Masterarbeit, 2012
89 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Grundlagen Geschäftsideen
2.1 Begriff Geschäftsidee
2.2 Geschichte und Bedeutung der Geschäftsidee
3 Konzepte zur Ideengenerierung
3.1 Begriff Kreativität
3.2 Determinanten kreativen Denkens
3.3 Psychologische Theorien
3.4 Soziologie, System- und Chaostheorie
3.5 Theorien der Innovationsforschung
3.6 Betriebswirtschaftliche Ansätze der Geschäftsideengenerierung
3.6.1 Innovationsmanagement
3.6.2 Entrepreneurship
3.6.3 Gegenüberstellung von Entrepreneurship und Innovationsmanagement
4 Neurowissenschaftliche Forschungen zur Ideengenerierung
4.1 Grundlegende neuronale Strukturen und Prozesse bei der Ideengenerierung
4.1.1 Strukturen des Gehirns
4.1.2 Hemisphärendominanz
4.1.3 Frontaler Kortex
4.1.4 Tempo-Parietaler Kortex
4.2 Preparation – Wahrnehmung und Gedächtnis
4.2.1 Wahrnehmung
4.2.2 Lernen und Gedächtnis
4.3 Inkubation – Motivation und Aufmerksamkeit
4.3.1 Motivation
4.3.2 Aufmerksamkeit
4.3.3 Schlaf
4.4 Illumination – Insight-Erlebnis
4.5 Personenbezogene Dispositionen und Einflüsse
4.6 Vernetzte Gehirne
4.7 Zwischenfazit
5 Fazit
Die vorliegende Masterarbeit verfolgt das Ziel, aktuelle neurowissenschaftliche Erkenntnisse auf bestehende Konzepte der Ideengenerierung anzuwenden, um deren Grundannahmen zu hinterfragen und Handlungsempfehlungen für die Praxis der Geschäftsideenentwicklung abzuleiten.
4.1.2 Hemisphärendominanz
Einen wichtigen Grundstein in Bezug auf neurowissenschaftliche Kreativitätsforschung legte SPERRY mit seiner Untersuchung an Split-Brain-Patienten in den 1960er Jahren, für die er später den Nobelpreis erhielt. Er konnte nachweisen, dass bestimmte alogische und simultane Prozesse in der rechten Hemisphäre gesteuert werden, Logische und Sprachliche hingegen in der linken Hemisphäre. (vgl. Runco, 2002, S. 84; Runco, 2007, S. 73f.; Solms & Turnbull, 2004, S. 252ff.)
MARTINDALE ET AL. bestätigten die Ergebnisse 1984 bei einer EEG-Untersuchung mit Probanden, die in Kreativitätstests besser abschlossen. „Compared to less creative people, creative individuals show significantly more right- than lefthemisphere activity in an electroencephalogram (EEG) when working on creative tasks.“ (Roßbach, 2009, S. 15 zitiert nach Martindale, Hines, Mitchell & Covello, 1984) Er schließt aus seinen Ergebnissen, dass der linken Hemisphäre eher eine abstrakte-logische Arbeitsweise zugeschrieben werden kann, während die rechte Hemisphäre eher an der symbolischen, ganzheitlichen Verarbeitung von Informationen beteiligt ist. (vgl. Fink, 2008a, S. 40; Willfort, Tochtermann & Neubauer, 2007, S. 35f.) Weitere empirische Befunde weisen auf einen größeren Einfluss der rechten Gehirnhälfte beim Erfinden von Geschichten oder bei semantischer, divergenter Informationsverarbeitung beim Erkennen von Wörtern auf das kreative Ergebnis hin. (vgl. Willfort, Tochtermann & Neubauer, 2007, S. 44f.; Mihov, Denzler & Förster, 2010, S. 442ff.) Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde 2003 durch BOWDEN & JUNG-BEEMAN eine bevorzugte grob semantische Kodierung bei der Verarbeitung von Reizen durch die rechte Hemisphäre festgestellt. Das weist darauf hin, dass die rechte Gehirnhälfte eher geneigt ist, weiter auseinanderliegende Assoziationen miteinander in Verbindung zu bringen. (vgl. Bowden & Jung-Beeman, 2003, S. 730ff.; Fink, 2008a, S. 40f.)
1 Einleitung: Die Einleitung definiert die hohe Relevanz von Kreativität und Geschäftsideen für den wirtschaftlichen Erfolg und stellt die Forschungsfrage der Arbeit dar.
2 Grundlagen Geschäftsideen: Dieses Kapitel definiert den Begriff Geschäftsidee und ordnet ihn historisch sowie ökonomisch ein.
3 Konzepte zur Ideengenerierung: Es folgt eine Auseinandersetzung mit wissenschaftlich-theoretischen und praxisbezogenen Konzepten der Ideengenerierung.
4 Neurowissenschaftliche Forschungen zur Ideengenerierung: Dieses zentrale Kapitel stellt die Erkenntnisse der Hirnforschung den betriebswirtschaftlichen Konzepten gegenüber und leitet Handlungsempfehlungen ab.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung der bestehenden Konzepte unter Berücksichtigung der neurowissenschaftlichen Erkenntnisse.
Ideengenerierung, Geschäftsidee, Kreativität, Neurowissenschaften, Innovationsmanagement, Entrepreneurship, Hirnforschung, Kreativitätstechniken, Kognitionspsychologie, Gehirnwellen, Divergentes Denken, Insight-Erlebnis, Flow-Zustand, Assoziationen, Gehirnstruktur.
Die Arbeit untersucht, wie neurowissenschaftliche Erkenntnisse über kreative Prozesse im Gehirn dazu beitragen können, bestehende Konzepte der betriebswirtschaftlichen Geschäftsideengenerierung zu evaluieren und zu verbessern.
Die zentralen Themenfelder sind Kreativitätsforschung, Innovationsmanagement, Entrepreneurship, kognitive Psychologie sowie neurowissenschaftliche Grundlagen wie Hirnstrukturen, Neurotransmitter und Gehirnwellenaktivität.
Das Ziel ist es, durch eine wissenschaftliche Fundierung in den Neurowissenschaften herauszufinden, welche Verhaltensweisen und Methoden die Generierung erfolgreicher Geschäftsideen am besten fördern.
Die Arbeit folgt einem normativen Forschungsansatz, der eine Deskription bestehender Phänomene mit einer explorativen Untersuchung neurowissenschaftlicher Forschungen kombiniert, um daraus induktiv Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Einordnung, eine Darstellung klassischer Kreativitätskonzepte sowie eine detaillierte Gegenüberstellung dieser Konzepte mit aktuellen neurowissenschaftlichen Forschungsergebnissen.
Kreativität, Ideengenerierung, Neurowissenschaften, Innovation, Entrepreneurship, Gehirnaktivität, kognitive Prozesse.
Der Autor zeigt auf, dass das dopaminerge System eine entscheidende Rolle bei der Motivation zu kreativem Handeln spielt und positive Emotionen die Flexibilität im Denken sowie die Verknüpfung von Assoziationen fördern können.
Der Autor führt aus, dass während des Schlafs, insbesondere in der REM-Phase, das Gehirn unbewusst Informationen verarbeitet, was die Bildung neuer, kreativer Assoziationen begünstigt und zur Problemlösung beitragen kann.
Durch den sogenannten Zustand der Hyperfrontalität oder das bewusste Zulassen von Entspannung können kontrollierende, analytische Funktionen des Frontalkortex gehemmt werden, was der Phantasie und unkonventionellen Ideen Raum gibt.
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