Masterarbeit, 2012
64 Seiten
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Der EU-Richtlinienvorschlag zur Finanztransaktionssteuer
2.1 Gründe und Zielsetzung der EU – Finanztransaktionssteuer
2.2 Ausgestaltung der Finanztransaktionssteuer im EU-Richtlinienentwurf
2.3 Schätzung des Steueraufkommens und makroökonomische Auswirkungen
2.4 Ausblick und Wahrscheinlichkeit der Implementierung
3. Beurteilung der Gründe zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
3.1 Beteiligung des Finanzsektors an den Kosten der Krise
3.2 Eindämmung „schädlicher“ Transaktionen als Beitrag zur Stabilität im Finanzsystem
3.3 Besteuerung ökonomischer Reingewinne durch die Sonderstellung des Finanzsektors
3.4 Umsatzsteuerbefreiung von Finanzdienstleistungen
3.5 Fazit
4. Betriebswirtschaftliche Folgen der Implementierung einer Finanztransaktionssteuer
4.1 Auswirkungen auf das Verhalten der Marktteilnehmer
4.2 Steuerinzidenz und Verteilungseffekte
4.3 Möglichkeiten der Steuervermeidung
4.4 Fazit
5. Thesenförmige Zusammenfassung
Die Master-Thesis analysiert kritisch die Argumente für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer (FTS) in der Europäischen Union und bewertet deren betriebswirtschaftliche Folgen für Marktteilnehmer, die Realwirtschaft und Privathaushalte.
1.1 Problemstellung
Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2007 – 2009 erforderte von vielen europäischen Staaten enorme finanzielle Anstrengungen, um die Folgen der Krise abzumildern. Die staatlichen Mittel wurden dabei fast ausschließlich schuldenfinanziert und insbesondere zur Rettung des Bankensystems verwendet, das sich zu dieser Zeit in einem für die gesamte Wirtschaft bedrohlichen Zustand befand. Die Aufnahme zusätzlicher Schulden zur Finanzierung der Rettungs- und Konjunkturprogramme resultierte in stark ansteigenden staatlichen Schuldenständen, die schließlich Rekordniveau erreichten. Diese Situation markiert zugleich den Beginn der europäischen Staatsschuldenkrise, die bis zum heutigen Tage anhält. Seitdem gibt es in der Europäischen Union Bestrebungen, den Finanzsektor, der als Auslöser der Krise angesehen wird, an den Kosten der Krise zu beteiligen. Als ein Instrument zur Beteiligung des Sektors wurde bereits ab dem Jahre 2010 in der Europäischen Union die Einführung einer Steuer auf Finanztransaktionen vorgeschlagen.
Seit dem 28. September 2011 liegt nunmehr ein Richtlinienvorschlag der Europäischen Kommission zur Einführung eines gemeinsamen Finanztransaktionssteuersystems in der Europäischen Union vor. Der Vorschlag wurde und wird in Fachkreisen, Politik und Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Mit Keynes, Tobin und Stiglitz, die zu ihrer Zeit eine Finanztransaktionssteuer (abgekürzt „FTS“) forderten, hat sie bereits prominente Fürsprecher gefunden. Die Befürworter erwarten, dass die Finanztransaktionssteuer die Effizienz und Stabilität der Finanzmärkte erhöhen kann, den Finanzsektor substanziell an den Krisenkosten beteiligen würde und ein hohes Steueraufkommen generiert. Die Gegner warnen dagegen vor den negativen Folgen für die Wirtschaft, den unvorhersehbaren Auswirkungen auf den Finanzmarkt und wesentlichen Verlagerungen von Finanztransaktionen in das außereuropäische Ausland.
1. Einleitung: Beschreibt den Hintergrund der Finanzkrise und die daraus resultierenden Bestrebungen, den Finanzsektor an den Krisenkosten zu beteiligen, sowie die Zielsetzung und Struktur der Arbeit.
2. Der EU-Richtlinienvorschlag zur Finanztransaktionssteuer: Erläutert die Zielsetzungen der EU, die konkrete Ausgestaltung des Richtlinienentwurfs, Schätzungen zum Steueraufkommen sowie die politische Erfolgsaussicht der Implementierung.
3. Beurteilung der Gründe zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer: Unterzieht die gängigen Argumente für eine FTS – Krisenbeteiligung, Stabilitätsgewinn, Besteuerung von Renten und Umsatzsteuerbefreiung – einer kritischen Prüfung.
4. Betriebswirtschaftliche Folgen der Implementierung einer Finanztransaktionssteuer: Analysiert die Effekte auf das Verhalten der Marktteilnehmer, die Verteilungswirkungen sowie die Möglichkeiten der legalen und illegalen Steuervermeidung.
5. Thesenförmige Zusammenfassung: Fasst die Kernaussagen des Hauptteils in strukturierter Form stichpunktartig zusammen.
Finanztransaktionssteuer, FTS, Europäische Union, Finanzsektor, Krisenkosten, Finanzstabilität, Marktverhalten, Steuerinzidenz, Steuervermeidung, Umsatzsteuerbefreiung, Hochfrequenzhandel, Derivate, Ansässigkeitsprinzip, Kapitalmarkteffekte, Unternehmensfinanzierung.
Die Arbeit untersucht den EU-Richtlinienvorschlag zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer und bewertet dessen ökonomische Begründung sowie die zu erwartenden betriebswirtschaftlichen Folgen.
Zentrale Themen sind die Notwendigkeit einer Beteiligung des Finanzsektors an Krisenkosten, die Auswirkungen auf die Finanzmarktstabilität, Verteilungseffekte sowie die Möglichkeiten der Steuervermeidung durch Marktteilnehmer.
Das Ziel ist eine differenzierte Beurteilung, ob die häufig genannten Gründe für eine FTS stichhaltig sind und welche Auswirkungen die Steuer tatsächlich auf Wirtschaft und Privathaushalte haben könnte.
Die Arbeit basiert auf einer Analyse aktueller EU-Dokumente, der Auswertung bestehender ökonomischer Studien (z. B. vom DIW oder der EU-Kommission) und einer theoretischen Herleitung betriebswirtschaftlicher Wirkungszusammenhänge.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des EU-Vorschlags, eine kritische Beurteilung der Einführungsgründe sowie eine detaillierte Analyse der Folgen für Unternehmen und private Haushalte.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Finanztransaktionssteuer (FTS), Finanzstabilität, Steuerinzidenz, Steuervermeidung und betriebswirtschaftliche Folgen geprägt.
Der Autor stellt fest, dass eine EU-weite Einigung aufgrund des Widerstands einiger Mitgliedstaaten schwierig ist, weshalb ein Weg über das Verfahren der verstärkten Zusammenarbeit angestrebt wird.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es keine objektive, eindeutige Antwort gibt; die Entscheidung für oder gegen die Steuer hängt wesentlich vom persönlichen Standpunkt und der Gewichtung der Argumente ab.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

