleingangsphase, Ritualtheorie, soziales Miteinander, Schulklima, Fallstudie, Lehrerinterviews, pädagogisch-didaktische Konzepte, Orientierungshilfe, Lernkultur, Schulentwicklung, soziale Integration, Ritualdynamik.
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Ritualen im schulischen Alltag, insbesondere im Kontext von inklusivem Unterricht in der Schuleingangsphase.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Definition von Ritualen, deren Funktionen für soziale Bindung und Strukturierung des Unterrichts sowie die praktische Erprobung ritueller Elemente in einer inklusiven Grundschulklasse.
Das Hauptziel besteht darin zu prüfen, inwieweit rituelles Handeln dazu beitragen kann, einen inklusiven Charakter in allgemeinbildenden Schulen zu etablieren und ein förderliches Lernklima zu schaffen.
Die Arbeit stützt sich auf eine qualitative Fallstudie, die teilnehmende Beobachtungen in einer ersten Klasse sowie leitfadengestützte Interviews mit der Klassenlehrerin und der Sonderpädagogin kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Ritualbegriffs und der Schultheorie sowie eine detaillierte Auswertung der erhobenen Beobachtungsdaten und Interviews zur Anwendung von Ritualen in der Praxis.
Wichtige Begriffe sind Rituale, Inklusion, Schuleingangsphase, soziale Integration, Schulklima und Ritualdynamik.
In der Fallstudie wurden verschiedene Rituale wie der Morgenkreis, das Belohnungsglas, das Vorlesen, die Daumenprobe und der Klassenrat untersucht.
Die Autorin diskutiert u.a. die Gefahr einer lehrerzentrierten Steuerung, die Verwechslung von Ritualen mit Disziplinierungsmaßnahmen und die Problematik einer autoritären oder zwanghaften Wirkung von Ritualen auf Schüler.
Die Arbeit schlussfolgert, dass Rituale fruchtbar für den inklusiven Unterricht sein können, sofern sie differenziert eingesetzt werden, um Orientierung und soziale Gemeinschaft zu stiften, ohne die Individualität der Schüler zu untergraben.
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